Kirche aktuell

Dossier Missbrauch

In der Katholischen Kirche im Kanton Zürich gilt «Nulltoleranz» rund um das Thema Missbrauch und sexuelle Übergriffe.

Wir brauchen entschiedene Massnahmen!
Das Ausmass des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche z.B. von Minderjährigen und Ordensfrauen sprengt jede Vorstellung. Zusammen mit den Opfern und ihren Angehörigen sind wir fassungslos und fordern entschiedene Massnahmen der Bekämpfung und Vorbeugung. Dazu gibt es verschiedene Stellungnahmen aus den Pfarreien und der Kantonalkirche. Im Kanton Zürich haben wir alles in die Wege geleitet, was in unserer Macht steht, um Missbrauch zu verhindern. 

Doris Reisinger
Missbrauch und Vertuschung in der Kirche

«Wir brauchen eine Kultur der Selbstbestimmung»

von Doris Reisinger
Kaum jemand hat im deutschen Sprachraum die Missbrauchs-Debatte in der Kirche so geprägt wie die ehemalige Nonne und Missbrauchs-Opfer Doris Reisinger. Montag, 18. November, sprach sie vor Experten in Zürich. Ihr Fazit: Die Kirche ist mit der Aufarbeitung der Missbrauch-Skandale noch längst nicht am Ziel. Weiterlesen
Entscheid der Synode

Zürcher Kirche verstärkt Missbrauchsprävention

Die Synode hat an der Sitzung vom 7. November einstimmig eine Teilrevision der kantonalen Anstellungsordnung gutgeheissen. Diese betrifft ergänzende Bestimmungen in der Missbrauchsprävention. Künftig müssen alle kirchlichen Angestellten einen Strafregisterauszug einreichen. Weiterlesen
Missbrauchsprävention

Grossandrang bei Präventions-Veranstaltungen

Kaum gestartet – schon ausgebucht: Die Weiterbildungskurse «Prävention sexuelle Gewalt» der Katholischen Kirche im Kanton Zürich verzeichnen grossen Zulauf. Seit dem Frühling besuchten rund 140 Teilnehmende die vier Tageskurse. Weitere sind geplant. Weiterlesen
Prävention sexuelle Gewalt

Präventionsbeauftragter im Bistum Chur

Das Bistum Chur hat mit Stefan Loppacher neu einen Präventionsbeauftragten. Seine Aufgabe ist es, das Schutzkonzept für die seelische, geistige und körperliche Unversehrtheit der Menschen im Bistum Chur umzusetzen. Weiterlesen
Zeichen gegen Missbrauch

Kundgebung mit zahlreichen Teilnehmenden

Was als vage Idee von acht Zürcher Seelsorgerinnen und Seelsorger begann, führte am Samstag, 29. Juni, zu einer beachtenswerten nationalen Manifestation in Bern. Über 100 Kirchenleute setzten ein starkes Zeichen gegen Missbrauch und für Reformen. Weiterlesen
mit Doris Wagner und Jacqueline Fehr

Zeichen setzen gegen Missbrauch

Samstag, 29. Juni, rufen Zürcher Theologinnen und Theologen in Bern auf dem Helvetiaplatz zur nationalen Kundgebung auf. Doris Wagner, Philosophin und als ehemalige Ordensfrau selbst Betroffene, ist mit dabei und stellt sich einem öffentlichen Gespräch. Prominente Unterstützung erhält das Aktionsbündnis «Zeichen gegen Missbrauch» von der Zürcher Kirche und der 'Religionsministerin' Jacqueline Fehr. Weiterlesen
Stimmen gegen Missbrauch

Engagement gegen Missbrauch und für Veränderungen

Stimmen der Kirchenbasis werden immer lauter: Wut und Mut drücken immer zahlreicher werdende Stellungnahmen und Aktionen aus, mit denen sich Pfarreien, Seelsorgeteams, Pfarreiräte, Kirchgemeinden und Gruppen zu Wort melden. Sie engagieren sich gegen Missbrauch und fordern Veränderungen in der Kirche. Weiterlesen
Tonja Jünger
Missbrauch in der Kirche

Zeichen setzen, auf nach Bern!

von Tonja Jünger
Ein Bündnis von Theologinnen und Theologen aus Zürich ruft auf, am 29. Juni in Bern ein Zeichen gegen Missbrauch zu setzen. Tonja Jünger ist eine der Initianten. Hier erklärt die Seelsorgerin, was sie dazu bewegte. Weiterlesen

Sexuelle Übergriffe: Massnahmen in Zürich

Missbrauchsskandale verursachen einen massiven Verlust an Vertrauen. Wir verurteilen jegliche Art von Übergriffen und Missbrauch. Wir zeigen auf, was wir gegen Missbrauch tun und wo Opfer Hilfe finden.
Sexuelle Übergriffe: Massnahmen in Zürich

Bekämpfung von Missbrauch im kirchlichen Umfeld ist seit bald 20 Jahren ein grosses Anliegen der Verantwortlichen in der Schweiz. In dieser Zeit erkannten sie, dass reine Interventionsmassnahmen nicht ausreichen, sondern auch systematische Prävention notwendig ist. Das vorliegende Schutzkonzept setzt die Bestimmungen um, welche die Schweizer Bischofskonferenz am 1. März 2019 mit den überarbeiteten Richtlinien in Kraft gesetzt hat.

