Kirche aktuell

Versammlung der Seelsorgenden Impulse aus der Weltsynode für Zürich

Fast 200 Seelsorgerinnen und Seelsorger von Zürich und Glarus trafen sich am 18. März zur jährlichen Versammlung. Professorin Klara A. Csiszar aus Linz (A) berichtete über ihre Erfahrungen als Beraterin im Synodalen Prozess.
23. März 2026 Katholische Kirche im Kanton Zürich

    Unter dem Titel ihres Referats, «Was ich in Rom sah und hörte - und was ich davon lern(t)e», zog Klara Csiszar die Versammlung von Anfang an in ihren Bann. Im Juli 2023 war sie von Papst Franziskus als theologische Expertin zur Vollversammlung der Bischofssynode in Rom berufen worden.

    Anhand von zwei Bildern demonstrierte sie den kirchlichen Wandel. Das erste zeigte eine ältere Szene aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil, aufgenommen im Petersdom. Streng aufgereiht sind darauf ausschliesslich Bischöfe zu sehen, Bankreihe um Bankreihe. Im starken Kontrast dazu das neuere, zweite Bild: das Abschlussfoto der Synodenversammlung 2024, aufgenommen in der Aula Paolo VI im Vatikan. 

    «Im Mittelpunkt steht hier Papst Franziskus, umgeben von Frauen und Männern, von Vertreterinnen und Vertretern des Volkes Gottes, Synodale aus aller Welt», kommentierte Csiszar, «der Kreis ist buchstäblich offen, die Aufstellung einladend und partizipativ.»

    Römische Achterbahn 

    Natürlich sei der synodale Alltag in Rom alles andere als einfach gewesen, erzählte sie weiter, gar «eine Achterbahn der Gefühle». Unverhohlen schilderte die Professorin ihre Enttäuschung, die sie beim Durchlesen des Endtextes verspürte, der für ihren Geschmack viel zu unverbindlich ausgefallen war. «Wenn das das Ergebnis sein soll, will ich eigentlich nicht nach Hause zurückkehren», habe sie damals gedacht. Doch im Gespräch fand sie dann wieder Hoffnung. «Was ich aus Rom mitgenommen habe, ist eine Grammatik des Friedens», so Csiszar.

    Die drei Säulen dieser Grammatik seien die Einsicht, dass Konflikte kein Betriebsunfall seien, sondern Teil einer lebendigen Gemeinschaft. Dass weiter Macht geteilt werden könne und schliesslich, dass ein gutes Miteinander entstehen könne trotz oder durch die Verschiedenheit von Menschen.

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    Zusammen auf dem Podium (v.l.): Bernhard Willi, Judith Weber, Klara A. Csiszar, Urs Länzlinger und Helena Jeppesen-Spuhler. Foto: Manuela Moser

    Beim anschliessenden Podium vertiefte Csiszar das Thema zusammen mit Helena Jeppesen-Spuhler (Schweizer Synodenteilnehmerin in Rom), Bernhard Willi (Generalvikar Urschweiz) und Urs Länzlinger (Bereichsleiter Personal im Generalvikariat Zürich-Glarus). Moderatorin Judith Weber (Beauftragte für Pastoral) fragte nach möglichen Strukturveränderungen.

    «Geistliche Erneuerung muss zusammen mit der strukturellen Erneuerung gehen», zeigte sich Jeppesen-Spuhler überzeugt; Länzlinger betonte, dass «die Einvernehmlichkeit zentral sei für das duale System, auch wenn die ideale Welt noch nicht da sei; und Willi fügte an, dass «die Synodalität ein Schatz sei, der jetzt ans Licht gehoben werde». Man müsse jetzt weitergehen, Schritt für Schritt, war sich die Runde einig.

    Beat Auer als Synodalrat vorgeschlagen

    Mit deutlicher Mehrheit wurde Beat Auer, Pfarrer aus Seuzach und Dekan im Dekanat Winterthur, für die Wahl in den Synodalrat nominiert als Ersatz für den scheidenden Martin Stewen. Auer freute sich über seine Nominierung: «Gerne werde ich die Anliegen der pastoralen Praxis in den Synodalrat einbringen.» Er stehe für eine «offene, moderne und inklusive Kirche, sowie für das duale System». Weiter zeigte sich Auer überzeugt: «Unsere Kirche kann nur dann gesellschaftlich relevant bleiben, wenn sie sich an den Grundwerten von Gleichwürdigkeit, Teilhabe und Transparenz orientiert.» Das letzte Wort wird die Synode haben, welche am 9. April tagt.