Über uns

Alltag im Sommer

Informationsbeauftragte Synodalrat
Kerstin Lenz

Schwerpunkte: Online-Kommunikation, Publikumsanlässe und Events

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Manchmal bringt mich der Alltag zum Verzweifeln: Handy, Maske, Portemonnaie, Schlüsselbund – alles dabei? Leider nein.
02. Juli 2021

Verlasse ich derzeit die Wohnung, was ja wieder deutlich häufiger geschieht, fehlt garantiert einer der genannten Essentials. Und ich verspäte mich, verpasse Züge, verlaufe mich, bitte um eine Maske und fluche über mich selber. Wie kann es sein, dass mir diese scheinbar einfachen Dinge des Lebens derzeit so schwerfallen?  

«Wenn Du Reis zählst, kannst Du auch Dein Leben bewältigen.» Die Schlagzeile eines Blogs bei Reflab lässt mich aufhorchen und staunen: eine Packung Reiskörner zählen und dann schaffe ich den Alltag? 1 Glas Wasser über eine Stunde lang bewusst trinken? Allein der Gedanke an solche Herausforderungen lassen mich innerlich schaudern. Da pfeife ich doch auf das vergessene Handy samt ach so freundlichem Kommentar meiner Teenager-Tochter: «Du bist so eine Seniorin!» Pah! Ich bin ja sowas von gelassen.

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Wirklich zum Verzweifeln finden den Alltag aus dem Gefängnis entlassene Männer und Frauen. Wohnungs- und Arbeitssuche, den Kontakt zu Familie und Freundeskreis neu aufbauen, ein Leben ohne Delikte und ohne Unterstützung überfordern die meisten. Hier hilft der katholische Seelsorger Beat Röösli beim Programm «Comeback» der Landeskirchen oft den Menschen, die die Seelsorgenden schon bei ihren Besuchen hinter Gittern kennengelernt haben. Er trifft die Haftentlassenen regelmässig in der Streetchurch.  

Gefängnisseeslorger Beat Röösli
Gefängnisseeslorger Beat Röösli

 

TeleZüri hat den Seelsorger begleitet, der sagt: «Wir halten die Beziehung und wissen, dass ein Gefängnisaufenthalt den meisten Menschen grundsätzlich schadet.»

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Im Alltag den eigenen Glauben mit Handy-Fotos zu dokumentieren, kann ein spirituelles Abenteuer sein. Auf dieses eingelassen haben sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs «Geistes-Blitzlichter» von der Fachstelle für Religionspädagogik und 130 Fotos eingereicht. Eine Ausstellung in der Paulus Akademie Zürich, die noch bis zum 9. Juli läuft, zeigt die Bilder. Eines der Siegerbilder ist von Antoinette und Ernst Gysin und heisst: «Zu mir oder zu dir?»

 

Wettbewerbsbild
Wettbewerbsbild

Dem Alltag herrlich entfliehen kann man mit einem Besuch bei den Schwestern im Kloster Fahr. «Der Garten, die Küche und das Herz der Nonne sind voll singenden Feuers», schrieb die dichtende Fahrer Nonne Silja Walter. Das trifft sowohl auf den neuen Laudato-Si-Garten im ehemaligen Schulgarten zu wie auch auf die Novizin Judith Samson, die den Garten entwickelt und geplant hat. Diesen zieren neben verschiedensten dekorativen und nützlichen Pflanzen auch Tafeln mit Gedichten von Silja Walter. «Diese laden ein, das Wunder der Schöpfung wahrzunehmen und darin auch ihren Schöpfer und seine Liebe zu uns.», so schreibt Judith Samson auf unserer Homepage. «Denn für uns alle hat er ja diese Vielfalt geschaffen. Und gleichzeitig hat er uns den Auftrag gegeben, sie zu bewahren.»

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Vom Alltag im Sommer zum Abend mit Sommer: Ob Goalie Yann Sommer heute wieder für einen gehörigen Schub Adrenalin sorgt? Fussball-EM als Flucht aus dem Alltag. Geht auch. Aber nachher beim schnellen Einkauf bloss nicht Bier und Chips vergessen…Falls das passiert, hilft dann wieder einmal Silja Walter, die extra für mich und viel andere, zuweilen vom Alltag überforderte Menschen gedichtet hat:

„Ist hinter allen Dingen, die scheinbar nicht gelingen, doch einer, der mich liebt.“

Ich atme auf und wünsche allen einen gesegneten Sommer-Sonntag, herzlich Kerstin Lenz

 

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Der Inhalt dieses Newsletters gibt die persönliche Meinung des Autors oder der Autorin wieder. Diese muss nicht in jedem Fall der Meinung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich entsprechen.