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Schwarz Weiss

Informationsbeauftragte Synodalrat
Kerstin Lenz

Schwerpunkte: Online-Kommunikation, Publikumsanlässe und Events

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Eine heisse Diskussion am Tisch (das eine oder andere Glas Wein involviert), es ging um ein an der Bushaltestelle abgestelltes Trotti, das vor dem Asylbewerberheim wieder auftauchte.
11. Juni 2020

Es wird emotional und schon kommt der Vorwurf des Schwarz-Weiss-Denkens.

Schwarz und weiss bestimmten auch diese Woche die Nachrichten – nicht nur wenn es um die verstörenden Berichte zu den Unruhen in den USA ging. Auch hier bei uns regten sich die „People of Colour“, machten ihre Erlebnisse publik. Grund genug nachzufragen: Wie sieht es mit Rassismus im eigenen Haus, in der Kirche aus? Oscar Tassé ist Priester aus Kamerun und beschreibt Rassisten so: „Sie wollen auf die Hautfarbe schauen. Aber wir sind doch eine Kirche.“ Françoise Tsuongui leitet die sechs Caritas Second-Hand Läden und lernte: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Markus 12,31). Als Kind wurde sie als „Mohrenkopf!“ beschimpft.

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Mohrenkopf! Was ist dieses Wort für Sie? Eine schwarz-weisse, süsse Verführung, die eben so heisst? Oder ein diskriminierender, rassistischer Name? Schon wieder Zeit für eine heisse Diskussion, die in diesen Tagen Grossverteiler beschäftigte.

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Schwarz-weiss-Denken prallt auch in der Causa Kopp aufeinander: Die Churer Bistumsleitung setzte im März den Delegierten des Apostolischen Administrators für die Urschweiz ab. Sie warf Martin Kopp Illoyalität vor, weil er eine andere Haltung als die des Bischofsrast vertritt – und diese auch in den Medien kundgetan hatte. Katholische Theologinnen und Theologen wollen diesen Rauswurf nicht unkommentiert lassen und pilgern ab morgen in Etappen von Zürich nach Chur: „Im Rucksack das grosse und gewichtige Anliegen, dass ein Mensch gefunden werden kann, der in der Lage ist, das Bistum von Chur geistlich und menschlich zu leiten“, schreiben sie im Hinblick auf die mittlerweile seit drei Jahren offene Wahl eines neuen Bischofs. Wir begleiten die Pilgerreise in den Sozialen Medien in den nächsten Tagen. Auf der Homepage „Vielstimmig Kirche sein“ äussern sich verschiedenste Personen zum Thema, zum Beispiel der Zürcher Seelsorger Bernd Kopp. Er sagt: „Wenn der Missbrauch von Macht legal möglich ist, wie hier im Fall von Martin Kopp, sind die gesamten Strukturen faul.“ 

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Auch in der Partnerschaft knallen zuweilen die Gegensätze – schwarz und weiss – aufeinander. Über Gleichberechtigung spricht forum-Chefredaktor Thomas Binotto mit der Soziologin Katja Rost von der Uni Zürich im neu lancierten Podcast „ohne Punkt und Komma“.  Man fühlt sich bestätigt, ertappt – alles in allem gut unterhalten. Es soll ja viel Regen geben an diesem Wochenende, dann ist Zeit zum gut Zuhören!

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Schluss mit der Schwarz-Weiss-Malerei! Wir begeben uns jetzt auf eine musikalische Reise nach Innen, auf eine Meditation mit Cluster-Gesang des Gregorius-Chors der Pfarrei Herz-Jesu in Zürich Wiedikon. Mit dabei: eine Shakuhachi (Zenflöte), ein Gamben-Ensemble und die Musik von Kantor Bardia Charaf. Einfach mal fallenlassen und eintauchen in Musik und Bild – dankbar für diese schönen Klänge, die uns frisch ab Produktion erreichten und die wir natürlich noch so gern teilen.

Damit schicke ich Sie tiefenentspannt in Richtung gesegneten Sonntag.

Herzlich Kerstin Lenz

 

 

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Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen.