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Fair Trade Mode Geschäft mit gutem Gewissen

Von fair produzierter Mode sollen alle profitieren: vom Kleinbauern über die Textilarbeiterinnen bis hin zur Marke selbst. Kann man anderen helfen und erst noch Geld damit verdienen? Einige junge Schweizer Modemacher versuchen es.
10. Oktober 2019 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

Es braucht nicht viel für einen Moment des Glücks. Wer sein designiertes neues Lieblingsshirt zur Ladenkasse trägt oder das Paket mit der Markenhose zum halben Preis öffnet, darf mit einem Stimmungshoch rechnen – zumindest kurzfristig, bis das nächste Angebot lockt.
Doch mit unseren Shoppingtouren legitimieren wir ein fragwürdiges System. Wer für 30 Franken ein T-Shirt kauft, bezahlt der Arbeiterin, die das Stück zusammengenäht hat, gerade einmal 20 Rappen. Das ist, selbst wenn man die Lebensbedingungen in den Produktionsländern berücksichtigt, zu wenig zum Leben. Viele Textilarbeiter in Ländern wie Indien oder Bangladesch leben in Armut und arbeiten unter prekärsten Arbeitsbedingungen. Dazu kommen ökologische Probleme: Alleine mit der Produktion eines einzelnen T-Shirts werden beispielsweise 2720 Liter Wasser verbraucht – so viel, wie jeder von uns innerhalb von drei Jahren trinkt.

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Immer lauter ist deshalb in letzter Zeit der Ruf nach fair produzierter Mode geworden. Die Branche hat auf die steigende Nachfrage rea-giert. Kleine wie grosse Labels bieten Kleider an, die angeblich nachhaltig produziert werden. Ist es möglich, dass dieser Trend die Modebranche fairer macht und die Labels gleichzeitig davon profitieren?

Der Begriff Fair Trade geht zurück auf Wohlfahrts- und Hilfs-Organisationen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA und später auch in Europa Waren importierten und weiterverkauften. Sie taten dies aus reiner Wohltätigkeit – hinter vielen «Dritte-Welt-Läden» steckten kirchliche Gruppen. In den 90er-Jahren stieg die Nachfrage nach den exotischen Produkten, und immer mehr konventionelle Händler begannen, Fair-Trade-Produkte zu vertreiben. Es ging also nicht mehr nur ums Helfen, sondern auch ums Geschäft. Die Kleinbauern in den Produktionsländern wurden von Wohltätigkeitsempfängern zu Handelspartnern. Heute wird unter Fair Trade nicht nur ein gerechter Lohn, sondern auch soziale Arbeitsbedingungen und ökologischer Anbau verstanden.
Anfangs war es noch vergleichsweise einfach gewesen, die Einhaltung dieser Standards zu garantieren. Denn die Lieferketten waren einigermassen überschaubar, wo sich doch der faire Handel auf traditionelles Handwerk sowie landwirtschaftliche Güter wie Kaffee, Tee, Bananen oder Kakao beschränkte. Das änderte sich, als sich Fair Trade auf industrielle Produkte wie eben Kleider ausweitete. Neben Kleinbauern mussten nun auch diverse Textilarbeiter und Zwischenhändler die vorgegebenen Umweltstandards einhalten und fair entlöhnt werden – kein einfaches Unterfangen für die Modemacher.

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Fair Trade Mode