Was ist das Schutzkonzept?

Das «Schutzkonzept für die seelische, geistige und körperliche Unversehrtheit der Menschen im Bereich des Bistums Chur» wurde gemeinsam vom Bistum und von der Biberbruggerkonferenz erarbeitet und verabschiedet. Als Grundlage diente das bereits bestehende Schutzkonzept des Bistums St. Gallen, das auf die Verhältnisse im Bistum Chur angepasst wurde. Weitere Bearbeitungen erfuhr das Dokument nach Konsultationen im Bischofsrat, Priesterrat, Rat der Laientheologinnen, Laientheologen und Diakone. Ebenfalls flossen verschiedene Anregungen der staatkirchenrechtlichen Körperschaften ein.

Prävention

Vom Bischof ernannte Präventionsbeauftragte sorgen dafür, dass in der Aus- und Weiterbildung aller Seelsorgenden das Anliegen eines professionellen Umgangs mit Nähe und Distanz ein Thema sind. Dazu gehört der Blick auf die Entwicklung einer reifen und ausgewogenen Persönlichkeit – auch im Bereich der Affektivität – der ausgewogenen Integration der Sexualität und der professionellen Prävention sexueller Übergriffe. Schulungen und Tagungen der im kirchlichen Umfeld Tätigen sollen dazu beitragen.

Voraussetzung für kirchliche Anstellung ist ein Privatauszug sowie ein Sonderprivatauszug aus dem Strafregister ohne einschlägige Vorbestrafung.

Obligatorische Weiterbildung

Weiterbildungen zum Thema Nähe und Distanz/Grenzüberschreitungen sind für alle in der Seelsorge Tätigen Pflicht. Organisiert werden auch Gesprächs- und Supervisionsangebote.

Intervention

Opfer von sexuellen Übergriffen werden konsequent an die neutrale und professionelle Anlaufstelle verwiesen. Bei begründetem Verdacht auf strafbare Handlung wird immer und umgehend Strafanzeige erstattet, wenn das Opfer zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war. Bei Fällen von physischer oder psychischer Gewalt stehen die Ombudsstellen zur Verfügung. Möchte ein Opfer sich nicht an eine kirchliche Stelle wenden, stehen auch Fach- und Anlaufstellen ausserhalb der Kirche zur Verfügung.

Nachbetreuung von Opfern

Jedes Opfer erhält Unterstützung in Verarbeitung, Rehabilitation und Wiederherstellung persönlicher, körperlicher und geistiger Unversehrtheit. Die entsprechenden Massnahmen erfolgen umfassend in seelsorgerlicher, ärztlicher, psychotherapeutischer, juristischer, finanzieller oder individuelle angepasster Form.

Ich bin Opfer eines Übergriffs: Wohin kann ich mich wenden?

Zögern Sie nicht, melden Sie sich! Wir tolerieren in der Kirche keinerlei Art von Übergriffen und sorgen dafür, dass Täter zur Rechenschaft gezogen werden.  Wer Opfer eines Übergriffs geworden ist, braucht so rasch als möglich Unterstützung und Hilfe.

Alle aufgeführten Personen und Institutionen arbeiten neutral und vertraulich.

Für den Kanton Zürich sind dies

  • lic. phil. Gisela Ana Cöppicus Lichtsteiner, Psychotherapeutin
    Tel. 044 381 07 53 / Mail: coeppicus@bluewin.ch
  • Dr. iur. Beatrice Luginbühl, Juristin,
    Leiterin von „Notburga“ (Hilfswerk für Mütter in Not)
    Tel. 079 212 10 67 / Mail: luginbuehl.beatrice@bluewin.ch

Die komplette Liste aller Anlaufstellen im Bistum Chur können Sie hier herunterladen

Die Liste aller Anlaufstellen in der Schweiz können sie hier herunterladen

Liste Anlaufstellen

Es gibt verschiedene Anlaufstellen, an die Sie sich im Fall eines Übergriffs wenden können. Wenn Sie von einem Übergriff betroffen sind, ermutigen wir Sie, sich umgehend zu melden. Die aufgeführten Fachpersonen arbeiten alle neutral, unabhängig und unterstehen der Schweigepflicht.

Wichtige Grundlagendokumente