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Katholisch Zürich hält zu Pfarrer Karber

Katholisch Zürich hält zu Pfarrer Karber
"Homeless Jesus" Bronce von Timoty Schmalz zum 50-Jahr-Jubiläum der Gemeinschaft von Sant' Egidio in Rom
Wegen eines Verstosses gegen das Ausländergesetz ist der Zürcher Liebfrauen-Pfarrer Josef Karber zu einer bedingten Strafe verurteilt worden. Er hätte eine Frau, die in Not war und ihn um Hilfe gebeten hat, melden müssen. Diese lebte ohne offizielle Aufenthaltsgenehmigung in einer Wohnung der Pfarrei.
13. Juni 2019 / Katholische Kirche im Kanton Zürich / 26 Kommentare

Josef Karber ist seit 2007 Pfarrer in der Pfarrrei Liebfrauen in der Stadt Zürich. Die im Herzen der Stadt gelegene Pfarrei ist eine zentrale Anlaufstelle für menschen in Not - pro Jahr wenden sich um die 1500 Menschen in Not ans Pfarramt. So kam vor 8 Jahren eine Frau aus Armenien auf den Pfarrer zu, verzweifelt, Sans-Papiers und schwer krebskrank. «Diese Frau war in sehr, sehr grosser Not. Sie war zu dieser Zeit krebskrank, sie brauchte dringend eine Behandlung, damit sie weiterleben kann. Sonst wäre sie heute nicht mehr am Leben.» erklärte Karber den Medien sein Engagement.

Pfarrer Karber
Pfarrer Karber

Unterstützung vom kirchlichen Vorgesetzen

Schweiz Aktuell berichtete am 12. Juni nach der Urteilsverkündung in einem Beitrag Vertreter des Bischofs in Zürich Josef Annen und oberster Chef des Pfarrers: «Wir leben aus einem kirchlichen Auftrag heraus. Das Gesetz ist selbstverständlich zu beachten aber höher steht der Auftrag aus der christlichen Botschaft. Im Zweifelsfall sind wir für den Mensch, der an Leib und Seele bedroht ist. Ich muss ihm einfach helfen. Das kann im Einzelfall gegen die geltende Gesetzgebung sein. Das ist einfach so.»

Grosse Solidarität in den Kommentarspalten

Vielfache Unterstützung und Solidarität erfährt der verurteilte Seelsorger auch in den Kommentarspalten der Medien. So titelte das Newsportal Watson "Zürcher Pfarrer verurteilt, weil er geholfen hat" und lässt in einem kurzen Video nach dem Prozess Karber selber zu Wort kommen. Die meisten Kommentare zeigen sich solidarisch oder zollen ihm mindestens grossen Respekt.

Auch wenn er selber noch ein paar Nächte drüber schlafen wird, bis er weiss, ob der das Urteil weiterziehen wird - klar ist eines: «Ich glaube, ich würde wieder so handeln.» Sicher ist eines: Die verhängte Busse muss er erst bezahlen, wenn er in den kommenden zwei Jahren «rückfällig» wird.

In seinem Schlusswort sagte der Richter: «Danke für Ihr Engagement.»

Wollen auch Sie Pfarrer Karber danken? Ihm Ihre Solidarität mitteilen? Oder ihn mit Ihrem Echo ermutigen? Dann können Sie dies unten auf dieser Seite tun! 

 

Kommentare 26
Albertina Kaufmann schrieb am
2019-06-14 07:20
Grossartig. Danke für Ihren Einsatz.
Alberto Dietrich schrieb am
2019-06-14 16:13
Lieber Josef
Danke für deine Zivilcourage, denn manchmal muss man Gott mehr gehorchen als den Menschen!
Deborah schrieb am
2019-06-14 07:51
Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihren mutigen und menschlichen Einsatz, Herr Karber!
Rita Pürro schrieb am
2019-06-14 08:19
Chapeau!
Martin Stewen schrieb am
2019-06-14 08:36
Lieber Josef, danke für deinen beispielhaften Mut!

Mein bestes jüngstes Beispiel für Zivilcourage in der Kirche war bislang Kardinal Krajewski, der päpstliche Almonsenier, der im Mai 400 armen Bewohner/innen eines Hauses ohne Elektrizität in Rom eigenhändig und illegal den Strom wieder angedreht hat.

Du, lieber Josef, toppst das alles!

