Pilger-Madonna erstmals in der Schweiz Fátima-Prozession durch Zürich
Vermutlich würde Fátima, Portugal heute auf keiner Karte und noch weniger in Reiseführern auftauchen, hätten nicht drei Hirtenkinder am 13. Mai 1917 dort eine Marienerscheinung gehabt. Genau diese Erscheinung feiern die Portugiesinnen und Portugiesen jedes Jahr - dieses Jahr mit einer besonderen Statue. Die Pilgerstatue von Fátima Nr. 2 kommt direkt aus Fátima in die Schweiz.
Statue zum ersten Mal in der Schweiz
Es ist das erste Mal, dass die Statue in der Schweiz weilt, und vielleicht ist es gleichzeitig auch das letzte Mal. Denn das Heiligtum in Portugal hütet den Schatz wie einen Augapfel. Aufgrund ihres Alters und ihrer Bedeutung - die Statue wurde vermutlich vom Bildhauer José Ferreira Thedim nach den exakten Anweisungen von Schwester Lúcia, der Seherin von Fátima, geschaffen - werden ihre Reisen künftig drastisch eingeschränkt, heisst es aus offiziellen Quellen. Sie wird Portugal seltener bis vielleicht gar nie mehr verlassen.
Umso freudiger feierten die Portugiesinnen und Portugiesen ihre Heilige Madonna. In einem eindrücklichen Menschenzug begleiteten sie am vergangenen Sonntag die Statue Nr. 2 vom Hirschengraben 66 bis zur Liebfrauenkirche. Angeführt von Bischof Joseph Maria Bonnemain zogen die Menschen singend und betend durch die Strassen. Voran gingen nebst dem Bischof drei Kinder, gekleidet in traditioneller Tracht, wohl ganz so, wie die Hirtenkinder von damals ausgesehen haben könnten.
In der Kirche feierten die Gläubigen dann zusammen mit anderen Missionen einen vielsprachigen Gottesdienst. In seiner Predigt betonte Bischof Joseph Maria Bonnemain in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche einmal mehr, wie Krieg und Unsicherheit uns Menschen heute beschäftigen.
«Unsichere Weltlage»
«In der gegenwärtigen geopolitischen Lage der Welt muss unser Leben mitten in dieser Welt mit höchster Priorität Zeugnis, Sauerteig und Licht für den Frieden sein», meinte der Bischof. Die Mutter Gottes habe uns Menschen in Fátima die Sorge um den Frieden in der Welt anvertraut. «Maria, Königin des Friedens, wird uns als ihre Kinder erkennen, wenn wir uns mit all unseren Kräften und mit einem dauernden Gebet für den Frieden einsetzen.» Diesem Wunsch schloss sich Generalvikar Luis Varandas an, der zusammen mit anderen Konzelebranten die Messe mitgestaltete.
Pilgerfahrt nach Einsiedeln
Als nächster Höhepunkt gilt die nationale Wallfahrt nach Einsiedeln, die diesen Pfingstsonntag, 24. Mai, stattfindet. Die Pilger-Madonna aus Fátima Nr. 2 wird im Gottesdienst anwesend sein. Gerade für die Portugiesinnen und Portugiesen wird der Tag eine besondere Freude sein, da es die erste Portugiesische Wallfahrt seit 2019 ist.
Nationale Wallfahrt nach Einsiedeln 24. Mai:
- 11.30 Uhr Prozession und Rosenkranz (Abmarsch beim Klosterplatz)
- 12.30 Uhr Wallfahrtsmesse in der Klosterkirche
- 15 Uhr Kulturelles Nachmittagsprogramm (u.a. mit der Tanzgruppe Rancho Folclórico Soudades de Portugal de Lugano, der Trommelgruppe Bombos de Amarante sowie der Tanzgruppe Rancho Folclórico Centro Lusitano de Zurique)
Die Original-Pilgerstatue Nr. 2, die aus dem Heiligtum von Fátima kommt, wird anwesend sein.
Mehr Infos hier.
Kommentare anzeigen