Kirche aktuell

Synodenversammlung der Zürcher Kirche Experimentierraum für junge Menschen bewilligt

Das Parlament der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, die Synode, hat ein deutliches Bekenntnis für ein Neukonzept eines «Impulsortes im Viadukt» abgelegt. Dort soll ein Ort entstehen, in dem junge Menschen in ihrer Sinnsuche und Persönlichkeitsentfaltung einen selbstbestimmten Ort finden. Neu wurde Beat Auer in die Exekutive der katholischen Körperschaft gewählt.
09. April 2026 Katholische Kirche im Kanton Zürich

Das Projekt «jenseits im Viadukt» bietet seit 15 Jahren mitten im Zentrum der Stadt Zürich kirchliche Angebote für junge Menschen. Aber das «jenseits» hat schwere Zeiten hinter sich. Die zeitweise Schliessung wegen Baumassnahmen der SBB, Wassereinbrüche und mehrfache Personalwechsel auf der einen Seite, auf der anderen der Rückzug des Stadtverbands (der städtischen Kirchgemeinden) aus der Finanzierung, gaben Anlass für ein neues strategisches Rahmenkonzept «Impulsort im Viadukt». Synodalrätin Vera Newec betonte, dass seit der Gründung der «Jugendkirche» eine neue Generation junger Menschen den Ort im Viadukt besuchen. Diese neue Generation, oft nicht mehr pfarreilich gebunden, soll im Fokus des neuen Konzepts stehen. «Junge Menschen sollen in diesem Experimentierraum ausserhalb traditioneller Kirchenräume in ihrer Sinnsuche und Entwicklung unterstützt werden», so Newec.

Zu Diskussionen führte der «kostenintensive Ort» im Viadukt, die pastorale Zielsetzung und eine als zu vage empfundene inhaltliche Konkretisierung des Konzepts. Befürworter unterstrichen die Neuausrichtung weg vom blossen Konsum der Angebote, hin zu einer echten Beteiligung und Eigenverantwortung junger Menschen. Schliesslich stimmt das Parlament dem neuen Konzept mit 61 zu 27 Stimmen bei 8 Enthaltungen klar zu. Mehrfach wurde in der Debatte betont, die Einbindung der städtischen Kirchgemeinden solle unbedingt wieder angestrebt werden. Das Kind sucht nun noch einen neuen Namen. Der im Konzept vorgesehene neue Trägerverein hat viel Arbeit vor sich.

Caritas bleibt wichtigstes Hilfswerk

Caritas Zürich, das zentrale Sozialwerk der Zürcher Kirche, feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Für die nächste Subventionsperiode 2027-30 wird die Caritas mit einem jährlichen Beitrag von rund 2,6 Millionen Franken unterstützt. Damit trägt die Zürcher Kirche den grössten Teil der Infrastrukturkosten des Hilfswerks, so dass alle Spendengelder direkt Notleidenden und Hilfsbedürftigen zufliessen können.

Die Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA) wird für die nächsten vier Jahre mit einem Betrag von je 255‘000 Franken unterstützt. Der Betrag geht zweckgebunden an das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz HEKS, in das die Trägerschaft der ZBA überführt wird.

Die katholische Hochschulseelsorge aki wird für die nächste Beitragsperiode mit jährlich 538‘300 Franken unterstützt. Die Mitgliederzeitschrift Forum wird im gleichen Zeitraum mit einem jährlichen Kostendach von 3 Millionen Franken finanziert.

Weiter stimmte die Synode einer Neuregelung der Lohnkostenbeiträge für die Berufseinführung von neuen Seelsorgenden zu. Damit sollen Pfarreien und Kirchgemeinden in der Begleitung der Praktikantinnen und Praktikanten verbessert und auch neue Zugänge zur Seelsorge-Ausbildung unterstützt werden.

Neues Gesicht in der Exekutive

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Neugewählter Synodalrat Beat Auer mit Synodalratspräsident Raphael Meyer, Bild: Christoph Wider

Mit dem Rücktritt von Synodalrat Martin Stewen musste sein Sitz in der Exekutive neu besetzt werden. Die Versammlung der Seelsorgenden im Kanton Zürich schlug den Seuzacher Pfarrer Beat Auer zur Wahl vor, der mit 78 zu 8 Stimmen, 9 Enthaltungen und zwei ungültigen Stimmzetteln durch die Synode gewählt wurde.

Neu zieht Eva Baumann aus Wetzikon in die Synode ein.

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