Neue Mitarbeiterin im Generalvikariat «Im Miteinander ereignet sich Gott»
Was inspiriert dich in deiner täglichen Seelsorge besonders?
Judith Weber: Die frohe Botschaft, die meiner Meinung nach - wenn wir sie leben und danach handeln - die Welt besser macht.
Welche Herausforderungen begleiten dich derzeit?
Die digitale Transformation. In meiner Erzdiözese war ich zuletzt verantwortlich für die Zugänglichkeit von digitalen Informationen für Heiratswillige. Es ist in der heutigen Zeit wichtig, dass wir auch als Kirche im Netz sichtbar sind. Neu begleiten wir auch Paare nach der Heirat und sind im Aufbau einer entsprechenden Website.
Woher schöpfst du Kraft und Trost in deinem Dienst?
Durch meine Familie und meine Freunde. Gemeinschaft ist mir wichtig. Ich brauche Menschen, denn im Miteinander ereignet sich Gott.
Was werden deine Aufgaben im Generalvikariat sein?
Ich bin für die Betreuung und Weiterentwicklung der Pastoral für die Bistumsregion Zürich-Glarus zuständig. Zudem werde ich Mitglied des Diözesanen Pastoralentwicklungsteams (DiPET). Für das Bistum Chur werde ich auch in der Kommission der Pastoralamtleitenden sowie in der Schweizerischen Synodalitätskommission Einsitz nehmen.
Was bringst du aus der vergangenen Tätigkeit mit, das dir hier nützen wird?
Mein Leitwort ist: Wer fragt, kriegt viele Antworten. Ich persönlich habe nie so viel gefragt, sondern mehr gemacht. Stichwort Wirksamkeit – oder anders gesagt: Es ist der Sache mehr gedient, wenn wir Freiräume suchen, die wir dann gestalten können.
Was muss man sich unter deinem früheren Aufgaben-Feld, Stichwort Ehe-Familie-Diversität, vorstellen?
Familie ereignet sich heute nicht mehr nur über Vater und Mutter. Es gibt die unterschiedlichsten Formen, eine grosse Diversität, und hier überall ereignet sich Kirche. Dafür haben wir unsere Mitarbeitende sensibilisiert. Die Abteilung Erwachsenenpastoral umfasst an meinem alten Wirkungsort 42 Leute; ich habe deren 11 direkt geführt.
Für dich wird das duale System in Zürich neu sein – wo siehst du die grösste Herausforderung?
Ich bin gespannt, und freue mich erstmal einfach darauf, es kennenzulernen.
Du wirst ja nicht nur neues Mitglied im Generalvikariat, sondern auch Mitglied des dreiköpfigen Diözesanen Pastoralentwicklungsteams, kurz DiPET. Was erwartet dich dort?
Auch hier bin ich offen. Ab 5. Januar werde ich meinen neuen Arbeitsplatz im C66 beziehen.
Wie feierst du Weihnachten?
An Weihnachten kommt unser Sohn David aus München, unser Sohn Jonathan aus Berlin mit Freundin Grecia aus Venezuela und deren Bruder Renzo aus Argentinien. Der Einzige, der fehlen wird, ist unser Sohn Noah, der zurzeit in Lima weilt. Unser Weihnachten wird also ein internationales werden. Und obwohl ich und mein Mann kein Spanisch sprechen, werden wir uns irgendwie verstehen.
Gibt es bei Euch eine Tradition für Heilig Abend?
Es gibt jedes Jahr Pastetchen mit Hühnerfrikassee zum Essen, teils aber auch in einer vegetarischen Variante. Wir haben immer einen Baum mit echten Kerzen. Das Lustigste an der diesjährigen Weihnacht ist unsere Karte. Weil die Kinder ausgeflogen sind, mussten mein Mann und ich beim Foto selber herhalten (lacht).

Kommentare anzeigen