Synode investiert in die Zukunft jenseits als «Biotop der Hoffnung»
Nach schwierigen Jahren während Corona und zahlreicher Personalwechsel setzt die Synode in die neue Equipe des «jenseits im Viadukt» viel Vertrauen: «Biotop der Hoffnung», «Willkommensort für junge Menschen» und «Investition in die Zukunft, um Kirche neu zu denken» waren klare Voten in der ausführlichen Debatte um die künftige Trägerschaft dieses Angebots. Das Kirchenparlament bewilligte mit grosser Mehrheit einen jährlichen Betrag von 670‘000 Franken zur Finanzierung des neuen Trägervereins für die Jahre 2027 – 2030. Ein Antrag, die Finanzierung zunächst nur für zwei Jahre zu gewähren, wurde abgelehnt.
Vielsprachige Zürcher Kirche
Rund ein Drittel aller Zürcher Katholikinnen und Katholiken im Kanton Zürich haben keinen Schweizer Pass und viele von ihnen finden in den zahlreichen Migrantengemeinschaften eine kirchliche Heimat. Ein vor anderthalb Jahren eingereichtes Postulat der Synodale Myriam Barzotto fordert den stärkeren Einbezug dieser katholischen Migrantinnen und Migranten in die Legislative der Zürcher Kirche, also eine stärkere institutionelle Einbindung der fremdsprachigen Missionen in die staatskirchenrechtlichen Strukturen. Die Exekutive der Körperschaft, der Synodalrat, schlug in seiner Antwort auf dieses Postulat die Schaffung eines neuen Gremiums «Consulta» als Plattform für den Austausch der Sprachgemeinschaften mit den wichtigen Instanzen der Zürcher Kirche vor, gemäss dem Grundsatz: «Wer zur Kirche gehört, soll auch aktiv die Kirche mitgestalten dürfen.» Weiter solle das bereits bestehende Wahlrecht auch für Nicht-Schweizer Kirchenmitglieder (mit B oder C-Ausweis) und damit auch deren aktive Beteiligung in den demokratischen Kirchenstrukturen durch geeignete Kommunikationsmassnahmen gestärkt werden.
Ob nun Sonderförderung und -gremien für Migranten-Gemeinschaften oder eine stärkere Einbindung in bestehende Ortspfarreien und Kirchgemeinden anzustreben seien, welche bereits heute genügend Möglichkeiten der Beteiligung böten, diskutierte das Parlament intensiv und leidenschaftlich. Schlussendlich wurden die Vorschläge des Synodalrats aber deutlich abgelehnt und das Postulat abgeschrieben. Aus Sicht der Mehrheit der Synode sind also keine weiteren Massnahmen nötig.
Hilfe für Kurden im Irak
Das Bildungsprojekt des Jesuitenordens «Jesuit Worldwide Learning», welches im kurdischen Teil im Norden des Irak sieben Lernzentren und verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten für jungen Menschen betreibt, wird bereits seit einigen Jahren durch die Zürcher Kirche unterstützt. Nun hat die Synode für die Periode 2026 – 2028 wiederum einen jährlichen Beitrag von 100‘000 Franken gesprochen.
Weiter bewilligte das Parlament einen Kredit über 4,48 Millionen Franken für die Totalsanierung der Liegenschaft an der Bederstrasse 76. Das in die Jahre gekommene Gebäude soll künftig für kirchliche und soziale Zwecke genutzt werden, neben Büros wird auch günstiger Wohnraum geschaffen werden.
Die Festsetzung des Bistumsbeitrags für die Jahre 2027 – 2030 erfolgt neu über einen pauschalen jährlichen Betrag von 1,077 Millionen Franken anstelle einer Pro-Kopf-Abrechnung, was der Diözese Chur Planungssicherheit bietet und gleichzeitig die Budgethoheit der Kantonalkirche wahrt.
Das Postulat zur finanziellen Unterstützung der Jesuiten-Spezialbibliothek wurde mit 74 Stimmen angenommen. Die Trägerschaft ist eingeladen, für künftige Beiträge ab 2028 ein formelles Gesuch einzureichen.
Susanna Sguaitamatti aus der Kirchgemeinde St. Anton wurde als Mitglied der Sachkommission Bildung und Soziales für den Rest der Amtsdauer 2023 – 2027 gewählt als Ersatz für die aus der Synode zurückgetretene Prisca Münzer.
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