Hier in Abu Dhabi bist du mal ganz sicher in unseren Gebeten, - was wir sonst tun können, lass/t uns wissen. Möge der Druck, der Stress und die Aufregung so wenig Spuren wie möglich hinterlassen!
Eva Elisabeth schrieb am
2019-06-14 09:47
Dear Vater Joseph Karber, I remember once you told us in Liebfrauen church that Zurich ein Herz hat. It seems correct when you help people who really need it. Be strong. Thank you for your choices. Best wishes.
Patrick Brun schrieb am
2019-06-14 10:26
Sie haben absolut richtig gehandelt, danke!
Dieter Bauer schrieb am
2019-06-14 11:02
Mein Respekt, lieber Josef Karber! Danke für dieses christliche Zeugnis!
Simmen Hans Ruedi schrieb am
2019-06-14 12:25
Es gibt sie noch, die glaubwürdigen und engagierten Priester. Danke herzlichst und pax et bonum.
Stefan Wolf schrieb am
2019-06-14 15:49
Meinen Respekt!
Silja Greber s.greber@bluewin.ch schrieb am
2019-06-14 16:02
Danke, Pfarrer Karber, für Ihren Mut und die gelebte Liebe. Es sollte klar sein, dass wir
 mit einem Kirchenopfer Ihre Busse bezahlen. Wie hoch ist sie?
Silja Greber schrieb am
2019-06-14 16:05
Lieber Pfarrer Karber, herzlichen Dank für Ihren Mut und die gelebte Liebe. Ich hoffe sehr, dass wir ein Kirchenopfer aufnehmen, um Ihre Busse zu begleichen.
Niklaus Julier schrieb am
2019-06-14 16:38
Danke lieber Josef!
Ich bin ganz mit Dir:
Heinz Zwahlen schrieb am
2019-06-14 17:06
Lieber Herr Pfarrer, danke für Ihr Handeln gemäß dem Evangelium. Es ist schön, eine so positive Publikation zu lesen
Sören schrieb am
2019-06-14 17:14
Das nenne ich Vorbild. Es gibt eben doch noch Hirten, die diesen Namen verdienen!
Eichmann Paul und Trudy, Frauenfeld schrieb am
2019-06-14 17:48
Als Gottesdienstbesucher kennen wir Sie bereits seit vielen Jahren.
Herzlichen Dank für Ihren Einsatz. Wie wir Sie kennen, ahnen wir, dass Sie "rückfällig" werden. Vor einer Busse braucht man sich nicht zu fürchten. Mit Ihrem Verhalten können Sie aber getrost weiterhin in den
Spiegel schauen, ohne sich zu schämen. B R A V O !!!!!
Markus Niggli schrieb am
2019-06-14 18:34
Dort wo der Staat interesselos, gewissenslos ist, haben Sie geholfen! Tatkräftig nach einer Lösung gesucht, wo andere wegschauen. Christus hätte nicht anders gehandelt. Hut ab! Danke.
Sebastian Noss schrieb am
2019-06-14 18:58
Lieber Pfarrer Karber. Bravo & Danke für ihr mutiges Engagement für die Menschlichkeit. "Was ihr einem meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, dass habt ihr mir getan." Gott mit ihnen. sn.
Koller Martin von St. Konrad schrieb am
2019-06-14 21:09
Ich beglückwünsche Sie für dieses mutige Engagement und bedaure, dass die Rechtsordnung unserer „ neutralen“ Schweiz derartige Hilfestellungen für Menschen in Not nicht zulässt.
Peter Vogelsanger schrieb am
2019-06-14 22:27
Pfarrer Karber ist jemand, der nicht Nächstenliebe predigt, sondern sie immer praktiziert! Für seinen selbstlosen Einsatz verdient er den Respekt aller.
Danke Josef und Gott behüte dich!
Hanspeter Isenegger schrieb am
2019-06-15 10:05
Lieber Pfarrer Karber, vielen Dank für Ihr Beispiel von gelebter Nächstenliebe. Ich wünschen Ihnen weiterhin viel Kraft und Mut bei Ihrem unerschrockenen Einsatz für die benachteiligten Mitmenschen.
Susanna Baumann schrieb am
2019-06-15 15:13
DANKE für dieses Zeichen der Solidarität!
Rémy Ammann schrieb am
2019-06-19 15:10
Lieber Josef
was ich Dir beim letzten Kommuniongang angetönt habe, wiederhole ich ganz einfach: BRAVO
auf Wiedersehen
Rémy
David Bösl schrieb am
2019-06-19 15:53
Lieber Josef
Danke für deinen Einsatz und deine Standhaftigkeit. Du bist ein sympathischer bayerischer Sturschädel. Super Engagement! Weltklasse.
Herzliche Grüsse aus Herz Jesu
David
David Bösl schrieb am
2019-06-19 15:53
Lieber Josef
Danke für deinen Einsatz und deine Standhaftigkeit. Du bist ein sympathischer bayerischer Sturschädel. Super Engagement! Weltklasse.
Herzliche Grüsse aus Herz Jesu
David
Esther Gisler Fischer schrieb am
2019-06-21 17:09
Sorry, aber das Vorgehen des röm.-kath. Kollegen war naiv: Er hätte sich darum bemühen müssen, den Aufenthaltsstatus der Frau zu eruieren. In Kenntnis dessen hätte er via ‚Meditrina‘ der medizinischen Anlaufstelle für Sans-Papier des Roten Kreuzes an der Kronenstrasse 10 in 8006 für eine geeignete medizinische Versorgung sorgen können.
Was er gemacht hat, war kein ‚Kirchenasyl‘ im strengen Sinne. Bei einem solchen für von Rück- oder Ausschaffung bedrohten Asylsuchenden wird den Behörden dee Aufenthaltsort bekannt gegeben.
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