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Megatrends in der Jugendarbeit Die Jungen und die grossen Veränderungen

Jugendseelsorge, Aus- und Weiterbildung Marketing und PR
Tobias Holzer
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2020 hat das Corona-Virus den Menschen auf der ganzen Welt viel Leid gebracht. Daneben hat es die Digitalisierung befeuert, die landläufig als der Megatrend schlechthin gilt. Was aber genau ist ein Megatrend? Was macht ihn aus? Eines lässt sich mit Bestimmtheit sagen: Kinder und Jugendliche von heute werden einen positiven Umgang mit diesen Umwälzungen finden müssen.
15. Dezember 2020 2 Kommentare

Es ist eine einfache Geschichte: Das Corona-Virus macht krank und kann den Menschen ungeheures Leid bringen. Darum versuchen wir alles, um die Verbreitung einzudämmen. Viele von uns arbeiten seit dem Frühling (wo das möglich ist) im Home-Office. Auch in Branchen, in denen man vorher meist abgewunken hat: bei Banken, Pensionskassen oder in der Beratung. Wir treffen unsere Freunde über Skype, kaufen online ein und besuchen virtuell den Gottesdienst. So wird das Virus zum Technologie-Treiber, es gibt der zunehmenden Digitalisierung vieler Lebensbereiche zusätzlichen Schwung. Landläufig gilt die Digitalisierung denn auch als der Megatrend schlechthin. Was aber genau ein Megatrend ist, was ihn ausmacht und welche Entwicklungen konkret unsere Lebenswelt in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig verändern, darüber gehen die Meinungen auseinander.

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Foto: Binary, Gerd Altmann from Pixabay

Megatrends: «Lawinen in Zeitlupe»?

Eine schöne – aber unpräzise – Metapher hat das Zukunftsinstitut in Frankfurt gefunden: Megatrends seien «Lawinen in Zeitlupe». Unpräzise, weil Megatrends nicht einfach ein Band der Zerstörung hinterlassen. Wie viele Veränderungen erschliessen auch sie neue Wege und eröffnen Opportunitäten. Die Wucht und die Wirkmächtigkeit können aber sehr wohl mit einer Lawine verglichen werden. Megatrends sind nicht einfach Anpassungen einzelner Lebensgewohnheiten. Wir laden MP3-Dateien auf unser Smartphone, anstatt Schallplatten zu kaufen oder sind bei einer Car-Sharing-Plattform, anstatt ein eigenes Auto zu besitzen. Es sind Entwicklungen, die alle unsere Lebensbereiche betreffen: die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Politik, die Bildung und – in letzter Konsequenz – die menschliche Natur. Yuval Noah Harari beschreibt in seinem Bestseller «Homo Deus», in welche Richtung die Reise gehen könnte.

 

Kinder und Jugendliche als Betroffene

Treiber dieser Umwälzungen sind neben dem technologischen Fortschritt, die Klimaveränderung, die Demografie oder die Covid19-Pandemie. Mit diesen Treibern werden Szenarien entwickelt, die konkrete Konsequenzen auf unser Leben skizzieren. Dass Kinder und Jugendliche davon am stärksten betroffen sind, liegt auf der Hand. Jakub Samochowiec vom Gottlieb-Duttweiler-Institut hat darum untersucht, welche Fähigkeiten zur Bewältigung dieser Szenarien wichtig sind. Im Workshop «Megatrends in der Jugendarbeit» am 28. Januar erarbeitet er gemeinsam mit Jugendarbeitenden Strategien, um diese Generation bestmöglich darauf vorzubereiten. Und es gibt viel Grund zur Zuversicht. So bekräftigte Toni Berthel, ehemaliger Co-Direktor der integrierten Psychiatrie Winterthur, an unserer Tagung «Jugend und Arbeit»: «Junge Menschen kommen mit den technologischen Umwälzungen und Veränderungen in der Welt in der Regel besser zurecht als wir Erwachsenen.»