Kirche aktuell

Synodensitzung vom 18. Juni 2026 «Miteinander – füreinander» an der Synode

An der Synodensitzung der Katholischen Körperschaft vom 18. Juni standen Zahlen und verschiedene Berichte über die Tätigkeiten im vergangenen Jahr im Fokus. Viel zu reden gab der Finanzierungsantrag für die Freien Katholische Schulen Zürich (FKSZ).
19. Juni 2026 Katholische Kirche im Kanton Zürich

Auffallend in dieser Synodensitzung waren die zahlreichen Voten, die sich mit unterschiedlichen Deutungen auf die aktuelle Reputationskampagne der Katholischen Kirche im Kanton Zürich «miteinander – füreinander» bezogen. Die Kampagne bildete den roten Faden im Jahresbericht 2025 der Kirche, wird seit Ostern aber auch mit verschiedenen Massnahmen im Kanton Zürich weiter ausgerollt.

Geld für Schulen und Paulus Akademie

Einer der Anträge an die Synode beschäftigte sich mit der Finanzierung von Schulgeldern an den Freien Katholischen Schulen Zürich (FKSZ). Der Beitrag der Körperschaft für die kommenden Jahre bis 2030 soll es insbesondere Kindern aus einkommensschwachen Familien ermöglichen, die FKSZ zu besuchen. Der Synodalrat beantragte dafür jährlich 2,3 Millionen Franken.

In der Debatte äussersten sich zahlreiche Synodale, die entweder selbst die Schule besuchten oder über Familienangehörige mit den FKSZ verbunden sind, sehr persönlich und emotional. Die Votanten zeigten sich gewillt, den Schulen deutlich mehr Geld zu sprechen. Die Anträge gingen von 2,5 Millionen Franken bis hoch zu 3 Millionen Franken.

In der Abstimmung, die aufgrund der Wortmeldungen erst rund eine Stunde später stattfand, erhielt der ursprüngliche Antrag des Synodalrates von 2,3 Millionen Franken an die FKSZ nach zwei Abstimmungsrunden überraschenderweise doch die Mehrheit im Saal.

Auch der jährliche Beitrag an die Kulturinstitution Paulus Akademie wurde genehmigt, dies gemäss dem Antrag des Synodalrats mit 1,414 Mio. Franken für die Jahre 2027-2030.

Rechnung mit Minus angenommen

Die Jahresrechnung 2025 der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich weist einen Betriebsaufwand von 72 175 656.66 Franken  und einen Ertrag von 66 769 774.16 Franken aus. Daraus resultiert ein Aufwandüberschuss aus der betrieblichen Tätigkeit von 5 405 882.50 Franken. Dank des Ergebnisses aus der Finanzierung von 1 901 996.97 Franken reduziert sich der Aufwandüberschuss auf ein Gesamtergebnis von 3 503 885.53 Franken.

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen und beträgt neu 86,263 Millionen Franken (Vorjahr: 86,888 Millionen Franken). Auf der Aktivseite nahm das Finanzvermögen um 0,127 Millionen Franken und das Verwaltungsvermögen um 0,499 Millionen Franken ab.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Fremdkapital um 2,883 Millionen Franken, während das Eigenkapital um 3,508 Millionen Franken zurückging.

Die Jahresrechnung 2025 schliesst damit gegenüber dem Budget um 3,918 Millionen Franken schlechter ab als vorgesehen. Hauptgründe für das negative Ergebnis sind die von der Synode beschlossenen Beiträge an die Basilius-Vogt-Stiftung zugunsten der Freien Katholischen Schulen Zürich in der Höhe von 5 Millionen Franken – dies für den Umbau des Schulhauses Sumatra, sowie weitere einmalige Beiträge in der Höhe von 600 000 Franken.

Wie die Finanzkommission und der Synodalrat darlegten, ist die Kirche schuldenfrei und hat eine gute Eigenkapitaldeckung. Die Jahresrechnung 2025 der Katholischen Körperschaft im Kanton Zürich wurde ohne Widerspruch von den Synodalen akzeptiert.

Der Finanzplan des Synodalrates für die Jahre 2027 bis 2029 wurde zur Kenntnis genommen. Die Beitragssätze der Kirchgemeinden an die Körperschaft für 2027 und 2028 sind auf 1,3 Staatssteuerprozente der natürlichen Personen und 1,95 Prozente der juristischen Personen festgelegt.

