Kirche aktuell

Abstimmung vom 15. Mai Klimaschutz – aus gemeinsamer Sorge

Synodalrat, Soziales und Ökologie
Daniel Otth

Zuständig für das Thema "Nachhaltigkeit in der Kirche", für die Caritas Zürich, die Lehrlingsseelsorge "kabel", die Dargebotene Hand, die Fachstelle für Arbeitslosigkeit und die Paarberatung

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Am kommenden Wochenende stimmt die Zürcher Bevölkerung über den Klimaschutzartikel ab. Synodalrat Daniel Otth ist überzeugt, dass dieser etwas bewegen kann.
10. Mai 2022

Klimaschutz – aus gemeinsamer Sorge

Als Synodalrat und Ressortverantwortlicher für Soziales und Ökologie bin ich sehr besorgt um die Auswirkungen des Klimawandels. Immer greifbarer müssen wir feststellen, was der Klimawandel in der Schweiz und auf der Welt bedeutet: extreme Wetterereignisse mit grossen Folgeschäden für Lebensraum und Nahrungsmittel, der Verlust der natürlichen Vielfalt und damit einhergehend auch lebensnotwendiger Dienstleistungen des Ökosystems, z.B. das Bestäuben von Obstblüten durch Insekten.

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Zudem besteht ein besonderes globales, aber auch generationenübergreifendes Ungleichwicht. Denn Menschen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, werden in besonderem Masse davon betroffen sein. Viele Menschen können sich die überlebenswichtigen Anpassungen an neue klimatische Bedingungen nicht leisten – sie verlieren ihre Lebensgrundlage, ihre Heimat und Zukunftsperspektive.

Papst Franziskus ruft uns in seiner Enzyklika Laudato si von 2015 in Erinnerung, dass es einen Zusammenhang zwischen ökologischer und sozialer Gerechtigkeit gibt. Beides ist unweigerlich miteinander verbunden. Er findet dabei deutliche Worte und mahnt uns, dass es «keinen Raum für die Globalisierung der Gleichgültigkeit» gibt. Wir dürfen nicht wegschauen.

Das Klima als gemeinsames Gut verlangt nach grossen Lösungen und dem Mitwirken aller. Dabei kommt jenen eine besondere Rolle zu, die mit ihrem Verbrauch einen wesentlichen Beitrag zum Klimawandel leisten und die mit ihrer Führungsfunktion etwas in Bewegung setzen können.

Solarprojekt Affoltern am Albis 2021 (14).jpg

Die kommende Abstimmung vom Sonntag 15. Mai 2022 im Kanton Zürich kann im Klimaschutz etwas bewegen. Als wirtschaftsstärkster Kanton und als Innovationshotspot bietet das aktive und voranschreitende Engagement zur Klimaneutralität viele Chancen – für die Wirtschaft, die Gesellschaft und uns alle.

Als Katholische Kirche im Kanton Zürich sind wir uns dieser Verantwortung bewusst und wollen uns aktiv engagieren. Dafür haben wir eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet, deren Umsetzung uns in den kommenden Jahren zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Kirche leiten wird.