Kirche aktuell

Caritas Zürich Hilfe für Schweizer Fahrende

Sie gehören zu den indirekt Betroffenen der Coronakrise. Viele selbständige Jenische, Sinti und Roma haben kaum noch Arbeit, um ihre täglichen Lebenskosten zu decken. Ein neugeschaffenes Unterstützungsangebot ist angelaufen, Caritas Zürich übernimmt dabei die Überprüfung der Überbrückungshilfen.
28. April 2020 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

Ab sofort können selbständige Schweizer Fahrende staatliche Erwerbsausfall-Entschädigung beantragen. Da diese in den meisten Fällen nicht existenzsichernd sind, müssen sie sich auch bei der Sozialhilfe anmelden. Ziel des neu geschaffenen Unterstützungsangebots ist die individuelle Abklärung der Betroffenen, ihre Begleitung bei den Anmeldeformalitäten und in Einzelfällen das Auszahlen von Überbrückungsbeiträgen.

Das Projekt, welches von der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende mitinitiiert wurde, ist breit abgestützt. Die Anlaufstellen der Stiftung Naschet Jenische bieten die Beratung und die Begleitung schweizweit an. Caritas Zürich übernimmt die Überprüfung der Überbrückungshilfen. Unterstützt wird das Angebot auch vom Bundesamt für Kultur. Die Beratungsstelle ist von Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr erreichbar: 031 352 52 50, info@naschet-jenische.ch.

Caritas Zürich bietet Armutsbetroffenen weiterhin Hilfe an, insbesondere mit der Familien- und Schuldenberatung (044 366 68 28). «Die Beratungen sind», so Caritas-Direktor Max Elmiger, «in der Coronakrise zwar noch nicht explodiert, der Trend zeigt aber klar noch oben». Hingegen seien die drei Caritas-Märkte in der Stadt Zürich mit 15% mehr Umsatz zeiweilig an ihre Grenzen gestossen. Elmiger: «Am meisten beeindruckt haben mich die vielen Anfragen von Freiwilligen und die grosse Solidarität zwischen ihnen und den Caritas-Mitarbeitenden.»