Ökumenische Fastenaktion In der Vielfalt liegt die Zukunft
In den letzten 100 Jahren ist die Vielfalt an Nutzpflanzen weltweit um über 75 Prozent zurückgegangen – in Europa sind es sogar 90 Prozent. So wird das Kontingent der drei Hauptgetreidesorten, Mais, Reis und Weizen, nur noch durch einige wenige Sorten gedeckt. Eine Entwicklung, die zu denken gibt: Die Monotonie im Anbau der Pflanzen macht diese besonders anfällig für Schäden, die entweder durch den Klimawandel, also Wetterphänomene wie Überschwemmungen, oder etwa einen Schädlingsbefall verursacht werden.
Monopol erzwingt Monotonie
Nicht nur die Anzahl der Arten an Saatgut nimmt kontinuierlich ab, sondern auch die Anzahl der Konzerne deren Geschäft der landwirtschaftliche Anbau ist. Unterdessen ist diese Entwicklung so weit fortgeschritten, dass die Hälfte des weltweiten Saatgutmarktes von nur drei Firmen dominiert wird – man kann also durchaus von einer Monopolisierung sprechen.
Besonders schwerwiegend: 80 Prozent des weltweiten Saatgutes werden von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben erhalten und weiter ausgebaut. Genau diese Betriebe werden aber von den Grosskonzernen daran gehindert, ihre jahrhundertalten Traditionen in Bezug auf die Weiterverwendung, den Tausch oder Verkauf von Saatgut weiterzuführen. Die Grosskonzerne erlassen nämlich vermehrt sogenannte Sortenschutzgesetze – restriktive Regulationen, die es verbieten, genau diese Vorgehensweisen mit dem von ihnen geschütztem Saatgut zu verfolgen. Besonders in den Ländern des Globalen Südens schränkt das kleine Bauernbetriebe stark ein, unabhängig davon, was für eine bedeutende Rolle sie in der weltweiten Ernährungssicherheit einnehmen.

Recht auf Saatgut
Damit wird den Bäuerinnen und Bauern das Recht auf Saatgut entzogen, ihre eigene und unsere globale Existenz gefährdet. Um dem entgegenzuwirken, ist das Recht auf Saatgut der zentrale Punkt der diesjährigen ökumenischen Kampagne: Dabei sollen die Bäuerinnen und Bauern durch die Unterstützung der Gemeinschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika befähigt werden, lokale Saatgutsysteme zu betreiben und ihre eigenen politischen Rechte einzufordern. Auch hier in der Schweiz wird über die Zusammenhänge des globalen Ernährungssystems informiert, es werden Spenden für Projekte zur Ernährungssicherheit gesammelt und vor allem verschiedene Vorgehensweisen im Kampf gegen Hunger besprochen – die wichtigste dabei: Saatgutvielfalt.
Veranstaltungskalender der Ökumenischen Kampagne
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