Kirche aktuell

5 Jahre Schoggifestival Macht und Monopol

Wem gehört unsere Schoggi eigentlich – ein paar globalen Konzernen oder einer wachsenden Bewegung von transparenten, fairer arbeitenden Produzenten in der Schweiz? Am 29. März geht das Schoggifestival ehrundredlich dieser Frage auf den Grund.
20. März 2026 Katholische Kirche im Kanton Zürich

Über die letzten fünf Jahre hat das Schoggifestival ehrundredlich insgesamt über 50 Produzentinnen und Produzenten präsentiert und mehr als 5000 Gäste empfangen. 2026 zeigt das Festival in der Mühle Tiefenbrunnen in Zürich mit rund zehn Veranstaltungen und einem Markt mit über 25 Ausstellerinnen und Ausstellern zum fünften Mal, wie vielfältig, politisch und genussvoll Schokolade sein kann. Neben Marktständen und Degustationen bietet das Festival ein vielseitiges Programm mit Präsentationen, Workshops und moderierten Gesprächen zu Themen wie Tourismus im Kakao, Kinderarbeit oder Schokolade aus den Kakaoursprungsländern.  

Faire Schweizer Schoggibewegung

In der Schweiz entstehen seit rund neun Jahren immer mehr kleine, transparente Schoggi-Manufakturen – doch im Ladenregal dominieren weiterhin wenige Grosskonzerne. Während der grösste Teil des Kakaos zu anonymer Massenware verarbeitet wird, wächst im Hintergrund eine Schoggibewegung, die fairere Preise für Kakaoanbauende, Transparenz und Aromen ins Zentrum stellt. Als Leuchtturm-Projekt der Genussregion Zürich macht das Schoggifestival diese Pioniere sichtbar und bringt Kakaoproduzenten, Bean-to-Bar-Schokoladenmacher, NGOs und Schoggifans zusammen, um Alternativen zu den dominierenden Konzernen aufzuzeigen.

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Schokolade dort denken, wo Kakao wächst

Zu den Höhepunkten dieser Ausgabe gehört der Besuch von Jeanne Donkoh von Bioko Treats, einer Schokoladeproduzentin aus Ghana, die in Accra hochwertige Schokolade herstellt und damit gängige Machtverhältnisse in der Branche in Frage stellt. Ebenfalls aus Ghana mit dabei ist Nana Aduna II von Ohene Cocoa, ein innovativer Kakaoverarbeiter und Touristenführer, der Besuchern seine Kakaoplantage zeigt und neue Wege im Kakaotourismus erprobt. Beide geben Einblick, wie Wertschöpfung im Ursprungsland funktionieren kann, und sprechen darüber, was es bedeutet, wenn Produzenten mehr Kontrolle über Preise, Verarbeitung und Markenführung erhalten. 

Bean-to-Bar-Szene 

Das Festival versammelt erneut zahlreiche Bean-to-Bar-Schokoladenmacher, die alle Schritte der Schokoladenproduktion selbst durchführen – vom Einkauf der Kakaobohnen bis zur fertigen Tafel. Daneben sind kleine, nachhaltige Produzenten aus der ganzen Welt vertreten.

Allein neun der Aussteller stammen aus der Stadt Zürich und Umgebung, was die Limmatstadt zu einem wichtigen Hotspot der neuen Schoggibewegung macht. Besuchende können unterschiedliche Schokolade-Sorten aus der ganzen Schweiz, Berlin, Ecuador, Kolumbien, Togo und Ghana verkosten, die Geschichten hinter der Schokolade und den Kakaobohnen kennenlernen und erfahren, wie Transparenz und faire Preise in der Praxis aussehen. 

Schokolade begreifen und erleben

Zu den Höhepunkten des umfangreichen Programms zählt die Lesung «Das Wort zur Schokolade», in der Food-Journalist und Sensoriker Patrick Zbinden Texte zu Geschmack, Geschichte und Politik der Schokolade präsentiert. Im Podium «Macht und Monopol – Wem gehört die Schokolade?» diskutieren Vertreter aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft über Preise, Macht und Verantwortung im globalen Markt.

Kulinarisch bieten geführte Degustationen mit Schokolade, Brot sowie Wein-Schoggi-Kombinationen neue Geschmackserlebnisse. Kinder können beim Schoggi-Brot-Backen spielerisch entdecken, wie Schokolade entsteht.

Bereits am Vortag treffen sich Fachleute beim Inside Chocolate Lab in der Manufaktur «laflor» in Zürich, um sich zu vernetzen, Projekte vorzustellen und die Rolle kleiner Produzenten im globalen Markt zu diskutieren.

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Hintergrund Schoggifestival
Die Schweiz ist eine gewichtige Akteurin im globalen Schokoladensektor, doch die Branche ist nach wie vor geprägt von Menschenrechtsverletzungen und Abholzung. Das Festival setzt hier ein Zeichen, indem es Fachleute, Familien und Schoggiliebhaberinnen und -liebhaber einlädt, mit Experten ins Gespräch zu kommen und sich für eine gerechtere Schokoladenwelt einzusetzen.