Asche und Staub
Wie frei sind wir in der Gestaltung unseres Lebens auch an dessen Ende? Wie selbstbestimmt darf ein Mensch sterben? Diese Frage beschäftigte aktuell das Kantonsparlament Zürich. In der Schweiz gibt es bisher keine einheitliche Regelung zur Sterbehilfe. In Zürich ist der begleitete Suizid in staatlich geführten Heimen und Institutionen erlaubt. In privaten Institutionen, wozu auch kirchlich geführte Heime zählen, bleiben Sterbehilfsorganisationen wie Exit oder Dignitas der Zutritt aktuell verwehrt.
Der Kantonsrat möchte dies nun ändern und Selbstbestimmung in allen Heimen zulassen. Denn die meisten Parlamentarier gewichten Autonomie in allen Lebensbereichen höher als einen staatlichen Eingriff.
Die Meinungen zum Thema gehen weit auseinander. Es gibt manigfaltige Aspekte zu berücksichtigen, Werte und Fakten abzuwägen. Eines fällt jedoch auf, es gibt sehr viele Stimmen, die sich zur Lockerung der Regeln der Sterbehilfe äussern, die der Kirche bleibt jedoch relativ leise, wenn nicht sogar stumm. Gerade bei diesem Thema wäre es wünschenswert, wenn sich die Kirche positionieren würde und klar, transparent und glaubwürdig für ihre Werte einsteht.

«Zukunft säen» ist das Motto der diesjährigen ökumenischen Fastenkampagne von Fastenaktion und HEKS. Eine Besonderheit 2026, das Bistum Chur beteiligt sich im Rahmen des Bistumsjahres aktiv an der Kampagne. Mit drei speziellen Anlässen in Zürich, Chur und Einsiedeln wird das Motto «hören – handeln – hoffen» greifbar gemacht.
Bei der Zürcher Impulsveranstaltung am 20. Februar ab 18:30 Uhr in der Paulus Akademie können Interessierte mit dem Bischof in Austausch über ein konkretes Projekt in Kenia gehen.
Persönlich fände ich es zukunftsweisend, wenn künftig beispielswiese auch einmal afrikanische Start-Ups oder Kunst- und Kulturprojekte unterstützt würden. Denn auch in diesen Bereichen hat der Kontinent viel zu bieten. Und auch das würde genauso zu einer verbesserten Zukunft beitragen wie Brunnen, Schulen, Unterstützung in der Landwirtschaft und vieles mehr. Afrika hat mit vielen hochqualifizierten und vor allem jungen Menschen viel Potenzial. Klar gibt es auch viel Armut, aber die gibt es bei uns in Zürich ebenfalls. Nur steht diese nicht permanent im Vordergrund und prägt das Bild äusserst einseitig, wie diejenige in Afrika und anderen Kontinenten.
Eine Institution, die sich tagtäglich mit der Armut vor unserer Haustür beschäftig, ist die Caritas. Seit Januar hat die Regionalstelle Zürich ein neues Projekt initiiert, das armutsbetroffenen Personen bei der Wohnungssuche unterstützt.
Gerade in Zürich, wo die Mietpreise in den letzten Jahren regelrecht explodiert sind, ist es für viele Menschen mit geringen finanziellen Mitteln besonders schwierig, geeigneten und bezahlbaren Wohnraum zu finden.
In Altstetten und Oerlikon wird Menschen mit wenig Geld niederschwellig bei der Wohnungssuche geholfen, indem sie beispielsweise Tipps zur Suche nach einer passenden Wohnung erhalten oder bei der Bewerbung unterstützt werden.
Nach der 2023 veröffentlichten Pilotstudie zum sexuellen Missbrauch im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz war klar: Worte allein reichen jetzt nicht mehr, wir müssen handeln. Als eine zentrale Massnahme wurde die psychologische Eignungsabklärung für zukünftige Seelsorgende eingeführt.
Per 31. März 2025 haben die Schweizer Bischöfe ein mehrstufiges Assessment verbindlich beschlossen. Seitdem durchlaufen Priesteramtskandidaten sowie angehende Seelsorgerinnen und Seelsorger das Verfahren standardmässig. Anfang Woche wurde nun mitgeteilt, dass diese psychologischen Assessments nach erfolgreicher Pilotphase dauerhaft weitergeführt werden. Bleibt zu hoffen, dass auch, falls nötig, entsprechende Konsequenzen gezogen werden.

Leben ist Veränderung. Gewohnheiten und Werte sollten immer wieder überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Kirche St. Peter und Paul in Winterthur lebt dies ganz praktisch und richtet eine Jahrhunderte alte Tradition neu aus.
Am Aschermittwoch wagt die Pfarrei einen Schritt nach draussen und bietet Passantinnen und Passanten vor der Kirche, mitten im städtischen Alltag, die Möglichkeit, das Aschenkreuz zu empfangen. Die Idee zu «Aschenkreuz to go» kam Seelsorger Jan Bergauer bei einem Besuch der Citypastoral in Essen (D), wo das Aschenkreuz in der belebten Fussgängerzone in der Innenstadt ausgeteilt wurde.
So stelle ich mir gelebte Kirche vor, mitten unter den Menschen.

Bevor wir uns mit dem Newsletter in die Ferien verabschieden, möchte ich noch auf die Angebote der Jugendseelsorge zur Fastenzeit hinweisen. Ein wöchentlicher Blogbeitrag gibt spirituelle Impulse, die zum Nachdenken anregen. Wer diese Zeit der Einkehr und Besinnung eher in Gemeinschaft erleben möchte, dem empfehlen wir das gemeinsame Mittagsgebet mit Fastensuppe mittwochs ab 12:15 Uhr.
Ich wünsche Ihnen eine achtsame und bewusste Zeit.
Ihre Saskia Richter

Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen.
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