Kirche aktuell

Bischof kommuniziert nicht eindeutig und verbindlich

Bischof kommuniziert nicht eindeutig und verbindlich
Kathedrale Chur.Foto: Barbara Ludwig kath.ch
Vor zwei Jahren kündete Bischof Vitus Huonder die Verlängerung seiner Amtszeit an und teilte mit, dass auf Ostern 2019 seine Demission angenommen sei. Am Ostermontag folgte die Mitteilung, er bleibe noch weiter im Amt.
23. April 2019 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

Mit einem knappen Communiqué, von dem die innerkirchlichen Kommunikationsstellen von den Medien erfuhren, gab die Churer Bistumsleitung am Ostermontag bekannt, Bischof Vitus Huonder und die Bistumsleitung blieben im Amt, bis die Nachfolge des Bischofs geregelt sei. «Aus diesem Grund ist der Termin, an dem die Amtszeit von Bischof Vitus Huonder als Bischof von Chur endet, noch nicht bekannt.»

Vor zwei Jahren schrieb der Bischof in einem Brief an alle Seelsorgenden seine beim Papst eingereichte Demission sei «nunc pro tunc» («nun für dann») angenommen werde und er präzisierte «dann» sei Ostern 2019. Ergänzend fügte er hinzu: «Diese Entscheidung des Papstes entspricht dem Vorgehen wie es seitens des apostolischen Stuhls auch gewählt wurde im Falle meines Vorgängers, Bischof Amédée Grab. Er blieb bis zur Vollendung seines 77. Lebensjahrs im Amt und wirkte danach bis zu meiner Amtsübernahme als Apostolische Administrator.»

Dass an Ostern keine klare und verlässliche Antwort zur Frage des Vorgehens der Neubesetzung im Bistum Chur erfolgte, irritiert und lässt einmal mehr viele Fragen offen.

Für Offizial und Kirchenrechtler Joseph Bonnemain, der selber Mitglied im Bischofsrat und im Domkapitel ist, sind die Aussagen der Bistumsleitung von 2017«offensichtlich nicht eindeutig und verbindlich zu verstehen.»

Die zeitlich unverbindlich in der Schwebe gehaltene Verlängerung der zweijährigen Verlängerung der Amtszeit Bischof Huonders schafft wenig Vertrauen und wirft Fragen auf. Leider schweigt auch der für die Nachfolgeregelung zuständige Nuntius, der versprochen hatte, dass in Chur zum ersten Mal seit 50 Jahren ein ordentliches Wahlverfahren durchgeführt werden solle.

Auf die verschiedenen Ungereimtheiten angesprochen, meint Joseph Bonnemain: «Man kann vermuten, dass aufgrund der Komplexität der Situation im Bistum Chur eine gute Lösung noch mehr Zeit braucht. Offensichtlich konnte sich Papst Franziskus bis Ostern nicht durchringen, den abtretenden Bischof oder jemanden anders zum Apostolischen Administrator zu ernennen, sonst hätte er dies getan.»