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Politik und Kirche

Informationsbeauftragte
Saskia Richter

Schwerpunkte: Online-Kommunikation und Soziale Medien, Event-Management

Saskia Richter
In der Regel ist die Kirche eher zurückhaltend, wenn es um konkrete politische Aussagen und Stellungnahmen geht. Um kirchlichen Werten wie Nächstenliebe, Schöpfungsverantwortung und auch den Erwartungen der unterschiedlichen Gläubigen gerecht zu werden, verhält man sich zumeist neutral. In dieser Woche hat sich das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Leo XIV., aber klar und deutlich zum politischen Weltgeschehen geäussert.
17. April 2026

Allein schon von ihrer Struktur her ist die katholische Kirche ein politisches Konstrukt. Bei Entscheidungen werden das Allgemeinwohl und die Einhaltung kirchlicher Werte in den Fokus gerückt. Deshalb sind Prozesse und Entscheidungen oft langwierig und müssen durch verschiedene Instanzen gehen.

Aussagen der Kirchenvertreter zur Tagespolitik sind oft umstritten. Einerseits werden sie als ethische Pflicht betrachtet, da Menschenwürde und Gerechtigkeit im Zentrum kirchlichen Handelns stehen sollten. Andererseits wird eine strikte Trennung von Kirche und Staat gefordert, kirchliche Vertreterinnen und Vertreter sollen sich gefälligst aus politischen Debatten heraushalten.

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 Nun fand Papst Leo XIV. offene und explizite Worte zu Präsident Trump und seiner Politik. Am Samstag appellierte er in Rom für den Frieden und forderte: «Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!» Prompt konterte der aufs Äusserste getriggerte US-Präsident mit Beschimpfungen. Er beleidigte Leo als «schwach im Umgang mit Kriminalität und als eine Katastrophe in der Aussenpolitik». Der erste amerikanische Papst lässt sich von diesen Worten nicht beeindrucken und steht zu seiner Haltung. Am Montag hält er Trump entgegen: «Ich spreche vom Evangelium und werde weiterhin lautstark gegen den Krieg sprechen».

Zahlreiche Kirchenvertreter, so auch unser Bischof Bonnemain, stehen hinter Leo XIV. Auch zahlreiche amerikanische Christen, die bisher Trump den Rücken hielten, solidarisieren sich nun eher mit dem Papst und distanzieren sich von Trump. Mittlerweile hat sich auch die italienische Staatschefin, Giorgia Meloni, die bisher ein enges und positives Verhältnis zum US-Präsidenten pflegte, deutlich distanziert und den Papst verteidigt. Trump schlägt in gewohnter Primarschüler-Manier zurück und wettert von Meloni als «inakzeptabel». Lassen wir uns überraschen wie es weitergeht.

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Ein äusserst politisches Thema in der Kirche ist auch der Umgang mit assistiertem Suizid. Vor allem in der Spitalseelsorge, aber auch in der Palliativmedizin sind Seelsorgende immer wieder mit dem Thema konfrontiert. Die grosse Frage ist, wie begegnen wir den Sterbewünschen von schwerkranken Menschen? Wie begleiten wir sie ethisch korrekt?

Im kürzlich erschienen Buch «So will ich nicht weiterleben» behandeln der Leiter der katholischen Seelsorge im Kantonsspital Winterthur, André Böhning, und die Forschungsbeauftragte in der Spital- und Klinikseelsorge Zürich Stadt, Silke Winkler, das diffizile Thema auf anschauliche Weise mit vielen praktischen Beispielen.

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Auch bei unseren reformierten Brüdern und Schwestern wird es bis August politisch. In den Altstadtkirchen startete gestern das Format «Demokratie im Fluss – und wir gehen mit!» mit vielen verschiedenen Veranstaltungen, welche die aktuelle Lage der Demokratie beleuchten sollen. Von der Ausstellung, über Diskussion und Konzert bis hin zu Themenspaziergängen wird Demokratie aus verschiedensten Perspektiven betrachtet.

