Über uns

Dies, das, Ananas

Informationsbeauftragter des Generalvikariates
Arnold Landtwing

Schwerpunkte: Kommunikation Generalvikariat, Mitarbeitende in der Seelsorge, Beratung Pfarreien, pastorale Gremien. Katholischer Theologe und Mediator.

Die Gebete und Kritiken wurden erhört und so habe ich den heutigen «Grüss Gott Zürich-Griffel» so richtig katholisch gespitzt, also weltumspannend.
01. Juli 2022

Das weltkirchliche Allerlei unter dem Motto «Dies, das, Ananas» führt uns zuerst ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo Karrieren vom Tellerwäscher bis zum Millionär möglich sind. Wer es geschafft hat und gelangweilt nach dem ultimativen Kick sucht, um seine Kohle rauszuwerfen, leistet sich eine Begegnung oder ein Nachtessen mit einem Star. Das kostet zwar eine Stange Geld, ergibt keinen Sinn, aber immerhin ein Selfie mit dem Promi. Für 50«000 Dollar, dem umgerechneten Jahreslohn meiner Coiffeuse, gibts jetzt ein «Kardinal Pell Paket» mit VIP-Dinner. Immerhin sind zwei Gäste inbegriffen. Günstiger fährt, wer sich mit dem «Kardinal Sarah Paket» bescheidet: Für 20»000 Dollar gibt’s ein Meet&Greet, nachzulesen hier.
 

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Wechseln wir in die ewige Stadt, genauer: in den Vatikan. Diese Woche hat der Leiter des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, im Vatikan das neue Logo für das Heilige Jahr 2025 vorgestellt. Das farbenfrohe Logo leuchtet wie ein Regenbogen und zeigt vier Menschen, die sich als Zeichen «für Solidarität und Geschwisterlichkeit» umarmen. Geht doch! Hmmm, war da nicht kürzlich was mit Regenbogen, Solidarität und Umarmungen…? Verweilen wir aber im Süden, denn da haben Lara Frasconi und Andrea Ricci aus Münsingen BE am Weltfamilientreffen in Rom teilgenommen. Sie waren beeindruckt, mit welcher Offenheit Familien aus aller Welt aus ihrem Alltag, von ihren Sorgen, Fremdgehen, Spielsucht und Schicksalen berichteten. Eva Meienberg hat mit den Delegierten der Schweiz gesprochen. Das Interview ist hier nachzulesen.
 
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Lug, Trug und Spielsucht kommen nicht nur in besten Familien vor, sondern auch im Pfarrhaus – und damit sind wir kurz zurück in der Innerschweiz. Diese Woche ist der ehemalige Pfarrer von Küssnacht a.R. zu einer halbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Dies berichtet auch der Blick. Die wegen der Spielsucht des Pfarrers aufgelaufene Deliktsumme beträgt über 60 «Kardinal Pell Pakete». Wenn sich ein Pfarrer etwas zu Schulden kommen lässt, ist schnell vom «gefallenen» Pfarrer die Rede. Dass dieser Beruf durchaus reale Gefahren aufweist, zeigt der Unfall, als vor ein paar Jahren ein Pfarrer am Zürichsee vom Kirchenvordach gefallen ist, oder der Umfall, bei dem Patriarch Kyrill auf dem Weihwasser ausrutscht.
 

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Da leuchten die Augen des Numismatikers, wenn der Vatikan einen neuen Münzensatz herausgibt. So geschehen vor Kurzem. In polierter Platte gibt’s die Euromünzen 1 Cent bis 2 Euro mit Jahrgang 2022. Als Glanzpunkt erstrahlt eine 20-Euro Gedenkmünze in Silber. Gewidmet ist letztere dem Impfen, dessen Notwendigkeit Papst Franziskus ein grosses Anliegen war und ist. Aus gut informierten Kreisen in der Schweiz höre ich jetzt, dass Papst Franziskus mit diesem Münzsatz Impfgegner so in die Sätze bringt, dass sie Sätze zu Papier bringen und den Kirchenaustritt erklären. Der Papst tritt für die Impfung ein, andere treten deswegen aus der Kirche aus.
 
