Kirche aktuell

Punkt. Amen. Gleichberechtigung

Auch die Kirchenfrauen streiken – angeführt von einer Arbeitsgruppe, in der neben der IG Feministische Theologinnen und der Zeitschrift Fama auch der Schweizerische Katholische Frauenbund dabei ist. Erkennbar am pinken Punkt demonstrieren die Frauen mit beim nationalen Frauenstreik.
29. Mai 2019 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

Überall in der Schweiz läuten am 14. Juni die Kirchenglocken: Um 11 Uhr als Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Um 15.30 Uhr zum Einläuten des eigentlichen Streiks – jetzt hätten Frauen Feierabend, wenn sie für ihren Lohn nicht länger arbeiten müssten als Männer. Am Wochenende dann tragen in der Kirche engagierte Frauen den Streik in ihre Pfarreien und Kirchgemeinden.

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Kathrin Winzeler vom Schweizerischen katholischen Frauenbund SKF organisiert und koordiniert in diesen Tagen die schweizweiten Aktionen der Kirchenfrauen.

 

Warum bekommen die Anliegen der Frauen derzeit so einen Schwung?

Für uns waren die Frauenthemen natürlich immer präsent – hatten aber keinen grossen Nachhall in der Öffentlichkeit. Nun stehen schon seit ungefähr einem Jahr Frauenfragen stärker im Zentrum, natürlich auch im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen. Es gab viel Druck auf die Amtskirche.

Das neue Interesse für Frauenthemen in der breiteren Öffentlichkeit ist für uns eine sehr positive Entwicklung. So ist es im Moment zum Beispiel unglaublich leicht, in die Medien zu kommen. Die Symbole wie die rosafarbigen Mitren kommen einfach gut an.

So weit wie jetzt, sind Kirchenfrauen aus meiner Sicht noch nie gegangen. Es herrscht ein ganz anderer Stil – frech und provokativ. Das war wahrscheinlich nur in den 70er Jahren ähnlich.

Wie laufen die Planungen?

Wir rufen auf, mitzumachen und veröffentlichen alle Veranstaltungen bei uns, die uns gemeldet werden. Alle Aktionen laufen aber sehr dezentral. Viele Frauen vor Ort denken sich etwas aus, lassen sich inspirieren. Es ist unglaublich vielfältig, was hier zusammenkommt. Manche Landeskirchen machen mit, aber auch die Frauengemeinschaften in den Pfarreien.  

Es ist zu spüren, dass die Frauen mit viel Freude dabei sind, zum Beispiel werden rosarote Kaugummis verteilt, auf denen steht: „Runterschlucken macht Bauchweh“ oder „Daran kauen wir schon lang herum“. Diese spielerischen Elemente machen viel Spass.

Was erhoffen Sie sich vom Kirchenstreik?

Wichtig ist wirklich, das Thema in der breiten Öffentlichkeit zu platzieren. Alle arbeiten zusammen.

Wenn es nach dem 14. Juni wirklich weitergeht mit der Vernetzung und viele dranbleiben, dann habe ich Hoffnung, dass sich etwas ändert. Aber grundsätzlich sind wir sehr zufrieden, wie es derzeit läuft. Auf alles Weitere schauen wir dann nach der Aktion vom 14. Juni.

Welche Reaktionen erwarten Sie?

Wir haben keine ganz konkreten Forderungen gestellt. Wichtig ist, dass das Thema präsent bleibt. Die Gleichberechtigung der Frau in der Kirche steht nach wie vor im Fokus. Die Anliegen prallen aber auf ein Gebilde, das sehr unbeweglich ist. Es gibt keinen wirklichen Hebel, dort anzusetzen. Wie weit sich die Kirche dann bewegen wird, steht komplett in den Sternen. Neben dem Frauen*KirchenStreik finden auch Aktionen in Deutschland und Österreich statt, so dass wir in der Schweiz nicht ganz alleine dastehen mit unseren Anliegen.

Wir erwarten auf jeden Fall Gespräche auf Schweizer Ebene – zum Beispiel mit der Bischofskonferenz. Und wir sind zuversichtlich, dass sich die Landeskirchen dem Thema annehmen.

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