Kirche aktuell

Zwingli-Gsprööch Gymi-Schülerinnen und Schüler im «Disputations-Fieber»

Rund 120 junge Männer und Frauen diskutierten angeregt und gehaltvoll am «Zwingli-Gsprööch» am Freien Gymnasium im Zürcher Seefeld. Teil der verschiedenen Runden waren auch externe Gäste: der Münchner Theologie-Professor Reiner Anselm, Neumünster-Pfarrer Res Peter sowie Urs Frey, Präsident des Quartiervereins Riesbach.
23. September 2019 / Katholische Kirche im Kanton Zürich

3 mal 30 Minuten debattierten die engagierten Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse über die Themen: «Darf man eine Bibel verbrennen?» «Sind Egoisten wie Loredana, Donald Trump und Roger Federer böse?» und «Darf der Staat von jeder Bürger/jeder Bürgerin einen Dienst erwarten?».

Dass alle drei Diskussionsrunden auch mit viel Beteiligung aus dem Publikum aufgrund der vorgegebenen Zeit mittendrin beendet werden mussten, bewies das starke Engagement: Es ging um Gut und Böse, positiven Egoismus, um moralische und ethische Fragen, juristische Straftaten oder Steuerhinterziehung, Leistungen für die Gemeinschaft durch den Bürgerdienst oder durch eine Lehre im Pflegebereich.

Besonders gelungene Vergleiche erhielten Lacher, erhobene Zeigefinger der «erwachsenen» Diskussionsteilnehmer zur vermeintlich egoistischen jungen Generation wurden gekonnt ignoriert. Ganz persönliche Statements zu Leistungsdruck und Anerkennung durch Freundlichkeit honorierten die Schülerinnen und Schüler mit konzentriertem Zuhören und Applaus, der natürlich euphorischer ausfiel für die Kollegen und Kolleginnen der eigenen Klasse, die sich auf der Podiumsbühne präsentierten. Im Flur gingen die Diskussionen gleich weiter.

 

Geiz und Gemeinnützigkeit

Zu Gast am Anlass war auch Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist, ehemaliger «Freigymler» und Initiator des Zwingli-Gsprööchs in der Aula. Er war hochzufrieden mit den drei Disputationen:

«Die Jungen haben unverbraucht und überraschend diskutiert, zu klar reformatorischen Themen wir Geiz oder Gemeinnützigkeit.»

Im Anschluss an die Diskussion enthüllten Lernende und Lehrende des «Freigymis» den knallblauen «Humanismus-Zwingli» unweit des Schulhauses an der Seefeldstrasse. Hier verliehen die Schüler auch den Prix libref.ch an Organisationen, die sie innerhalb des Philosophie-Unterrichts ausgesucht hatten. Je 1000 Franken gingen an «Aiducation International» und «Operation Rescue». Beide Projekte ermöglichen ausgewählten, talentierten Kindern aus armen Familien Bildung mittels Stipendien.

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Erste Disputation: Darf man eine Bibel verbrennen?

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Viel Beteiligung aus dem Publikum.

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Ein verpflichtender Bürgerdienst stand zur Debatte.

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Engagiert und fundiert nahmen die 5. und 6. Klässler teil.

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Zwingli, noch verhüllt.

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Der blaue Humanismus-Zwingli

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