Kirche aktuell

Filme aus anderen Perspektiven betrachten

Bereits zum dritten Mal verleihen die reformierte und die katholische Kirche des Kantons Zürich am Zurich Film Festival ZFF einen Filmpreis. Als Jurorin konnte Barbara Miller, Regisseurin des erfolgreichen religionskritischen Films „Female Pleasure“, gewonnen werden.
13. September 2019 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

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Barbara Miller schuf mit "Female Pleasure" einen viel beachteten Film. Bild: zVg
„Ich habe als Regisseurin immer wieder erlebt, dass kirchliche Kreise in der Schweiz und in Deutschland eine lange Tradition und eine rege Auseinandersetzung mit verschiedenen Filmen haben, meist mit humanitärem Charakter, die ich sehr interessant finde“, sagt Barbara Miller, Schweizer Regisseurin und neues Jurymitglied des kirchlichen Filmpreises am ZFF. Sie hat sich für diese Aufgabe gewinnen lassen, da sie es interessant findet, „Filme immer wieder aus anderen Perspektiven zu betrachten, dieses Mal nun aus kirchlich-religiöser Perspektive, die ich sonst im Leben eigentlich fast nie einnehme“, sagt sie. Der Filmpreis der Kirchen wird am Donnerstag, 3. Oktober, im Rahmen des Zurich Film Festival verliehen.

Bei den ausgewählten Filmen will Barbara Miller besonders „auf gute, berührende Geschichten“ achten, „die stringent und kreativ umgesetzt werden“, sagt die Regisseurin. 

„Das Hauptkriterium wird für mich aber sein, dass sich die Filme für Menschenrechte und Gerechtigkeit und gegen Diskriminierungen einsetzen."

Filme, die das Bewusstsein verändern

Am ZFF wird die ökumenische Jury aus der Wettbewerbsreihe „Fokus: Schweiz, Deutschland und Österreich“ mit zehn bis zwölf Beiträgen einen Film auswählen. In der von Filmdozentin Lucie Bader präsidierten Jury sitzen neben Barbara Miller der Filmkritiker und Chefredaktor des Zürcher Pfarrblatts forum Thomas Binotto, der reformierte Kirchenrat Andrea Marco Bianca sowie der katholische, ehemalige Synodalrat Zeno Cavigelli.

Präsidentin Lucie Bader ist gespannt auf die neue Edition des ZFF und freut sich auf die interessanten Auseinandersetzungen in der Jury. „Auch dieses Jahr werden wir den Fokus auf das Wesentliche setzen und einen Film mit hohen ethischen und künstlerischen Ansprüchen auszeichnen, im Wissen darum, dass Filme das Bewusstsein verändern können“, sagt sie. So ist es ihr mit dem letztjährigen Siegerfilm „Welcome to Sodom“ ergangen, der die erschütternde Realität von Menschen auf der grössten Elektroschrotthalde der Welt in Ghana dokumentiert. „Die kraftvollen Filmbilder, die ich damals gesehen habe, bringe ich nicht mehr aus dem Kopf. Sie bleiben hängen und beeinflussen seither mein Leben im Alltag nachhaltig“, sagt Lucie Bader.

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Dialog zwischen Religionen und Kulturen fördern

Die ökumenische Jury bewertet die künstlerische Qualität, die biblische Sichtweise, die christliche Verantwortung und die Relevanz der Filme in Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Dabei werden Filme mit universeller Perspektive gesucht. Zudem sollen die Beiträge auch christliche Verantwortung, Humanität und Menschenrechte berücksichtigen.

Der kirchliche Filmpreis will den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen fördern. Er besteht aus einer Urkunde und dem Preisgeld von 5000 Franken.

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