Kirche aktuell

Spenden gesucht! Hilfe für Randständige in Zürich

Sie stehen schon am Rand unserer Gesellschaft und sie trifft die Corona-Krise besonders: Obdachlose können nirgendwo mehr hin, da die meisten Anlaufstationen geschlossen sind. Schwester Ariane organisiert Essenspakete für sie.
14. April 2020 Katholische Kirche im Kanton Zürich 2 Kommentare

Bereits letzte Woche erreichte das Generalvikariat Zürich ein Hilferuf von Schwester Ariane Stöcklin vom Verein „Incontro“. „Die Krise um Corona trifft die ganze Gesellschaft in unvorhersehbarer Härte mit noch nicht absehbaren Konsequenzen. Existenziell davon betroffen sind die randständigen Menschen unserer Stadt, die sich unter kein Obdach mehr zurückziehen können, da deren Auffangstationen wegen verschärfter Anordnungen nicht in gewohnter Weise fortgeführt werden können,“ hiess es in einem Mail der Theologin, die sich auch an Pfarreien und weitere katholische Institutionen gewandt hat.

Gemeinsam an einem Strick ziehen

Bereits 5000 Franken Soforthilfe hat der Synodalrat gesprochen. Der zuständige Ressortverantwortliche Daniel Otth hat diese Woche selbst mit Hand angelegt und Lebensmittel in Tüten verpackt, die an obdachlose Menschen verteilt werden sollen. „Mehrere Hundert Migrossäcke sowie Coopschachteln mit Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Süssigkeiten und leicht kaubaren Lebensmitteln wie Toastbrot etc. für die zahnlosen Obdachlosen haben Freiwillige zum Beispiel aus der Pfarrei Küsnacht verpackt“, erzählt er – natürlich waren alle Helfenden mit Mundschutz ausgestattet. „Das Engagement zeigt gut, welche möglichen Bedürfnisse, Dringlichkeiten oder Herausforderungen in den nächsten Wochen auf uns zu kommen.“   

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Jeden Abend ab 17 Uhr werden unter dem Motto „Broken Bread“ die Lebensmittel auf der Gasse an Bedürftige verteilt, die momentan nirgendwo mehr hinkönnen, da Einrichtungen wie der Pfuusbus geschlossen wurden. Auch ein kostenloses Take Away-Essen gibt es jeden Abend auf der Langstrasse – organisiert von „Incontro“.

Unterstützung gefragt!

Mit einer Geldspende oder einer Sachspende in Form von Lebensmittelpaketen können Sie diese Not-wendende Aktion unterstützen.

Hier die Angaben zum Spendenkonto:
Verein Incontro (8004 Zürich)
IBAN: CH 68 002 302 306 919 330 1 U

«incontro» ist ein steuerbefreiter Verein.

Unter dieser Mail-Adresse kann der Verein erreicht werden: open-hearts@bluewin.ch

 

Packliste für Pakete hier herunterladen. 

Die Lebensmittelpakete können in folgenden Kirchen beim Altar deponiert werden: 

In der Stadt Zürich

  • Hl. Geist
  • St. Anton
  • Maria Krönung
  • St. Konrad
  • Heilig Kreuz
  • Felix und Regula
  • Maria Lourdes
  • Br. Klaus
  • Mission Catholique de Langue Française
  • Erlöser
  • St. Katharina
  • Guthirt
  • St. Gallus

Im Kanton Zürich

  • St. Agnes, Erlenbach
  • St. Georg, Küsnacht
  • Pfarreien Freienbach/Pfäffikon
  • Pfarreien Affoltern am Albis und Oberfelden
  • Dreifaltigkeit, Adliswil
  • St. Niklaus, Hombrechtikon
  • St. Mauritius, Bonstettem
  • St. Franziskus, Wetzikon
  • Hl. Geist, Wetzikon

Hier finden Sie die Adressen der Kirchgemeinden.

 

Sr. Ariane berichtet von einem Abend :

Carla und ihre Freundin bekamen keine warme Mahlzeit mehr. Alle Mahlzeiten waren schon ausgegeben. Zwei von unseren Freiwilligen gingen zurück und holten für beide Frauen zwei Lebensmittelpakete. Ich blieb mit meinem Mitarbeiter bei Carla und sie erzählte uns in dieser halben Stunde ihre Lebensgeschichte, die voller Gewalt ist. Als die Pakete ankamen, kam Pauli - einer unserer drogensüchtigen Freunde, der auch eindrückliche Bilder malt - um die Strassenecke. Auch er fragte nach einem Paket. Doch wir hatten nur die zwei Pakete, die wir für diese zwei Frauen geholt haben. Carla sagte sofort zu Pauli, den sie nicht kannte: „Du darfst mein Paket haben. Wir teilen." Pauli war überglücklich. Schickte ihr ein Küsschen - natürlich mit zwei Meter Abstand. Er freute sich dermassen über das Paket. Er griff hinein und nahm den Kaffee raus und sagte: „Genau das wünschte ich mir. Genau das. Genau das! He, genau das. Ihr seid die besten. Euch werde ich mal ein ganz grosses Bild malen.“

Es war ein wunderbarer Moment des Teilens, der Freude, der Dankbarkeit, der Menschlichkeit.