Genau in einem Monat, am 17. Mai, gibt es die Gelegenheit gemeinsam mit Priorin Irene Gassmann vom Kloster Fahr an der Limmat entlang zu spazieren und sich über Spiritualität, Glaube, Verantwortung, Dialog und das Zusammenleben in Vielfalt auszutauschen. Ich kann einen Spaziergang mit Priorin Irene sehr ans Herz legen. Mein Spaziergang mit ihr durchs Wiesetäli im Juli 2025 für unsere Sommerserie war eine ganz besondere Begegnung.

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«Innenpolitisch» gibt es aus dem Bistum Chur und aus der Schweizer Bischofskonferenz in dieser Woche unter anderem zwei Dinge zu berichten.

Zum einen kam die Abklärung des Vorfalls zum Abschluss, bei dem im Oktober letzten Jahres in Guthirt drei Personen Hostien mit ihren Hunden geteilt haben. Fazit: Es handelt sich nicht um ein Sakrileg, da die sakrilegische Absicht fehlte. Details zum Fall gibt es hier.

Zum anderen hat die Schweizer Bischofskonferenz neue Richtpreise für die Beschaffung von Hostien genehmigt und empfiehlt den Pfarreien und Gemeinschaften, ihren Bedarf mit in der Schweiz gefertigten Produkten zu decken.

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Da Politik in der Regel nicht mein Spezialgebiet ist und ich dieses Feld eigentlich lieber den Experten Leonie Maurer und Simon Spengler überlasse, freue ich mich nun wieder in mir bekanntere Gewässer zurückzurudern und auf Veranstaltungen in den kommenden Tagen hinzuweisen.

  • Nach der Installation «Licht, Raum und Transzendenz» der Künstlerin Elke Maier im Kirchenraum von St. Anton folgt nun das Kunstprojekt «Garten Eden» von Settimo Tamanini aus Trient. Die im Kirchenraum installierten Kupferbäume verwandeln St. Anton in einen Raum der Begegnung zwischen Gott und Mensch, den «Garten Eden». Die Vernissage, mit Gelegenheit den Künstler persönlich vor Ort kennenzulernen, findet heute Abend um 19:30 Uhr statt.
  • Ebenfalls ganz besondere Gäste können Sie morgen Abend, 18. April, ab 18 Uhr in Winterthur kennenlernen. Dann findet nämlich ein Gottesdienst mit Gardisten der Schweizer Garde in der Pfarrei St. Peter und Paul statt. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zur persönlichen Begegnung mit den Gardisten.
  • Ebenfalls morgen Abend, 18. April, ab 19 Uhr, öffnet in der Pfarrei Guthirt die bekannte und beliebte Ding-Dong-Bar wieder ihre Türen. Die kleine feine Bar inklusive Glockengeläute alle 15 Minuten öffnet jeweils einmal im Monat ihre Tore. Wer die Möglichkeit zum Chillen im Glockenturm also diesmal verpasst, hat erst Mitte Mai wieder die Gelegenheit dazu.
  • Tanz im Abendgebet im Kloster Fahr ist mittlerweile eine etablierte und weithin bekannte Veranstaltung. Am Sonntag, 19. April, ab 16.30 Uhr wird die nächste öffentliche Vesper mit Tanz, Musik und Texten von Silja Walter gestaltet. Die letzte Aufführung der Reihe für dieses Jahr ist am 3. Mai.
  • Wer seinen Sonntag lieber gemütlich daheim verbringen möchte, dem empfehlen wir den Podcast Perspektiven. Dieser beschäftigt sich diesmal mit dem Thema KI und religiösem Fundamentalismus. Ab 8.30 Uhr kann auf der Onlineplattform von SRF auf die Folge zugegriffen werden, die unter anderem Fragen behandelt wie: Wo lauern Gefahren, etwa der Radikalisierung? Und wo kann KI nützlich sein?

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Unser «Grüss Gott Zürich» verabschiedet sich in die Frühlingsferien. Wir wünschen Ihnen eine gute, nicht zu politisch aufgeladene Zeit.


Ihre Saskia Richter

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Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen.

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