Kirche aktuell

Ausstellung Genozid an Jesiden «ROJDA – Im Licht der Erinnerung» zu Gast in Zürich

Im Rahmen der Zürcher Woche der Religionen gastiert im Gemeindehaus der reformierten Johanneskirche die Ausstellung «ROJDA», die das jesidische Leben vor, während und nach dem Genozid 2014 beleuchtet und gleichzeitig Einblicke in jesidische Religion und Kultur vermittelt.
29. Oktober 2026 Katholische Kirche im Kanton Zürich

Vor zwölf Jahren überfiel der sogenannte Islamische Staat (IS) die jesidischen Siedlungsgebiete im Nordirak. Tausende Menschen wurden ermordet, Frauen und Kinder verschleppt und versklavt, Familien auseinandergerissen und Hunderttausende vertrieben. Die Verbrechen wurden unter anderem vom Europäischen Parlament und 2024 auch vom Schweizer Parlament als Genozid anerkannt.

Die Folgen des Verbrechens sind noch heute spürbar. Viele Jesidinnen und Jesiden können nicht in ihre Heimat zurückkehren. Der Wiederaufbau kommt nur langsam voran, die juristische Aufarbeitung bleibt unzureichend und Überlebende warten weiterhin auf Gerechtigkeit. Angesichts anderer Krisen droht ihr Schicksal zunehmend aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verschwinden.

Widerstand gegen das Vergessen

Die multimediale Ausstellung «ROJDA – Im Licht der Erinnerung» der Menschenrechtsorganisation HÁWAR.help verbindet Vergangenheit und Gegenwart der jesidischen Gemeinschaft, einer ethno-religiösen Gemeinschaft, deren ursprüngliche Hauptsiedlungsgebiete im nördlichen Irak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei liegen. Das Jesidentum teilt Elemente mit anderen Glaubensrichtungen, ist aber eine eigenständige Religion.

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Fotografien, persönliche Gegenstände und audiovisuelle Zeugnisse erzählen vom Leben vor, während und nach dem Genozid. Einen besonderen Platz nehmen die Perspektiven jesidischer Frauen ein, die ihren Alltag in Flüchtlingslagern fotografisch dokumentiert haben.

Die Ausstellung zeigt nicht nur Verfolgung und Gewalt, sondern auch die Vielfalt der jesidischen Kultur, religiöse Traditionen und den Willen, das eigene kulturelle Erbe zu bewahren. Grundlage ist das Yazidi Community Archive von HÁWAR.help, das Lebensgeschichten und Erinnerungen sammelt und für die Öffentlichkeit zugänglich macht.

Damit stellt «ROJDA» auch grundsätzliche Fragen nach Menschenrechten, Minderheitenschutz und der Verantwortung für die Aufarbeitung von Verbrechen. Die Ausstellung lädt dazu ein, den Stimmen der Betroffenen zuzuhören und sich mit den Folgen von Diskriminierung und religiöser Verfolgung der kurdischen und nicht-muslimischen Minderheit der Jesiden auseinanderzusetzen.

Sehen und erfahren, um zu verstehen

Die Ausstellung und das Begleitprogramm finden im Rahmen der Zürcher Woche der Religionen statt. Unter Anwesenheit der Jesidin Düzen Tekkal, Mitgründerin von HÁWAR.help und Konzepterin von «Rojda» sowie Jihan Alomar, Überlebende des Genozids von 2014, wird die Ausstellung am Sonntag, 8. November, mit einer Vernissage im Foyer der Johanneskirche in Zürich eröffnet.

Am Mittwoch, 11. November, findet die Vorführung des Films «MEDIHA» von Hasan Oswald statt. Die bewegende Dokumentation zeigt anhand von Videotagebüchern, wie die 15-jährige Jesidin Mediha ihr Trauma von der IS-Gefangenschaft verarbeitet und versucht, ein neues Leben im Nordirak aufzubauen. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussion statt.

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Ein Workshops für Jugendliche eröffnen weitere Zugänge zur jesidischen Geschichte und Kultur.

Weil Erinnerung nicht nur ein Blick zurück ist, sondern auch einen Beitrag zu Gerechtigkeit, gesellschaftlichem Dialog und zum Schutz religiöser und ethnischer Minderheiten leisten kann, sehen wir uns als Katholische Kirche im Kanton Zürich in der Verantwortung das Projekt «Rojda» finanziell zu unterstützen.

«ROJDA – Im Licht der Erinnerung.
Zeugnisse jesidischen Lebens»

Wann:
9. bis 15. November
Wo: Foyer der reformierten Johanneskirche Zürich, Limmatstrasse 112, 8005 Zürich

Ausstellung und Begleitprogramm finden im Rahmen der Zürcher Woche der Religionen vom 7. bis 15. November statt

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