Von Sternenkinder bis Rassismus

Vor dem Mittag wurde es feierlich in der Bullingerkirche und die drei Ethikpreise für das Jahr 2025 sowie der Sonderpreis Kunst und Ethik wurden an Studierende von verschiedenen Hochschulen verliehen. Den detaillierten Bericht dazu finden Sie hier.

 

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Ethikpreis 2025 der Katholischen Kirche: Jury und Preisträgerinnen und Preisträger. Foto: Sibylle Ratz

Teuerungsausgleich
für Personal

Beim Teuerungsausgleich lagen zwei verschiedene Anträge vom Synodalrat und der Synode vor. Der Synodalrat beantragte ursprünglich, dass es ab 1. Januar 2027 keinen Teuerungsausgleich mehr gibt. Die Synode berechnete den Anspruch bei der Teuerung auf 0,5 Prozent.

Tatsächlich musste sich der Synodalrat auf die Daten anfangs Jahr abstützen. Das war noch vor dem Irankrieg. Aktuell ist der Indexstand für die Teuerung höher und liegt bei 107,3 Punkten. Als Zeichen für das Personal – auch hier kam der vielzitierte Bezug zur Reputationskampagne «miteinander – füreinander» von verschiedenen Synodalen – beantragte die Finanzkommission deshalb einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent. In Anbetracht der Situation unterstützte auch der Synodalrat den Antrag der Finanzkommission. Der Antrag wurde schliesslich mit 79 Ja-, 6 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen angenommen. 

Kein Beitritt zur Allianz Gleichwürdig Katholisch

Der Synodalrat unterstützt die Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) bereits finanziell, ist aber nicht Mitglied. Die AGK setzt sich für eine «gleichberechtigte, glaubwürdige und solidarische römisch-katholische Kirche» ein, wie sie selbst schreibt.

Die von Myriam Barzotto, Synodale Bruder Klaus Zürich, eingereichte Motion wollte, dass sich der Synodalrat mit der Frage des Mitgliederbeitritts zur AGK befasst. Synodalratspräsident Raphael Meyer begründete die Ablehnung des Synodalrats, die Motion annehmen zu wollen, unter anderem damit, dass nicht alle Anliegen der AGK mehrheitsfähig seien und sich die Körperschaft in der Pflicht sehe, für alle Katholikinnen und Katholiken da zu sein.

Einige Synodale, die sich zu Wort meldeten, sahen das komplett anders. Max Elmiger, ehemaliger Caritas-Direktor fasste das kurz und knapp so zusammen: «Wer A sagt, muss auch B sagen», sonst wäre es konsequenter gewesen, gar kein Geld zu sprechen. Es wurde aber auch geäussert, die Kirche solle sich nicht politisch exponieren.

Myriam Barzotto stellte den Inhalt und die Haltung in den Vordergrund und legte dar, dass andere Kantonalkirchen keine Berührungsängste mit der AGK hätten. Trotz vorgängig über 40 Mitunterzeichnenden unterlag die Vorlage schliesslich in der Abstimmung mit nur 35 Ja- gegen 50 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen, was zu einer sichtlichen Enttäuschung im Saal führte.

Postulat zur Wirkungsorientierung

Alex Widmer, Synodaler Thalwil-Rüschlikon, reichte ein Postulat ein, das die Erhöhung der Wirkungsorientierung der katholischen Kirche im Kanton Zürich forderte. Auch hier kam es zu einer Ablehnung mit 47 Nein- zu 35 Ja-Stimmen und 8 Enthaltungen. Gleichwohl meinte der Synodalratspräsident Raphael Meyer werde man das Anliegen, so weit möglich, im Auge behalten.

Gleichentags wurde Alex Widmer als neues Mitglied in die Sachkommission Bildung und Soziales für den Rest der Amtsdauer 2023 – 2027 gewählt, nachdem Michael Büchi, Birmensdorf aus der Kommission zurückgetreten ist.

«Miteinander - füreinander» an der Synode

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Der Jahresbericht wurde ebenso wie die Berichte der Personalombudsstelle und der Rekurskommission nach diversen Erläuterungen der Synodalräte und -rätinnen sowie den Fachexpertinnen und -experten der Kommissionen problemlos abgenommen. Die intensiven Vorbesprechungen mit der GPK zeigten hier ihre Wirkung, da alle Fragen bereits im Vorfeld gut beantwortet werden konnten.