Bistumstag im Zürcher HB Erinnerungen, die bleiben
Bereits vor Beginn des Gottesdienstes war die Halle zum Bersten voll. Die 2000 Hostien reichten im Zürcher Hauptbahnhof bei Weitem nicht aus, um allen Besucherinnen und Besuchern die Kommunion zu spenden. Schätzungsweise rund 4000 Menschen nahmen am Bistumstag teil, mit dem das Bistum Chur sein Jubeljahr abschloss.
Der Mann mit der Drohne
Mittendrin und bereit für die Aufnahme seines Lebens: Timo Rüede mit seiner Drohne. Die Linzenz zum Fliegen hatte der 29-jährige Sohn von Natascha Rüede, Leiterin Jugendseelsorge und OK-Mitglied Bistumstag, bereits vor längerer Zeit erworben. Auch die Bewilligung der SBB, die im Vorfeld eines solchen Events eingeholt werden muss, lag vor.
Um 8 Uhr stand Rüede dann am Sonnntag in der Halle – früh genug und bereit für einen Einzug, wie es ihn so schnell wohl nicht mehr gegeben wird: mit 140 Ministrantinnen und Ministranten, kurz «Minis» genannt. «Ich wusste, dieses Bild musste ich einfach einfangen. Dann ist alles gut.» Doch genau das machte ihn nervös. Hinzu kam, dass Rüede im privaten Bereich zwar viel Erfahrung gesammelt hatte, einen Drohnenflug an einem Grossanlass jedoch noch nie durchgeführt hatte. «Es musste einfach beim ersten Mal klappen.»
Dass die Drohne über die Köpfe der Menschen fliegen würde, machte den im Hauptberuf als Sekundarleher tätige Rüede zusätzlich nervös. «Doch die Auflagen der SBB sind streng. So darf das Flugobjekt nicht mehr als 250 Gramm wiegen», erklärt er.
Der Einsatz bedingte zudem eine präzise Vorbereitung und grösste Sorgfalt. So muss die Programmierung der Drohne jeweils am Einsatztag erfolgen, da sie beim Wechseln der Batterie – was etwa stündlich nötig ist – wieder gelöscht wird. Relevante Punkte werden im Voraus festgelegt, und die Technologie ist heute so entwickelt, dass die Drohne dank Sensoren selbst erkennt, wenn sie einem Hindernis zu nahe kommt. «Dann bremst sie automatisch ab.» Er schmunzelt: «Ich habe hoffentlich niemanden gestört.»
Berührt vom Tag ist auch Toni Feola. «Das Bild des scheinbar endlosen Einzugs und das Strahlen vom Bischof, als er all die Ministrantinnen und Ministranten sah, haben sich tief in mein Herz eingebrannt», sagt Feola, der in der Jugendseelsorge für die Fachbereiche Firmung und Ministranten verantwortlich ist. «Besonders dankbar bin ich, dass der ganze Tag trotz der grossen Zahl an Teilnehmenden reibungslos verlaufen ist.»
Eine Herausforderung sei gewesen, dass einigen Ministrantinnen und Ministranten aus Platzgründen abgesagt werden musste. Kaum zu glauben, aber wahr: Noch mehr junge Menschen hatten sich zum Gottesdienst am Bistumstag angemeldet. «Ja, so ist es», schmunzelt Toni Feola. Er ist überzeugt, dass sich junge Menschen «nicht zuerst gerufen fühlen, weil wir sie brauchen, sondern weil sie erfahren, dass sie willkommen sind.»
Als nächstes lag das Video- und Bildmaterial von Timo Rüede und seiner Drohne zur Bearbeitung vor. Nun kam nebst der kircheninternen Social-Media-Verantwortlichen Saskia Richter, die am Tag selber ebenfalls fleissig postete, der Freiwillige Samuele Carrozza ins Spiel. Ein Freund von Roberto Bosco. Dieser hatte die Betreuung der Ministrantinnen und Ministranten während des Gottesdienstes ebenfalls ehrenamtlich übernommen und arbeitet hauptberuflich als Banker. Carrozza wiederum studiert berufsbegleitend Business Adminstration mit Schwerpunkt Kommunikationsmanagement und arbeitet parallell dazu im Bereich Social Media und Marketing.
