Jahrgangs-Abschluss in Religionspädagogik Zehn Frauen – viele Wege
«Bildung ist ein Geschenk.» Mit diesen Worten begrüsste Alois Metz als neuer Leiter der FaRP die zahlreich erschienen Gäste zur Diplomfeier. «Auch wenn der Glaubensweg nie ein gerader ist, sondern vielmehr von Zweifeln geprägt, hinterlässt er Geschichten wie Spuren im Sand.» Er bespickte seine Rede zur Diplomübergabe für die zehn frischgebackenen Katechetinnen mit vielen persönlichen Geschichten aus seinem Leben.
So erzählte Metz von einem 25-jährigen Freund, der an Krebs erkrankt war. Auf dem Sterbebett meinte dieser, dass er dankbar sei für das, was gewesen war. Metz gab sich überzeugt: «Hätte er seinen Glauben nicht gehabt, wäre er in ein tiefes schwarzes Loch gefallen.»
Berührend auch die Geschichte von seinem Besuch als Seelsorger in der Psychiatrie. Dort kam er in ein Zimmer einer Frau, und was er sah, erschreckte ihn: Sie hatte sich von Kopf bis Fuss selbst verletzt. «Ich musste mich hinsetzen und war sprachlos. Sie fragte mich, ob sie mir helfen könne. Wir beide lachten.»
Dieser Moment, dieser Dialog, diese unerwartete Situation habe ihm die Augen geöffnet. Er wandte sich direkt an die Katechetinnen: «Lasst auch ihr euch immer wieder die Augen öffnen von denen, denen ihr eigentlich die Augen öffnen wollt.»
Auch das FaRP-Ausbildungsteam gab den Diplomandinnen Impulse mit auf den Weg: Nathalie Horvath, Maria Theresa Wyss, Daniela Koller, Kristin Zerjeski und nicht zuletzt Gertrud Schuster, die Vorgängerin von Metz, die mit den zehn Frauen ihre letzte Klasse geführt hatte.
Ausbildnerin Koller las passend zum Motto der Feier aus der Geschichte «Spuren im Sand» von Margaret Fishback Power vor. «Wo warst du Gott, als ich dich am dringendsten brauchte?», fragt darin ein Mensch in Not Gott, weil er nur eine Spur im Sand sieht, nicht zwei. Gott antwortet sinngemäss: «Dort, wo nur eine Spur zu sehen war, habe ich dich getragen.»
Zu Wort kamen auch die zehn Diplomandinnen. Schelmenhaft griffen sie das Motto «Spuren im Leben» auf und rekonstruierten ihre drei Ausbildungsjahre als Kriminalfall beziehungsweise gingen in einer eigens konstruierten Detektivgeschichte auf Spurensuche. Als «Beweismaterial» dienten Süssigkeiten, ein Rucksack und Fotos von vielen schönen Momenten, teils auch schwierigen Momenten während ihrer Ausbildungszeit. «Zehn Frauen – viele Wege» schlossen sie, «viele Höhen und Tiefen, viele Spuren.» Und mit einer Herzlichkeit und Überzeugung machten sie klar: «Wir zehn Frauen sind zusammengewachsen, haben den Zusammenhalt gepflegt.»
Schliesslich sprach Generalvikar Luis Varandas den Segen und die Entsendung der zehn Frauen in den Berufsalltag. «Ich schliesse mich eurer Freude an», meinte er. «Das Brennen im Herzen» sollten sie weiterhin spüren, forderte er auf, und engagiert ihren Glauben weitergeben. Denn der Glaube hinterlasse Spuren im Herzen.
Den feierlichen musikalischen Rahmen setzte das Hackbrett-Duo von Avilanis aus Winterthur.
Die Absolventinnen des Katechetinnenkurses nach ForModula, 2024-2026:
- Claudia Bruckner, Affoltern am Albis
- Hanna Hajnalka Caracoi, Oberhasli
- Ingeborg Di Bernardo-Rivera, Wetzikon
- Evelin Kerékgyárto, Hausen am Albis
- Danijela Marinic, Neuhausen am Rheinfall
- Brigita Montinaro, Wallisellen
- Elenice Poffet, Oberrieden
- Emanuela Saric, Dietikon
- Regina Wettstein, Neuhausen am Rheinfall
- Peggy Zander, Dörflingen
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