Grüss Gott Eine Zeit zum Schweigen
Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben,
eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreissen der Pflanzen,
eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen,
eine Zeit zum Niederreissen und eine Zeit zum Bauen,
eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen,
eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;
eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln,
eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren,
eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,
eine Zeit zum Zerreissen und eine Zeit zum Zusammennähen,
eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,
eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen,
eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.
Aus: Kohelet 3, 1-8
Das alttestamentliche Buch Kohelet erklärt uns, dass es für jedes Geschehen auf Erden eine bestimmte Zeit gibt.
Manchmal müssen wir jedoch erleben, dass sich diese Zeiten sehr schnell verändern können. Die Silvesternacht in Crans-Montana bleibt uns allen als Einschnitt in Erinnerung, als ein Stillstehen in Raum und Zeit.
Die Passage aus Kohelet kam mir am Morgen des Neujahrstags in den Sinn, als ich die furchtbaren Nachrichten aus Crans-Montana vernahm. Hier verwandelte sich eine Nacht der Freude und des Lachens im Handumdrehen in einen Moment des Schreckens, des Unvorstellbaren, das wir nicht verstehen und nicht einordnen können.
Wir alle - und auch ich selbst - bleiben mit den vielen Opfern und ihren Angehörigen in Trauer, im Schweigen und im Gebet verbunden. Wir tragen die Zuversicht des neugeborenen Kindes, unseren Erlöser Jesus Christus, im Herzen. Möge das Licht des Erlösers allen Menschen in der Dunkelheit der Trauer leuchten.

«Papst Leo XIV bittet den Herrn, die Verstorbenen in seiner Wohnstätte des Friedens und des Lichts aufzunehmen und den Mut derer zu stärken, die in ihrem Herzen oder an ihrem Körper leiden. Möge die Mutter Gottes in ihrer Zärtlichkeit allen von diesem Drama betroffenen Menschen den Trost des Glaubens schenken und sie in der Hoffnung bewahren.»

Auch das für den nationalen Trauertag vorgeschlagene Gebet bewegt mich tief. Ich danke den Brüdern und Schwestern der Reformierten Kirche des Waadtlands für diesen Gebetstext. Sie finden ihn auch auf unserer Homepage. Ich lade Sie alle ein, mit mir heute dieses Gebet zu sprechen.
Ich selber werde heute um 14 Uhr an dem offiziellen Traueranlass der Stadt Zürich im Münsterhof teilnehmen, zusammen mit Vertretern der Stadt und anderen Religionsgemeinschaften.
Am Abend feiere ich in der Liebfrauenkirche um 18.15 Uhr einen Gedenkgottesdienst für die Opfer und ihre Angehörigen.

Bereits jetzt danke ich allen Pfarreien, allen Seelsorgenden und insbesondere jenen der Spitalseelsorge, die seit dem Unglück rund um die Uhr im Einsatz stehen und sofort Hilfe für die Betroffenen organisiert haben.
Es wird viel Zeit brauchen, bis die Wunden dieses Unglücks geheilt sind. Manche Narben werden für immer zurückbleiben. Aber der gegenseitige Trost und die gemeinsame Hoffnung, lindern den Schmerz.
Stehen wir zusammen – beten wir zusammen.
Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen.
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Ich freue mich immer auf den aktuellen Newsletter, aber dieser lies mich ratlos zurück!
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Aber, mir fehlt eine entscheidende „Zutat“, mir fehlt die Wärme in Ihren Ausführungen.
Ich kann sie auch nach mehrmaligem Lesen nicht finden und das ist schade.
Auch fehlt mir der „grüssende Abschluss“ an die Leserschaft.
Ein persönliches Wort, ein Gruss, oder einfach eine menschliche Äusserung würden den Newsletter „abrunden“, gerade auch bei einem so tragischen Anlass.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und grüsse Sie freundlich,
Andrea Katharina Kiefer-Meier
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