Kirche aktuell

Tod auf dem Mittelmeer Beim Namen nennen – über 72’000 Opfer der Festung Europa

Die Aktion «Beim Namen nennen» findet auch in diesem Jahr rund um den Flüchtlingssonntag im Juni statt. In der Stadt Zürich bei der Citykirche Offener St. Jakob ist die Installation vom 20. Juni – 4. Juli zu sehen. Die einzelnen Namensstreifen stehen für Menschen, welche auf ihrem Weg nach Europa ums Leben gekommen sind.
17. Juni 2026 Katholische Kirche im Kanton Zürich

Flucht prägt weiterhin das Weltgeschehen. Aktuell sind ca. 122 Millionen Menschen auf der Flucht. In Europa wird durch die Einführung des neuen Migrationspaktes (GEAS) Mitte Juni das Asylrecht nun erneut verschärft. So müssen Menschen auf der Flucht immer gefährlichere Fluchtwege suchen. Deshalb steigt die Zahl der Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer, die auf der Flucht ums Leben kommen. Auch in diesem Jahr, das zu den schlimmsten gehören dürfte. Zwischen dem 15. und dem 21. Januar verliessen 16 Flüchtlingsboote die Gegend von Sfax in Tunesien. Sie wurden alle Opfer des grossen Wirbelwinds Harry, der zu dieser Zeit über dem Mittelmeer wütete. Gemäss www.unitedagainstrefugeedeaths.eu  sind dabei über 600 Menschen, vielleicht sogar tausend, verschwunden. Darüber wurde in den Medien wenig berichtet; umso wichtiger ist deshalb unsere Aktion, die gegen dieses (Ver)Schweigen ankämpft.

 

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Die Aktion «Beim Namen nennen», die im Juni in 10 Schweizer und 8 deutschen Städten durchgeführt wird, gedenkt seit 2019 all dieser umgekommenen Menschen. Wir lesen ihre Namen und schreiben sie auf weisse Stoffstreifen, die wir an Kirchen oder öffentliche Gebäude aufhängen, als Denkmal für die Verstorbenen. Rund um die Citykirche Offener St. Jakob wird es wieder eine eindrückliche Installation mit den 72 000 Namen der verstorbenen Geflüchteten geben.

Die Gedenk-Aktion wird in einzelnen Städten von künstlerisch-kulturellen Anlässen begleitet. So wird zB in der Zürcher Citykirche Offener Jakob am 26. Juni ein Benefizkonzert für SOS Méditerranée mit dem USA-amerikanischen Singer-Songwriter John Francis O’Mara stattfinden.  

Auch in diesem Jahr wollen wir wieder Unterschriften sammeln für eine Petition. Die Schweiz gehört zu den europäischen Ländern, die am meisten geflüchtete Menschen in andere Länder ausschaffen. Wir möchten die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung dazu auffordern, die Schutzgesuche vulnerabler Personen hier zu prüfen und ihnen Schutz zu gewähren, anstatt sie durch Abschiebung widrigen Lebensumständen auszusetzen.

Für mehr Informationen, vgl. unsere gemeinsame Plattform:  www.beimnamennennen.ch 

www.beimnamennennen.ch/city/zuerich

www.beimnamennennen.ch/city/winterthur