Kirche aktuell

mit Doris Wagner und Jacqueline Fehr Zeichen setzen gegen Missbrauch

Samstag, 29. Juni, rufen Zürcher Theologinnen und Theologen in Bern auf dem Helvetiaplatz zur nationalen Kundgebung auf. Doris Wagner, Philosophin und als ehemalige Ordensfrau selbst Betroffene, ist mit dabei und stellt sich einem öffentlichen Gespräch. Prominente Unterstützung erhält das Aktionsbündnis «Zeichen gegen Missbrauch» von der Zürcher Kirche und der 'Religionsministerin' Jacqueline Fehr.
25. Juni 2019 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

Im Rahmen der nationalen Kundgebung, die um 5 nach 12 mittags startet, wird auch eine Grussbotschaft der Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr verlesen.  Sie gratuliert den Organisatorinnen für ihr «wichtiges und richtiges Zeichen» und ermuntert sie: «Bleiben Sie dran!» Sie stelle als Justiz- und Kirchenministerin des Kantons Zürich keine staatlichen Forderungen an die Kirche. Sie wolle und könne aber Fragen stellen: 

«Ich will den Blick vielmehr auf die Strukturen lenken und folgende Frage stellen: Wie würde sich die römisch-katholische Kirche entwickeln, wenn die Frauen darin den Männern vollkommen gleichgestellt wären?» Und: «Aus persönlicher und ethischer Sicht stehe ich voll und ganz hinter Ihren Forderungen: Missbrauch von Menschen ist stets eine unerträgliche Verletzung menschlicher Würde. Missbrauch war nie zu rechtfertigen, ist es auch heute nicht und wird es nie sein.»

Zu den Forderungen des Bündnisses von Theologinnen und Theologen aus Zürich gehören vor allem:

  • strukturelle Veränderungen in der römisch-katholischen Kirche, welche das Amtsverständnis, die Zulassungsbedingungen zum Priesteramt sowie die Gleichberechtigung aller Gläubigen betreffen;
  • ein Mentalitätswandel auf der kirchlichen Führungsebene: Nicht die Institution Kirche muss geschützt werden, sondern die Menschen, die sich ihr anvertrauen.

Die Kundgebung «Zeichen gegen Missbrauch», so die Organisatorinnen, finde aus Solidarität mit den Opfern statt und aus der Überzeugung, dass die römisch-katholische Kirche als nur transparente, menschenfreundliche, gerechte und gleichberechtigte Gemeinschaft eine Zukunft hat.

Auch Josef Annen, Delegierter des Apostolischen Administrators für die Bistumsregion Zürich/Glarus, ist mit seinen Gedanken bei den Opfern:

«Ihre Berichte sind erschütternd. Ich freue mich, wenn der Anlass dazu beiträgt, die seelische, geistige und körperliche Unversehrtheit der Menschen im Bereich der Kirche zu schützen.» 

Synodalratpräsidentin Franziska Driessen-Reding ist beeindruckt, wie Theologinnen und Theologen aus dem Kanton Zürich die Initiative für diese Kundgebung ergriffen haben.

«Jahrelang haben sie als Seelsorgerinnen und Seelsorger still gewirkt. Jetzt erheben sie ihre Stimme gegen Missbrauch in der Kirche und werden laut. Mit unseren Möglichkeiten unterstützen wir sie und rufen ihnen zu: Weiter so!»

Das Bündnis ist verbunden mit dem Fachgremium der Schweizerischen Bischofskonferenz «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» sowie mit den Initiativen «Gebet am Donnerstag» und «Wir haben es satt! Für eine Kirche umfassender Gleichwertigkeit».

 

Nationale Kundgebung
Ort: Helvetiaplatz in Bern
Wann: 12.05 Uhr
Öffentliche Diskussion mit Doris Wagner zwischen 14.30 und 16.00 Uhr in der Berner Pfarrei Bruder Klaus

 

application/pdf Botschaft Jacqueline Fehr.pdf — 40.8 KB