Prozession Felix, Regula und Exuperantius Urgeschichte der Zuwanderung
Die ersten Migranten der Limmatstadt
Historisch betrachtet stammten die Geschwister und ihr Diener aus Ägypten. Als Mitglieder der christlichen Thebäischen Legion flüchteten sie über die Alpen, um der römischen Christenverfolgung zu entgehen. Die Zürcher Kirchen rücken diesen Aspekt bewusst in den Fokus: Die offiziellen Schutzpatrone der Schweizer Wirtschaftsmetropole, die bis heute das Zürcher Staatssiegel zieren, waren afrikanische Geflüchtete.

Der Schädelraub: Wo sind die Reliquien heute?
Lange glaubte man, die Gebeine seien während des reformierten Bildersturms unter Huldrych Zwingli im Jahr 1524 zerstört worden. Neuere historische Aufarbeitungen zeigen jedoch ein krimireifes Szenario: Ein katholischer Bauer aus dem Kanton Uri schmuggelte die echten Schädel von Felix und Regula damals heimlich aus dem Grossmünster. Untersuchungen in den Achtziger Jahren ergaben aber, dass wohl nur der Schädel von Exuperantius in Andermatt liegt.
Die 1950 erbaute katholische Kirche St. Felix und Regula im Zürcher Quartier Hard erhielt zur Kirchweihe Reliquien. Dabei handelte es sich allerdings um Teile von Rippenknochen der Heiligen, die historisch aus dem Kloster Einsiedeln übergeben wurden, sowie weitere Reliquienteile aus Andermatt, um die Tradition in Zürich neu zu beleben.
Interkulturelles Comeback in der Altstadt
Nach Jahrhunderten des Schweigens erlebt die Tradition im 21. Jahrhundert eine unerwartete Renaissance. Angeführt von orthodoxen und koptischen Christinnen und Christen – viele von ihnen mit denselben ägyptischen Wurzeln wie die Heiligen selbst – zieht die feierliche Prozession seit ein paar Jahren wieder über die historische «liturgische Achse» (Lindenhof, Wasserkirche, Grossmünster). Sie schlägt damit eine Brücke zwischen Zürcher Urgeschichte und moderner Zuwanderung.
Das gesamte Programm der Prozession vom 13. September finden sie hier.
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