Kirche aktuell

Zürcher Kirchenparlament zu Kovi Resolution der Synode zeigt Flagge

Das Parlament der Katholischen Kirche im Kanton Zürich unterstützt mit einer Resolution die Konzernverantwortungsinitiative (Kovi).
09. November 2020 Katholische Kirche im Kanton Zürich 1 Kommentar

Die Initianten der Resolution, unter ihnen Gaby Pandiani (Geschäftsleitung Synode) und Synodenpräsident Felix Caduff, begründeten ihr Engagement damit, dass "Bewahrung der Schöpfung und Nächstenliebe zwei zentrale Anliegen der biblischen Botschaft und des christlichen Glaubens" seien. Deshalb solle und müsse die Kirche zu diesem politischen Anliegen Stellung beziehen.

Darf die Kirche sich einmischen? 

Die aktiv gewordenen Synodalen unterstützten ihr Anliegen auch mit Zitaten sowohl vom kürzlich zurück getretenen Generalvikar Josef Annen als auch von Papst Franziskus, die inhaltlich vor allem mit Menschenwürde und Gerechtigkeit argumentierten. 

Zur Frage, ob die Synode zu der Konzernitiative Stellung beziehen darf, hatte die Gruppe namhafte juritische Fachpersonen gefragt, die alle zu dem Ergebnis kamen, dass dies möglich und erlaubt sei. 

Resolution zur KoVi im Wortlaut

Nach langer und kontrovers geführter Debatte verabschiedeten die Synodalen  an ihrer Sitzung vom 5. November folgende Resolution: 

Die Mehrheit der Mitglieder der Synode der Katholischen Kirche im Kanton Zürich unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative, welche massgeblich von kirchlichen Hilfswerken und kirchlich engagierten Menschen lanciert wurde. Wir teilen das Anliegen der Initiative, welche in der Schweiz sesshafte Unternehmen verpflichten will, für ihre sowie für die Tätigkeiten der von ihnen kontrollierten Unternehmen in den betroffenen Ländern Verantwortung für das Einhalten der Menschenreche und ökologischer Mindeststandards zu übernehmen. Unser Wohlstand darf nicht auf Menschenrechtsverletzungen und der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen beruhen. Die Erfahrung zeigt, dass freiwillige Massnahmen nicht ausreichen, Menschenrechte und Umweltstandards einzuhalten.

Das Anliegen der Unternehmensverantwortungsinitiative will auf Verfassungsebene humanitäre Standards und Umweltstandards für schweizerische Unternehmen weltweit verpflichtend machen. Die Konzernverantwortungsinitiative zeigt dafür einen Weg auf, den die Mitglieder der Synode mehrheitlich unterstützen.

Mit dieser Resolution stellt die Katholische Synode des Kantons Zürich klar ihr Engagement für die humanitären sowie Klima- und Umwelt-Aspekte in den Vordergrund ihrer Entscheidung.