Generationelle Aufarbeitung Vergessene Schicksale: Nebelkinder
Für Corinne Kuenzli begann alles im Frühling 2014 mit einem Zeitungsartikel des Stadtarchives Bern. Aus diesem Artikel entstand der Wunsch, die darin porträtierte Frau, Yvonne Pfäffli, ins Zentrum eines Dokumentarfilms zu Opfern von Fremdplatzierung in der Schweiz zu stellen, genau wie die Dossiers der Sozialen Fürsorge zwischen 1920 und 1960. Daraus wurde ein Film, der letztendlich (sogar)vier Personen aktiv begleitet, wie sie sich mit ihren Kindern auf die Suche nach den eigenen Spuren begeben. Wie sie in Archiven stöbern, alte Fotoalben durchsuchen und die Vorgehensweise der Behörden in den eigenen Fällen durchleuchten. Es ist eine Geschichte von intergenerationellem Austausch, ein Dialog zwischen Betroffenen und den Generationen nach ihnen. Damit wird besonders eines klar: wie normalisiert diese spezifische Form der systemischen Gewalt war – erst die nächste Generation kann dies klar benennen.
Für Corinne Kuenzli begann alles im Frühling 2014 mit einem Zeitungsartikel des Stadtarchives Bern. Aus diesem Artikel entstand der Wunsch, die darin porträtierte Frau, Yvonne Pfäffli, ins Zentrum eines Dokumentarfilms zu Opfern von Fremdplatzierung in der Schweiz zu stellen, genau wie die Dossiers der Sozialen Fürsorge zwischen 1920 und 1960. Daraus wurde ein Film, der letztendlich vier Personen aktiv begleitet, wie sie sich mit ihren Kindern auf die Suche nach den eigenen Spuren begeben. Wie sie in Archiven stöbern, alte Fotoalben durchsuchen und die Vorgehensweise der Behörden in den eigenen Fällen durchleuchten. Es ist eine Geschichte von intergenerationellem Austausch, ein Dialog zwischen Betroffenen und den Generationen nach ihnen. Damit wird besonders eines klar: wie normalisiert diese spezifische Form der systemischen Gewalt war – erst die nächste Generation kann dies klar benennen.

Podiumsdiskussion mit verschiedenen Gästen
Im Anschluss an die Filmaufführung von «Nebelkinder» wird in Kooperation mit dem Landesmuseum Zürich ein Podium mit verschiedenen Gästen durchgeführt, so Corinne Kuenzli, Regisseurin von «Nebelkinder», Desiree Righetti, Vorstandsmitglied Careleaver Schweiz sowie Christian Tschannen, Künstler und ehemaliges Heimkind. Die Moderation übernimmt Rebecca Sanders, Kuratorin der Ausstellung «Geboren aus der Not. Arbeitende Kinder», die noch bis zum 20. April im Landesmuseum Zürich läuft.
Zur Filmvorführung mit anschliessendem Podium
Geboren aus der Not
Die Ausstellung «Geboren aus der Not. Arbeitende Kinder» zeigt ebenfalls auf, in welcher Form Kinder bis weit ins 20. Jahrhundert hinein zum Familienunterhalt beigetragen haben. Der Name der Ausstellung, «Aus der Not geboren», führt bereits mitten in die Thematik: Kinderarbeit ist stets aus der Not entstanden. So ist es auch heute noch – die Ausstellung widmet sich unter anderem den Millionen Kinder weltweit, die auf Plantagen und in Minen arbeiten, um ihre Familien zu ernähren. Viele Aspekte der Kinderarbeit liegen zwar in der Vergangenheit, wirken aber bis in die Gegenwart nach, denn Arbeit wurde besonders bei Kindern von alleinerziehenden Müttern als Erziehungsmassnahme gewertet – das Resultat: Fremdplatzierungen. So blickt die Ausstellung im Landesmuseum mit verschiedenen Zeitzeugen auf die Konsequenzen dieser fürsorgerischen Unterbringung.
Zur Ausstellung im Landesmuseum
Aufarbeitung der Kirche
Besonders in Bezug auf diese fürsorgerischen Unterbringungen war auch die Katholische Kirche involviert: Viele der Heime, in die fremdplatzierte Kinder kamen, waren unter katholischer Führung. Besonders bei jenischen Kindern waren durch deren katholischen Glauben oft Pfarrer die Tippgeber für besagte Fremdplatzierungen. So ist es ein Anliegen der Kirche, hinzuschauen, zu unterstützen und diese wichtige Thematik nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Dabei bietet die Katholische Kirche Hand – nicht nur in Bezug auf die Opfer von Fremdplatzierungen, sondern in der Unterstützung aller Menschen, die sich dies in verschiedensten Lebenslagen wünschen.
Zu den verschiedenen Unterstützungsangeboten der Katholischen Kirche im Kanton Zürich:
Solidara Zürich
Caritas Zürich
Seelsorgerische Angebote im Kanton Zürich
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