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Pfarrer Karber verurteilt wegen Nächstenliebe Katholisch Zürich hält zu Pfarrer Karber

Katholisch Zürich hält zu Pfarrer Karber
"Homeless Jesus" Bronce von Timoty Schmalz zum 50-Jahr-Jubiläum der Gemeinschaft von Sant' Egidio in Rom
Wegen eines Verstosses gegen das Ausländergesetz ist der Zürcher Liebfrauen-Pfarrer Josef Karber zu einer bedingten Strafe verurteilt worden. Er hätte eine Frau, die in Not war und ihn um Hilfe gebeten hat, melden müssen. Diese lebte ohne offizielle Aufenthaltsgenehmigung in einer Wohnung der Pfarrei.
13. Juni 2019 / Katholische Kirche im Kanton Zürich / 27 Kommentare

Josef Karber ist seit 2007 Pfarrer in der Pfarrrei Liebfrauen in der Stadt Zürich. Die im Herzen der Stadt gelegene Pfarrei ist eine zentrale Anlaufstelle für menschen in Not - pro Jahr wenden sich um die 1500 Menschen in Not ans Pfarramt. So kam vor 8 Jahren eine Frau aus Armenien auf den Pfarrer zu, verzweifelt, Sans-Papiers und schwer krebskrank. «Diese Frau war in sehr, sehr grosser Not. Sie war zu dieser Zeit krebskrank, sie brauchte dringend eine Behandlung, damit sie weiterleben kann. Sonst wäre sie heute nicht mehr am Leben.» erklärte Karber den Medien sein Engagement.

Pfarrer Karber
Pfarrer Karber

Unterstützung vom kirchlichen Vorgesetzen

Schweiz Aktuell berichtete am 12. Juni nach der Urteilsverkündung in einem Beitrag Vertreter des Bischofs in Zürich Josef Annen und oberster Chef des Pfarrers: «Wir leben aus einem kirchlichen Auftrag heraus. Das Gesetz ist selbstverständlich zu beachten aber höher steht der Auftrag aus der christlichen Botschaft. Im Zweifelsfall sind wir für den Mensch, der an Leib und Seele bedroht ist. Ich muss ihm einfach helfen. Das kann im Einzelfall gegen die geltende Gesetzgebung sein. Das ist einfach so.»

Grosse Solidarität in den Kommentarspalten

Vielfache Unterstützung und Solidarität erfährt der verurteilte Seelsorger auch in den Kommentarspalten der Medien. So titelte das Newsportal Watson "Zürcher Pfarrer verurteilt, weil er geholfen hat" und lässt in einem kurzen Video nach dem Prozess Karber selber zu Wort kommen. Die meisten Kommentare zeigen sich solidarisch oder zollen ihm mindestens grossen Respekt.

Auch wenn er selber noch ein paar Nächte drüber schlafen wird, bis er weiss, ob der das Urteil weiterziehen wird - klar ist eines: «Ich glaube, ich würde wieder so handeln.» Sicher ist eines: Die verhängte Busse muss er erst bezahlen, wenn er in den kommenden zwei Jahren «rückfällig» wird.

In seinem Schlusswort sagte der Richter: «Danke für Ihr Engagement.»

Wollen auch Sie Pfarrer Karber danken? Ihm Ihre Solidarität mitteilen? Oder ihn mit Ihrem Echo ermutigen? Dann können Sie dies unten auf dieser Seite tun!