Kirche aktuell

Interview-Serie Kirche leben in Corona-Zeiten - mit Andreas Rellstab

Wir fragen kirchlich engagierte Menschen, wie sich ihr Leben und ihre Arbeit im Lockdown verändert haben. Und was nach Corona davon bleibt. Heute mit Andreas Rellstab, Pfarrer im Zürcher Seelsorgeraum St. Anton-Maria Krönung.
27. April 2020 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

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Was war für Sie das einschneidenste Ereignis seit dem Lockdown? 

Das Wegfallen der meisten direkten Kontakte.

Wie gehen Sie persönlich mit der neuen Situation um?

Ich pflege weiterhin einen klar strukturierten Tagesablauf und freue mich an dem, was ist, statt mich auf das zu konzentrieren, was nicht mehr ist.

Ihr schönstes Erlebnis in der Corona-Zeit? 

Viele Familien haben mit Gottesdienstverlagen die Karwoche und Ostern zu Hause gefeiert und davon Fotos gemacht. Hauskirche ist erwacht.

Hat Corona die Kirche verändert?

Wir überlegen uns viel mehr, wie wir zu den Menschen gelangen. Bisher haben wir tolle Angebote gemacht und gewartet, dass die Leute kommen.

Was soll nach dem Ausnahmezustand für das kirchliche Leben bewahrt werden? 

Eigenverantwortung der Gläubigen: Gottesdienste in der Hauskirche und gelebte Eucharistie als Dienst an den Menschen (z.B. durch Essenspakte für den Verein Incontro).

Was haben Sie persönlich aus der Corona-Crise gelernt? 

Auf Vieles, was wir bisher gemacht haben, werden wir wohl künftig verzichten können, dafür soll Raum geschaffen werden für Neues.

Hat der Lockdown neben all der bedrückenden Seiten auch etwas Gutes? 

Aus kirchlicher Sicht ja: Diakonie als eine der Hauptaufgaben der Kirche wurde bisher an Institutionen delegiert, zum Beispiel die Caritas oder andere. Nun wird sie auch für die Pfarreien wichtiger. Daher: Ja, er hat auch etwas Gutes.

 

Bild

Andreas Rellstab. Foto: Christoph Wider