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Grüss Gott Zürich Durchhalten mit Zwischenhalten

Informationsbeauftragter des Generalvikariates
Arnold Landtwing

Schwerpunkte: Kommunikation Generalvikariat, Mitarbeitende in der Seelsorge, Beratung Pfarreien, pastorale Gremien. Katholischer Theologe und Mediator.

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Die vergangene Woche verbuche ich kommentarmässig unter «Zwischenhalten».
13. Dezember 2019 7 Kommentare

Die vergangene Woche verbuche ich kommentarmässig unter «Zwischenhalt» und beginne im Bundeshaus: Von der ominösen «Nacht der langen Messer» am Vorabend der Bundesratswahl blieb tags darauf höchstens noch ein stumpfer Zahnstocher übrig. Kurz: Weil man nicht an der Zauberformel rytzen wollte und überhaupt zu viele der Regula nicht grün waren, bleiben Parteivertretung wie Köpfe stabil. Da bleibt mir nur, den Wiedergewählten respektvoll zu gratulieren und ihnen einen bunten, fantasievollen Strauss an Lösungsideen für anstehende Fragen zu wünschen. Und ah, ja: das mit der Vereidigungszeremonie üben wir dann mit allen sieben noch einmal, auf dass jeder wisse, was wann mit den Händen zu tun sei. Als Katholiken haben wir nämlich ein Flair für feierliche Rituale. Und Oberministranten, die kompetent und dezent führen können.

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Zwischenhalt CVP: In den vergangenen Wochen hat die CVP gleich verschiedentlich für Aufsehen gesorgt. Zuerst einmal erreichte Viola Amherd bei ihrer Wiederwahl ein historisches Glanzresultat, das letztmals 1971 übertroffen wurde. Und dann ist es wieder mal ein Kreuz mit «C» im Namen der Partei. Fundiert wie anregend kommentiert Loris Fabrizio Mainardi im Journal21 und fragt sich, ob auffrischender Fahrtwind «in neue Richtungen verhelfen kann oder ob ein jetzt angestimmter Schwanengesang unweigerlich in jenen des Requiems übergeht.» Spannend bleibt es auf jeden Fall. Und am Schluss überzeugt Haltung mehr als ein Buchstabe.

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Zwischenhalt Bahnhofbrücke beim Central: Auch diesen Donnerstag harrte Seelsorgerin Veronika Jehle bei bissiger Kälte aus und wartete. Eine vorbeieilende junge Frau wirft mit strahlendem Lächeln eine Kusshand zu. Ein Passant serviert ihr heissen Kaffee und ein knuspriges Gipfeli. Ein Kirchgemeindepräsident nimmt sich spontan Zeit für ein kurzes Gespräch und solidarisiert sich mit den Anliegen. Da wirds Jehle warm ums Herz. Soll mir noch einmal einer die Aktion belächeln und behaupten, da geschehe nichts… Wärmer dürfte es Veronika Jehle allerdings im SRF-Radiostudio gewesen sein, als sie in der Sendung «Zwischenhalt» von Aufbrüchen in der Kirche erzählen konnte.

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Nur einen kurzen Zwischenhalt hat der Bischofs-Zwingli im Grossmünster gemacht, jetzt ist er nämlich wieder zurück bei den Katholiken. Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding hat die Figur kurzerhand ersteigert und wird sie im Garten des Centrum 66 am Hirschengraben aufstellen. Platz für einen richtigen Bischof hätten wir übrigens auch.

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Apropos Bischof: In der SRF-Weihnachtskomödie «Amen Saleikum – Fröhliche Weihnachten» kommt der Bischof von Chur nach Zürich, um hier aus Spargründen eine sanierungsbedürftige Kirche zu schliessen und dem weltlichen Gebrauch zuzuführen. Der Pfarrer wird zum Kämpfer wider Willen und die aus allen Nähten platzende Hinterhofmoschee gegenüber trägt das ihrige bei, dass innert kürzester Zeit die Kulturen aufeinanderprallen.
Die turbulente Komödie zeigt, dass Toleranz und Versöhnung nicht einfach zu haben sind, Konflikte jedoch auch gelöst werden können. Einzelne Szenen wurden in St. Katharina in Zürich-Affoltern gedreht. Der Film ist noch gut drei Wochen online verfügbar.

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Besinnliche Zwischenhalte gibt es am Samstag mit der Caritas-Aktion «Eine Million Sterne» auf der Josefwiese und am Sonntag am Bürkliplatz. Dort wird ab 16 Uhr das Friedenslicht erwartet, das ein Kind an der Geburtsgrotte von Betlehem entzündet hat. Dieses Licht wird in zahlreiche Länder gebracht und brennt über Weihnachten in vielen Kirchen und Wohnungen.

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m Hauptbahnhof ist die Bahnhofkirche gerade im Advent täglich für viele Menschen ein Ort, um zur Ruhe zu kommen. Eine Krippe mit Materialien aus dem KZ Auschwitz lädt dieses Jahr auf besondere Art zum Nachdenken ein.
 
Der 3. Adventssonntag heisst auch «Gaudete» - «Freuet euch!». Er bringt uns die Botschaft, dass Grosses passieren wird, dass wir jubeln sollen, weil es bald soweit ist. Darauf freue ich mich. Ich möchte doch erleben, wie Kollegin Veronika Jehle und mit ihr viele andere in Jubel ausbrechen, weil wirklich Grosses geschehen ist. Bis es soweit ist, begnüge ich mit einem bescheidenen «Juhuuu», denn ich nehme mit Freude zur Kenntnis, dass Raphael Rauch bei kath.ch neuer Redaktionsleiter wird.
 
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Gaudete-Sonntag mit viel Freude!
 
Arnold Landtwing
Informationsbeauftragter Generalvikariat

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Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen. 

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