Sieh's mal positiv
Die «Frohe Botschaft» ist zentraler Teil des Christentums. Deshalb möchte ich an diesem Freitag versuchen, den wöchentlichen Newsletter mit positiven Neuigkeiten zu füllen. Auch wenn wir die Augen nicht vor Problemen und Herausforderungen verschliessen sollten, «Bad News» gibt es schon genügend und für einmal dürfen wir uns auch auf das Gute konzentrieren.

Die Katholische Kirchgemeinde Winterthur hat kürzlich ein starkes Zeichen für die Zukunft gesetzt. Indem sie den seit Januar 2025 operativ tätigen Dachverband für Offene Jugendarbeit Winterthur – «ju win» – jährlich mit einem fünfstelligen Betrag finanziell unterstützt, knüpft sie direkt an ihren diakonischen Auftrag der Förderung junger Menschen an.
Neben dem Betrieb eigener Jugendtreffs ist die Zusammenarbeit mit ju win ein wichtiger Schritt, um Kinder und Jugendliche auch in Zukunft verlässlich zu begleiten, ihnen Freiräume zu schaffen und soziale Teilhabe zu ermöglichen.
In einer Zeit, in der psychische Erkrankungen bei Jugendlichen stark zugenommen haben und laut der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich etwa ein Drittel aller 14- bis 19-Jährigen in der Schweiz von Problemen betroffen sind, können Angebote bei denen die Jugendlichen Halt, ein offenes Ohr, Vertrauen oder einfach nur einen Platz zum Sein finden, sicher positiv wirken.

Ebenfalls für Jugendliche engagiert sich die am Sonntag in der Zürcher Millitärstrasse neu eröffnete Jugendanlaufstelle «Mila» des Sozialwerks «Pfarrer Sieber». Allerdings richtet sich das Angebot vor allem an junge Menschen aus sehr prekären Verhältnissen, die oft zuhause Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung erfahren haben. Denn auch vor und hinter unseren Türen herrscht nicht immer die heile Welt, die für die Meisten von uns bisher so normal schien.
Kostenlos und anonym bietet Mila Jugendlichen und jungen Erwachsen tagsüber einen geschützten Raum, in dem sie Halt und eine Mahlzeit finden können und durch gezielte Beratung und Angebote gestärkt werden.
Vor zwei Wochen hatte an dieser Stelle bereits meine Kollegin Leonie Maurer über das Yesh! Filmfestival berichtet. Seit gestern läuft nun offiziell wieder «Neues aus der jüdischen Filmwelt» auf den Leinwänden der Kinos Houdini, Riffraff und Arthouse Le Paris. Tatsächlich sind die Yesh!-Filmtage kein bisschen leiser geworden und nehmen auch 2026 wieder unbequeme Perspektiven ein, sind offen für Widerspruch und das offene Gespräch.
Aufgrund einer hartnäckigen Erkältung konnte ich leider nicht persönlich bei der Eröffnung mit der mehrfach preisgekrönten Komödie «Bad Shabbos» dabei sein. Doch ich empfehle Ihnen sehr, diese oder einen der vielen weiteren Filme anzusehen. Noch bis kommenden Mittwoch haben Sie am Yesh! Gelegenheit dazu.

Nahtlos schliesst ein Filmfestival ans andere an. Auch das Human Rights Film Festival Zurich, das kommenden Donnerstag, 26. März, startet, ist in diesem Jahr kein bisschen leiser.
In einer Zeit, in der die Welt unter Spannung steht, in der autoritäre Regime erstarken, Völkerrecht angegriffen wird und Repression zunimmt, ruft das Festival auf: Die Zeit zu Handeln ist jetzt!
Mich persönlich haben diesbezüglich einige Impulse zum Nachdenken gebracht, die betonen: Schon einfach zu Sprechen, offen seine Meinung zu sagen, kann bereits aktives Handeln sein. Wenn ich Ungerechtigkeiten sehe und schweige - wenn auch nur im Kleinen - ist auch dies eine deutliche Aussage.
Neben den Filmen bietet das Human Rights Film Festival auch ein kleines Rahmenprogramm, das zum Mitdenken, Mitfühlen, Mitmachen und natürlich Mitdiskutieren einlädt. Ich hoffe sehr, dass ich bis Donnerstag soweit wieder hergestellt bin, um der einen oder anderen Veranstaltung beizuwohnen.
Ein schönes Zeichen der Gemeinschaft und des friedlichen Zusammenlebens war vergangenen Samstag das interreligiöse Fastenbrechen in der katholischen Kirche Maria Lourdes in Seebach. Im Jahr, in dem die muslimische und die christliche Fastenzeit zur selben Zeit stattfinden, trafen sich rund 150 Menschen bei dem von der Pfarrei zusammen mit der Stiftung Sera organisierten Fastenbrechen. Darunter ca. 80 Christinnen und Christen sowie sechs Jüdinnen und Juden.
Ein wahres Zeichen für Frieden und Miteinander.

Wer sich für Zahlen, Fakten und klare Aussagen interessiert, dem steht seit dieser Woche ein neues Werkzeug des Statistischen Amts zur Verfügung. Mit dem Statistikportal «Zürcher Gemeinden in Zahlen» werden verschiedenste Kennzahlen aus den Zürcher Gemeinden, Bezirken und Regionen verständlich dargestellt. Mit interaktiven Grafiken und Karten können die Kennzahlen räumlich und zeitlich eingeordnet werden.
Auch vier Grafiken zum Thema Kirche und Religion sind verfügbar und lassen sich auf den Kanton, Gemeinden von A – wie Adliswil – bis W – wie Wiesendangen, Bezirke und Regionen anwenden. Wer am Wochenende ein wenig freie Zeit zur Verfügung hat, dem empfehle ich ,sich einmal durch die verschiedenen Grafiken zu klicken. Das kann einen tatsächlich ähnlich in den Bann ziehen wie das Scrollen in den Sozialen Medien. Zumindest habe ich persönlich einige Zeit damit verbracht, in die Statistiken einzutauchen.
Damit schliesst sich der Kreis dieses Newsletters. Für weitere Neuigkeiten aus der Katholischen Kirche schauen Sie doch gern auf dem Instagram Kanal von Vatican News oder auf unserer Webseite zhkath.ch vorbei.
Ansonsten nutzen Sie gern das schöne Frühlingswetter und geniessen den vorhergesagten Sonnenschein, vielleicht gemeinsam mit Ihren christlichen, muslimischen, jüdischen, andersgläubigen oder auch atheistischen Kolleginnen und Kollegen.
Ihre
Saskia Richter

Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen.
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