«Die Gemeinschaft gesp¨ürt»
«Als ich zum ersten Mal von meinem Freund Roberto vom Bistunstag gehört habe, wurde ich neugierig: Zürich Hauptbahnhof und Messe, das geht doch nicht zusammen?», dachte er. Doch als er am Sonntagmorgen in die Halle gekommen sei, habe er sofort gespürt, wie dort Gemeinschaft entstand, und wie viele Pfarreien zusammengekommen waren. «Es war wunderschön», meint er, «vom Gottesdienst über die Stände bis hin zum Bühnenprogramm.»
Auch in seiner eigenen Kirchgemeinde engagiert sich Carrozza freiwillig als Firm- und Jugendbegleiter und leitet eine Jugendgemeinschaftsgruppe. «Darum habe ich sofort zugesagt. Ich unterstüzte gerne Anlässe, bei denen Gemeinschaft entsteht.»
In seiner Freizeit wird Samuele Carrozza bis Mitte Juni für die Kirche zudem einen längeren Film schneiden, den die Kommunikation für ihre Website und die Social-Media-Kanäle nutzen wird. Eine Kurzversion für Instagram hat er bereits geschnitten. Sie zeigt den Gottesdienst und den Chor in einer modern aufbereiteten Version und wurde auf den Kanälen vielfach aufgerufen.
Mit Carrozza unterwegs waren auch weitere Personen hinter der Kamera – allen voran der vom Organisationskommitee engagierte Fotograf Dennis Baumann. Insgesamt 3500 Bilder hat er am Bistumstag aufgenommen. Inzwischen hat er rund 200 davon ausgewählt und bearbeitet.
«Ich habe den Tag als absolut genial erlebt», schwärmt auch der professionelle Fotograf. «Ich rannte den ganzen Tag zwischen Ständen, Bühne und Geschehnissen hin un her, um nichts zu verpassen, und war am Abend von all den Eindrücken regelrecht überwältigt.»
Damit stand er wohl nicht alleine da.
Der Bistumstag war auch in den Medien präsent, beispielsweise auf Tele Züri. Zudem gibt es einen umfassenden Bericht und eine Fotogalerie im Forum. Den gesammelten Medienspiegel finden Sie auf unserer Website hier. Wer Zugang zu weiteren Bildern will, auch zwecks Nutzung für die eigene Webseite, kann sich direkt melden bei Manuela Moser, OK-Mitglied Bistumstag und Informationsbeauftragte des Generalvikars.
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Minis beim Gottesdienst in der Bahnhofshalle. Foto: Dennis Baumann
Minis beim Gottesdienst in der Bahnhofshalle. Foto: Dennis Baumann
Eva Maria Faber und Claude Bachmann von der Theologischen Hochschule Chur im Gespräch auf dem Plaudersofa. Foto: Dennis Baumann
Eva Maria Faber und Claude Bachmann von der Theologischen Hochschule Chur im Gespräch auf dem Plaudersofa. Foto: Dennis Baumann
Bruder Paul Zahner (Mitte) vom Franziskanerkloster Mariaburg, Näfels, im Gespräch. Foto: Dennis Baumann
Bruder Paul Zahner (Mitte) vom Franziskanerkloster Mariaburg, Näfels, im Gespräch. Foto: Dennis Baumann
Der «Choral Africaine» in action. Foto: Dennis Baumann
Der «Choral Africaine» in action. Foto: Dennis Baumann
Für einmal auf der Bühne: Helferinnen und Helfer, Schreibende, Mitglieder des Organisationskommitees. Foto: Kris Andes
Für einmal auf der Bühne: Helferinnen und Helfer, Schreibende, Mitglieder des Organisationskommitees. Foto: Kris Andes
Talkgäste Margit Osterloh (Ökonomin) und Nationalrat Phlipp Kutter mit Moderatorin Manuela Moser (OK Bistumstag/Infobeautragte des Generalvikars). Foto: Dennis Baumann
Talkgäste Margit Osterloh (Ökonomin) und Nationalrat Phlipp Kutter mit Moderatorin Manuela Moser (OK Bistumstag/Infobeautragte des Generalvikars). Foto: Dennis Baumann
Farbig und poppig: Die Tanzgruppe Roundabout. Foto: Dennis Baumann
Farbig und poppig: Die Tanzgruppe Roundabout. Foto: Dennis Baumann
Auf der Bühne: Kreistänze des Frauenbundes. Foto: Dennis Baumann
Auf der Bühne: Kreistänze des Frauenbundes. Foto: Dennis Baumann
Podiumsgespräch mit Bischof Joseph Maria Bonnemain, Hubertine Underberg, Raphael Meyer und Rafaela Estermann mit Moderator Csongor Kozma, Direktor der Paulus Akademie (v.l.). Foto: Dennis Baumann
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