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Sitzung der Synode Appell der Kirche zum Lager Moria

Das katholische Parlament stimmte einem dringlichen Appell ihres Präsidenten zu, der angesichts der Katastrophe im Flüchtlingslager Moria die kantonalen und eidgenössischen Behörden auffordert, umgehend Flüchtlinge aufzunehmen. Im weiteren hiessen die Synodalen die Weiterführung der Professur für Spiritual Care an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich und den Sonderbeitrag für soziale Projekte in der Coronakrise einstimmig gut und ehrten vier Frauen für ihre Abschlussarbeiten im Bereich Ethik.

 

Die besinnlichen Worte von Beat Wiederkehr an der - coronabedingt - im reformierten Kirchgemeindehaus in Winterthur stattfindenden Synodensitzung kamen gerade richtig. Sie knüpften an der Konzernverantwortungsinitiative und der Botschaft von Papst Franziskus am Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung an, in der er den zerstörerischen Umgang mit Menschen und Umwelt geisselt und die Menschen zum konkreten Handeln aufruft. Diese Botschaft nahm die Synode mit Blick auf das aktuelle Drama im griechischen Flüchtlingslager Moria auf und fordert in einem dringlichen Appell, umgehend ein Kontingent der dort obdachlos und mittellos gewordenen Flüchtlinge aufzunehmen. «Die christliche und humanitäre Tradition der Schweiz verlangt von uns angesichts des unerträglichen Leids ein rasches Handeln. Die Katholische Kirche im Kanton Zürich verpflichtet sich ihrerseits, umgehend Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu finden und die Behörden bei der Versorgung und Begleitung der Flüchtlinge zu unterstützen.» Unterschrieben ist der Appell vom Synodenpräsidenten Felix Caduff, von Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding und von Josef Annen, Delegierter des Apostolischen Administrators für die Bistumsregion Zürich/Glarus .

Bund zwingt Zürich, zu warten

Der Synodalrat hatte bereits im April aufgrund eines Osterappells der Flüchtlingshilfe der Jesuiten für das Lager Moria 30‘000 Franken an Nothilfe gespendet. Nun ist die Suche nach geeigneten Unterkünften in kirchlichen Gebäuden angelaufen. Auch Stadt und Kanton Zürich haben klar signalisiert, dass sie bereit sind, sich an den Programmen des Bundes zu beteiligen. Doch dieser blockt im Moment ab mit der Begründung, dass derzeit keine rechtliche Grundlage für eine Direktaufnahme von Flüchtlingen bestehe.

Professur für Spiritual Care wird weitergeführt

Die Synodalen beschlossen einstimmig, die 2015 errichtete Professur ad personam für Spiritual Care an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich weiterzuführen. Sie bewilligten dazu für die Jahre 2021-2026 insgesamt 600‘000 Franken. Ende September wird die Synode der reformierten Landeskirche über denselben Beitrag zu entscheiden haben.

Sonderbeitrag für weitere soziale Projekte

Völlig unbestritten war auch der Antrag des Synodalrats für einen Sonderbeitrag in der Höhe von 300‘000 Franken für weitere soziale Projekte im Zusammenhang mit der Coronakrise. Der Lockdown und seine finanziellen und sozialen Folgen hat Menschen in eh schon prekären Situationen speziell getroffen. Mit diesem Geld sollen bestehende Aktionen wie die Gassenarbeit von Sr. Ariane an der Langstrasse oder Projekte der Sans Papier Zürich (SPAZ) und Soforthilfe an Schweizer Jenische, Sinti und Roma unterstützt werden.

Preisvergabe für Abschlussarbeiten im Bereich Ethik

Seit einigen Jahren veranstaltet die Katholische Kirche im Kanton Zürich einen Wettbewerb zu Abschlussarbeiten im Bereich Ethik. Heuer wurden Arbeiten von vier Frauen gewürdigt, die Ehrungen übernahmen Alberto Bondolfi, Leiter des Instituts für Religionswissenschaft der Fondazione Bruno Kessler, Trento und Hanspeter Schmitt, Professor für Theologische Ethik an der Theologischen Hochschule Chur (THC).

Zur Preisverleihung folgt hier später ein separater Bericht. Drei der geehrten Frauen haben ihren Preis für ihre Abschlussarbeit persönlich abgeholt (v.l.n.r.): Simone Müller, Selma Hadzic, Saphir Ben Dakon. Nicht auf dem Bild ist die vierte Preisträgerin, Selina Scheiwiller.

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Jahresberichte und Jahresrechnung 2019

Die Synodalen nahmen jeweils einstimmig Kenntnis von den Jahresberichten der Rekurskommission, der Personalombudsstelle und der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. Ebenfalls einstimmig hiess das Parlament die Jahresrechnung 2019 der Zentralkasse, den Finanzplan für die Jahre 2021-2023 und den Antrag gut, 2021 keinen Teuerungsausgleich auszurichten.

Die Jahresrechnung 2019 schliesst mit einem Aufwand von 58.8 Millionen Franken und einem Ertrag von 63.5 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 4.7 Millionen Franken ab. Das sind gute drei Millionen Franken besser als budgetiert. Obwohl die Steuerreform STAF und die Auswirkungen von Corona auf die Steuererträge noch schwer abzuschätzen sind, sieht der Finanzplan für das Jahr 2021 ein Plus von 750'000 Franken, eine rote Null für 2022 sowie ein Minus von 240'000 Franken für das Jahr 2023 vor. Der Beitragssatz der Kirchgemeinden an die Zentralkasse wird belassen.

Ersatzwahlen in die Synode

Neu ins 102köpfige katholische Parlament wurden René Albertin (Kirchgemeinde Egg), Esther Meierhofer (KG Zürich-Allerheiligen) und André Steinmann (KG Zürich Maria-Lourdes) gewählt. Die Synodalen haben an ihrer Sitzung auch ihre Geschäftsleitung komplettiert. Neu in die GL der Synode wurde Marie-Thérèse Frommenwiler , Wetzikon, gewählt, neuer Vizepräsident ist Guido Egli, Wallisellen.

Komplettierte Geschäftsleitung in aufgeräumter Stimmung (v.l.n.r.): Cäsar Pelloli, Gabi Pandiani, Felix Caduff (Präsident), Markus Streule, Marie-Thérèse Frommenwiler, Peter Schnider, Guido Egli (Vize-Präsident). Foto: Simon Spengler
Komplettierte Geschäftsleitung in aufgeräumter Stimmung (v.l.n.r.): Cäsar Pelloli, Gabi Pandiani, Felix Caduff (Präsident), Markus Streule, Marie-Thérèse Frommenwiler, Peter Schnider, Guido Egli (Vize-Präsident). Foto: Simon Spengler