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Wenn wir schon beim Thema Kirchenaustritt sind: Hand aufs Herz, wissen Sie, wie viele Katholikinnen und Katholiken es im Kanton Zürich gibt? Rund 370«000. Und jetzt stellen Sie sich vor, alle treten innerhalb eines Jahres aus der Kirche aus. Umfangmässig ist dies ziemlich genau so geschehen in Deutschland. 359»338 Austritte bedeuten Rekord. Dies melden die Bischöfe – und gleichzeitig eine Erholung bei den Sakramenten. Eine abenteuerliche Kombination von statistischen Fakten, von der ich mich dann gleich mal erholen musste. Bischof Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, analysierte, dass immer mehr Engagierte der Kirche den Rücken kehren. Remedur schaffen will er, indem die Kirche neu erklären müsse, was sie tue. Moooment! Erklären? Wem? Den ehemals Engagierten, die sich jetzt vom Acker machen? Oder müssten die Verantwortlichen nicht vielmehr erklären, was sie bei Missbrauchsfällen eben nicht getan haben und echte Verantwortung dafür übernehmen?
 
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Verantwortung übernehmen und sich erklären muss wohl auch bald einmal Erzbischof Wolfgang Haas im benachbarten Ländle. Unter dem Titel «Kirchen- und Justizaffäre überschattet Erzbistum Vaduz» berichtete die Rundschau diese Woche über ein eingestelltes Verfahren gegen einen Priester. Pikant: Haas hat den Kandidaten zum Priester geweiht, obwohl das Bistum Limburg ihm wegen «mangelnder Reife» die Weihe verweigert hatte. Chantal Goetz ist Geschäftsführerin der Fidel-Götz-Stiftung in Liechtenstein und Managing Director von «Voices of Faith. Sie wirft Kirche und Staat schwere Versäumnisse vor und die Präventionsfachfrau des Bistums Chur, Karin Iten, analysiert das nach wie vor im Internet aufgeschaltete Verteidigungs-Video des Priesters als «Schlag ins Gesicht» der betroffenen Opfer-Familie.
 

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Und sie bewegt sich doch! Nach diesem Rundumblick gibt es noch aus Zürich Positives zu kommentieren. Zum Beispiel die Maturaarbeit von Mara Spillmann. Die junge Frau hat in Indien gelebt und untersucht, wie sich der Hinduismus auf die soziale Stellung der Frau auswirkt. Das Interview sowie einen Link zur Arbeit gibt es hier. Von den rund 2500 Maturaarbeiten im Kanton hat sie sich unter den 54 besten den Publikumspreis geholt. Wir gratulieren der Maturandin des Gymnasiums Sumatra der Freien Katholischen Schulen Zürich zu diesem Erfolg!
Und: Am Donnerstag hat die Synode bei der Revision der Kirchenordnung entschieden, dass künftig neu jedes Mitglied des Seelsorgekapitels als Vertretung zur Wahl in den Synodalrat vorgeschlagen werden kann. Bisher war dies Klerikern vorbehalten. Damit ist der Weg frei, auch für ungeweihte Seelsorger und Seelsorgerinnen, Religionspädagogen und -pädagoginnen.
 
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Als Mönch Martin Werlen noch Abt in Einsiedeln war, begrüsste er bei einer Wallfahrt die Zürcher: «Wenn ich jemandem sagen müsste, was lebendige Kirche ist, dann würde ich ihm raten, an die Wallfahrt der Zürcher zu kommen. Hier erlebt man sie.» Also dann, Erbsen in die Schuhe, fertig, los… und bis am Samstag bei der Wallfahrt nach Einsiedeln!
 
Ich wünsche Ihnen ein erholsames und gesegnetes Wochenende!

Arnold Landtwing
Informationsbeauftragter Generalvikariat


Und bevor ein Gewitter an Kommentaren sich über meinem Haupt entlädt hier noch 33 Fakten zum Thema Gewitter.
 
 

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Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen.

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