Über uns

Wir feiern Ostern. Und die andern?

Informationsbeauftragter Synodalrat und stellvertretender Bereichsleiter
Aschi Rutz

Schwerpunkte: Verhältnis Kirche Staat, Kirchgemeinden, Jahresbericht und Mitarbeitenden-Magazin credo

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Die meisten von uns dürfen sich auf ein paar entspannte und sonnige Ostertage freuen. Nicht vergessen: Andere kämpfen um ihr Überleben.
14. April 2022

Die angehende Religionswissenschafterin Olivia Merz absolvierte bei uns auf der Kommunikationsstelle im März ein Praktikum. Unter anderem realisierte sie Video-Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Weltreligionen. Fazit: Wer über den eigenen Tellerrand des Christentums schaut, erkennt die Vielfalt der Zürcher Religionsgemeinschaft. In einem der Videos spannt der Diakon der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche in Zürich den Bogen wieder zurück zum Christentum und spricht über die Bedeutung der Orthodoxie und deren lange Geschichte in Zürich.

 

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Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine treibt nicht nur einen Keil in die orthodoxe Kirche, sondern hinterlässt grosses Leid. Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer, aber auch russische Soldaten wird sich Ostern 2022 anders anfühlen als in anderen Jahren. Wer kann schon angesichts der erbitterten Auseinandersetzung und den Kampf ums Überleben «den Sieg des Lebens über den Tod» feiern?

Über 30‘000 ukrainische Flüchtlinge sind bereits in der Schweiz und die Solidarität mit ihnen ist gross. So sind in Zürich Schwester Ariane und Pfarrer Karl Wolf mit ihrem Verein Incontro auch für diese Menschen auf Zürichs Strassen und bieten ihnen Essen an. Und im Pfarrhaus der katholischen Kirche Wallisellen wohnen seit gut zwei Wochen Geflüchtete aus drei Generationen. Zwei Beispiele unter vielen. Es braucht uns alle, um Flüchtlinge zu begleiten und ihnen eine Bleibe zu organisieren. Über Ostern hinaus.

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Der Krieg in der Ukraine verdrängt die unzähligen Flüchtlings-Dramen an den Aussengrenzen Europas. Der Jesuit Christoph Albrecht mahnt, diese Opfer von Armut, Sexismus und Gewalt nicht zu vergessen. Er appelliert an die Pfarreien, sich mit der Aktion «Beim Namen nennen» für eine menschlichere Flüchtlingspolitik - für alle - einzusetzen. Diese Aktion, die in Zürich bereits dreimal stattgefunden hat, will der inzwischen über 45'000 an den Grenzen Europas umgekommenen Menschen gedenken. Das Netzwerk «United for Intercultural Action» versucht, sämtliche Gewalt-Opfer zu dokumentieren und Ohnmachtsgefühlen Gesten der Hoffnung entgegensetzen.

 

Mit Ohnmachts- und Schuldgefühlen befasst sich auch der aktuelle Podcast «Gott und Filterkaffee». Wie man Seele und Herz von dieser Last befreien kann, erzählen uns Menschen wie die beeindruckende Äthiopierin Sarah Aduse, Pater Martin Werlen und die Zenmeisterin Anna Gamma.

 

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Dramen der Ungerechtigkeit gibt es viele. Zu sehen sind diese zurzeit in der Ausstellung «Alltagsheilige» des Künstlers Daniel Lienhard in der Zürcher Predigerkirche. In seinen Bildern porträtiert er «Alltagsheilige» wie zum Beispiel die Verpackerin, den Expresspostbote oder die 24-Stunden-Pflegerin. Er tut dies, damit wir all diese Menschen mal sehen, die für uns den Dreck machen. Damit wir sie nicht nur sehen, sondern auch ansehen und das würdigen, was sie für uns tun. «Jemandem, den ich ansehe, verleihe ich Ansehen», sagte Lienhard an der Vernissage. Was wären wir ohne all die Heiligen im Alltag, gerade in der Osterzeit.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen des gesamten Kommunikationsteams schöne Ostertage und grüsse herzlich

Aschi Rutz

PS: Auch wir machen eine Osterpause. Der nächste Newsletter erreicht Sie morgen in drei Wochen wieder.

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Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen.

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