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Neue forum-Ausgabe Einheit ist kein Klotz: 100 Jahre Chiara Lubich

Elisabeth Reusser lebt seit 42 Jahren als reformierte Bernerin in einer Fokolar-Gemeinschaft. Am Anfang stand die Suche einer 20-Jährigen nach gelebtem Christentum.
07. März 2020 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

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Elisabeth Reusser, an der Hausecke ihrer Fokolar-Gemeinschaft hängt eine Plakette auf der «Ideale» steht. Was hat es damit auf sich?
Elisabeth Reusser: Das ist die Handschrift Chiara Lubichs. Unsere Fokolar-Gemeinschaft hat sie vor vielen Jahren um ein Motto gebeten. Sie hat uns das Wort «Ideale» mit auf den Weg gegeben.

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Lubich war Italienerin. Es geht also nicht um einen Plural von «Ideal» …
… ja, das mag für Aussenstehende vielleicht seltsam absolut wirken, denn es gibt natürlich verschiedene Ideale, die damit nicht abgewertet sein wollen. Für uns als Gemeinschaft ist das Ideal der ersten Christen gemeint, das alltäg-liche Bestreben, das Evangelium zu leben.

In diesem Jahr wäre Chiara Lubich, die Gründerin der Fokolar-Bewegung, 100 Jahre alt geworden. Was bedeutet sie Ihnen?
Was mich an ihr beeindruckt hat, war ihre phänomenale Begeisterungsfähigkeit, ihre Lebendigkeit und auch ihre Gabe, sich mitzuteilen. Sie hat uns eindringlich vermittelt, dass es auf dieser Welt anders aussehen müsste, wenn wir das Evangelium wirklich radikal leben würden. Das hat mich als Jugendliche fasziniert. Ich habe zwar nicht zur 68er-Bewegung gehört, war aber auch überzeugt, dass es eine Revolution braucht, eine Revolution der Liebe.

Lubich war zweifellos eine Charismatikerin. War sie auch autoritär?
Ich habe sie vor allem als mitreissende Persönlichkeit erlebt. Die Dringlichkeit und Verbindlichkeit ihrer Botschaft hat mich – vielleicht gerade als Reformierte – angezogen. Ich fand mich davon aber nie unter Druck gesetzt.
Im Rückblick ist uns allen klar: Die Pionierzeit, in der Chiara Lubich alles, auch alle ihre In-tuitionen, mit uns teilte, und in der wir versuchten, diese sofort mit allen Kräften umzusetzen, das war eine faszinierende Zeit, die sicher manchmal auch auf Kosten der Gesundheit ging. Ich hatte aber nie den Eindruck, dass Chiara Lubich autoritär war, sie hatte einfach dieses dynamische Naturell.

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