Kirche aktuell

Danke, Markus Arnold!

Informationsbeauftragter des Generalvikariates
Arnold Landtwing

Schwerpunkte: Kommunikation Generalvikariat, Mitarbeitende in der Seelsorge, Beratung Pfarreien, pastorale Gremien. Katholischer Theologe und Mediator.

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Eine pastorale Würdigung für den kürzlich verstorbenen Markus Arnold, der lange Jahre verdienstvolle Aufbauarbeit in der katholischen Kirche im Kanton Zürich geleistet hat.
16. Oktober 2020

Lieber Markus

«Ist das alles?» habe ich mich gefragt, als in den vergangenen zwei Wochen verschiedene Medien, Synodenpräsident Felix Caduff oder einzelne Persönlichkeiten wie Barbara Schmid-Federer, die Universität Luzern und das Katholische Medienzentrum auf Deinen überraschenden Tod reagiert haben. Was mir fehlte, war eine Würdigung für das, was Du lange als Seelsorger in der Pastoral gewirkt hast –  deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen, vom Generalvikariat Zürich-Glarus her dieses Zeichen zu setzen.

«Für mich ist es soweit - auferstanden am 4. Oktober 2020» heisst es in Deiner Todesanzeige. Und so scheinen mir ein paar Gedanken auf den Auferstehungsgottesdienst vom 17. Oktober hin mehr als passend.

Dein Herz schlug schon immer für die Jugend. In frühen Jahren warst Du in der Jungwacht Scharleiter, hast Dich überregional in der Kantonsleitung in Zürich und Graubünden sowie auf der Ebene der Bundesleitung engagiert. Religionsunterricht war für Dich nicht eine Pflichtaufgabe, sondern Passion. Dies zeigen Jahrzehnte später Reaktionen von markanten Persönlichkeiten in den Sozialen Medien. Sie zollen Dir Respekt und haben Dich als grossartigen Religionslehrer in Erinnerung. Offensichtlich hast Du nachhaltige Spuren hinterlassen.

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Tweet des bekannten Medienanwalts Martin Steiger

Fünfzehn Jahre lang hast Du in Oberrieden wichtige und nachhaltige Aufbauarbeit als Seelsorger geleistet, elf davon als Gemeindeleiter, bis Du als Studienleiter des damaligen Katechetischen Instituts (und späteren Religionspädagogischen Institut RPI an der Universität Luzern) in die Innerschweiz gegangen bist.

Mit wachem und analytischem Geist hast Du Entwicklungen in der Pastoral begleitet und gestaltet. Dein Engagement galt dem Sakrament der Firmung und dem Sakrament der Versöhnung.

Ein zentrales Anliegen war Dir der Aufbau einer lebendigen Gemeinschaft, welches Du mit dem Projekt «Firmung mit 17» eingeführt hast. Was Du damals als neuen, ungewohnten Wege vorgedacht hast, war für uns als Nachfolgegeneration bereits selbstverständlich: Dass Familien und Angehörige von Firmandinnen und Firmanden mit einbezogen werden.

«Ist das alles?» Nein, bei weitem nicht! Einer vollständigen, umfassenden Würdigung all Deines Wirkens kann ich hier nicht gerecht werden. So widme ich Dir in dankbarer Verbundenheit ein paar Minuten des Schweigens – und höre Dir ein letztes Mal aufmerksam zu.

Auch nach Deiner Pensionierung warst Du noch in einer Pfarrei tätig. Im Lockdown hast Du in der Kirche neben der brennenden Osterkerze, mit Brot und Wein mit dem Video «Ist das alles?» einen spirituellen Impuls zum Weissen Sonntag und der Sonntagsfreude gestaltet. Erfrischend, unbequem, fundiert – Danke, Markus. Und: Bis bald!