Kirche aktuell

Seelsorgekapitel 2026 Beat Auer wird als Synodalrat vorgeschlagen

Zwei Kandidaten - eine eindeutige Wahl: Die Seelsorgerinnen und Seelsorger schlagen Pfarrer Beat Auer für den Synodalrat Zürich vor. Und mit Professor Klara A. Csiszar aus Linz kam eine hochkarätige Referentin ans diesjährge Seelsorgekapitel.
20. März 2026 Katholische Kirche im Kanton Zürich

Das Resultat von 99 zu 31 Stimmen fiel bei 24 Enthaltungen spricht für sich. Beat Auer, Pfarrer aus Seuzach und amtierende Dekan im Dekanat Winterthur, setzte sich bei der Zusammenkunft der Seelsorgenden am jährlichen Kapitel vom vergangenen Mittwoch ganz klar gegen seinen Mitstreiter Bruno Rüttimann, Pfarrer in Rümlang, durch. Damit soll er die Nachfolge des scheidenden Martin Stewen im Synodalrat antreten. Das letzte Wort wird die Synode haben, welche am 9. April tagt.

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Generalvikar Luis Varandas gratuliert dem gewählten Kandidaten Beat Auer. Foto: Manuela Moser

Beat Auer freute sich über seine Nominierung: «Gerne werde ich die Anliegen der pastoralen Praxis in den Synodalrat einbringen.» Er stehe für eine «offene, moderen und inklusive Kirche, sowie für das duale System». Dieses habe sich im Kanton gut etabliert. Weiter zeigte er sich überzeugt: «Unsere Kirche kann nur dann gesellschaftlich relevant bleiben, wenn sie sich an den Grundwreten von Gleichwürdigkeit, Teilhabe und Transparenz orientiert.» 

Impuls aus der Weltsynode

Einen Impuls aus der Weltsynode überbrachte Professor Klara Csiszar aus Linz. Unter dem Titel ihres Referats, «Was ich in Rom sah und hörte - und was ich davon lern(t)e», zog sie die anwesenden Seelsorgenden aus dem ganzen Kanton von Anfang an in ihren Bann. Im Juli 2023 war sie von Papast Franziskus als theologische Expertin zur Vollversammlung der Bischofssynode in Rom berufen worden.

Anhand von zwei Bildern demonstrierte sie den kirchlichen Wandel. Das erste zeigte eine ältere Szene aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil, aufgenommen im Petersdom. Streng aufgereiht sind darauf ausschliesslich Bischöfe zu sehen, Bankreihe um Bankreihe. Im starken Kontrast dazu das neuere, zweite Bild: das Abschlussfoto der Synodenversammlung 2024, aufgenommen in der Aula Paolo VI im Vatikan. 

«Im Mittelpunkt steht hier Papst Franziskus, umgeben von Frauen und Männern, von Vertreterinnen und Vertreterndes Volkes Gottes, Synodale aus aller Welt», kommentierte Csiszar, «der Kreis ist buchstäblich offen, die Aufstellung einladend und partizipativ.»

Achterbahn der Gefühle

Natürlich sei der synodale Alltag in Rom alles andere als einfach gewesen, erzählte sie weiter, gar «eine Achterbahn der Gefühle». Unverhohlen schilderte die Professorin ihre Enttäuschung, die sie beim Durchlesen des Endtextes verpürte, der für ihren Geschmack viel zu unverbindlich ausgefallen war. «Wenn das das Ergebnis sein soll, will ich eigentlich nicht nach Hause zurückkehren», habe sie damals gedacht. Doch im Gespräch fand sie dann wieder Hoffnung. «Was ich aus Rom mitgenommen habe, ist eine Grammatik des Friedens», so Csiszar.

Die drei Säulen dieser Grammatik seien die Einsicht, dass Konflikte kein Betriebsunfall seien, sondern Teil einer lebendigen Gemeinschaft. Dass weiter Macht geteilt und vermehrt werden könne und schliesslich dass ein gutes Miteinander entstehen könne trotz oder duch die Verscheidenheit von Menschen.

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Zusammen auf dem Podium (v.l.): Bernhard Willi, Judith Weber, Klara A. Csiszar, Urs Länzlinger und Helena Jeppesen-Spuhler. Foto: Manuela Moser

Beim anschliessenden Podium vertiefte Csiszar das Thema, zusammen mit Helena Jeppesen-Spuhler (Schweizer Synodenteilnehmerin in Rom), Bernhard Willi (Generalvikar Urschweiz) und Urs Länzlinger (Bereichsleiter Personal im GV Zürich-Glarus). Moderatorin Judith Weber (Beauftragte des Generalvikars für Pastoral GV Zürich-Glarus) fragte nach möglichen Strukturveränderungen.

«Geistliche Erneuerung muss zusammen mit der strukturellen Erneuerung gehen», zeigte sich Jeppesen-Spuhler überzeugt; Länzlinger betonte, dass «die Einvernehmlichkeit zentral sei für das duale System, auch wenn die ideale Welt noch nicht da sei; und Willi f¨ügte an, dass «die Synodalität ein Schatz sei, der jezt ans Licht gehoben werde». Man müsse jetzt weitergehen, Schritt für Schritt ,war sich die Runde einig.

Reputationskampagen und Bistumstag

Im Rahmen der Ankündigungen wurde auch die Reputationskampagne vorgestellt; Simon Spengler, Bereichsleiter Kommunkation der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, zeigte den Film, der um Ostern lanciert werden soll. Der anwesende Synodalratspräsident Raphael Meyer nannte die Kampagne denn auch ein «Herzensanliegen», das für die Kirche als Gemeinschaft wertvoll sei. Ebenso ein stärkendes Erlebnis soll der Bistumstag vom 31. Mai werden, der am HB Zürich gefeiert wird.

Das nächste Seelsorgekapitel findet am Mittwoch, 10. März 2027, wiederum in Herz Jesu Wiedikon statt.

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Das Seelsorgekapitel tagt im 2027 wieder im Saal Herz Jesu in Wiedikon. Foto: Manuela Moser