Kirche aktuell

Pilger-Madonna erstmals in der Schweiz Fátima-Prozession durch Zürich

Am Sonntag, 17. Mai, bewegte sich ein langer Menschenzug vom Hirschengraben 66 zur Liebfrauenkirche: Allen voran die Original-Pilgerstatue Nr. 2 des Heiligtums von Fátima, die erstmals in der Schweiz zu Gast war. Zu ihren Ehren wird eine Woche später, am 24. Mai, seit langem wieder eine portugiesische Wallfahrt nach Einsiedeln stattfinden.
19. Mai 2026 Katholische Kirche im Kanton Zürich

Vermutlich würde Fátima, Portugal heute auf keiner Karte und noch weniger in Reiseführern auftauchen, hätten nicht drei Hirtenkinder am 13. Mai 1917 dort eine Marienerscheinung gehabt. Genau diese Erscheinung feiern die Portugiesinnen und Portugiesen jedes Jahr - dieses Jahr mit einer besonderen Statue. Die Pilgerstatue von Fátima Nr. 2 kommt direkt aus Fátima in die Schweiz.

Statue zum ersten Mal in der Schweiz

Es ist das erste Mal, dass die Statue in der Schweiz weilt, und vielleicht ist es gleichzeitig auch das letzte Mal. Denn das Heiligtum in Portugal hütet den Schatz wie einen Augapfel. Aufgrund ihres Alters und ihrer Bedeutung - die Statue wurde vermutlich vom Bildhauer José Ferreira Thedim nach den exakten Anweisungen von Schwester Lúcia, der Seherin von Fátima, geschaffen - werden ihre Reisen künftig drastisch eingeschränkt, heisst es aus offiziellen Quellen. Sie wird Portugal seltener bis vielleicht gar nie mehr verlassen.

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Viele Menschen zogen mit der Fátima-Statue zur Liebfrauenkirche. Foto: Manuela Moser

Umso freudiger feierten die Portugiesinnen und Portugiesen ihre Heilige Madonna. In einem eindrücklichen Menschenzug begleiteten sie am vergangenen Sonntag die Statue Nr. 2 vom Hirschengraben 66 bis zur Liebfrauenkirche. Angeführt von Bischof Joseph Maria Bonnemain zogen die Menschen singend und betend durch die Strassen. Voran gingen nebst dem Bischof drei Kinder, gekleidet in traditioneller Tracht, wohl ganz so, wie die Hirtenkinder von damals ausgesehen haben könnten.

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Die drei Hirtenkinder, gekleidet wie damals in traditioneller Tracht. Foto: Manuela Moser

In der Kirche feierten die Gläubigen dann zusammen mit anderen Missionen einen vielsprachigen Gottesdienst. In seiner Predigt betonte Bischof Joseph Maria Bonnemain in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche einmal mehr, wie Krieg und Unsicherheit uns Menschen heute beschäftigen.

«Unsichere Weltlage»

«In der gegenwärtigen geopolitischen Lage der Welt muss unser Leben mitten in dieser Welt mit höchster Priorität Zeugnis, Sauerteig und Licht für den Frieden sein», meinte der Bischof. Die Mutter Gottes habe uns Menschen in Fátima die Sorge um den Frieden in der Welt anvertraut. «Maria, Königin des Friedens, wird uns als ihre Kinder erkennen, wenn wir uns mit all unseren Kräften und mit einem dauernden Gebet für den Frieden einsetzen.» Diesem Wunsch schloss sich Generalvikar Luis Varandas an, der zusammen mit anderen Konzelebranten die Messe mitgestaltete.

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Auch Generalvikar Luis Varandas war zugegen im Gottesdienst. Foto: Manuela Moser

Pilgerfahrt nach Einsiedeln

Als nächster Höhepunkt gilt die nationale Wallfahrt nach Einsiedeln, die diesen Pfingstsonntag, 24. Mai, stattfindet. Die Pilger-Madonna aus Fátima Nr. 2 wird im Gottesdienst anwesend sein. Gerade für die Portugiesinnen und Portugiesen wird der Tag eine besondere Freude sein, da es die erste Portugiesische Wallfahrt seit 2019  ist.

Nationale Wallfahrt nach Einsiedeln 24. Mai:

- 11.30 Uhr Prozession und Rosenkranz (Abmarsch beim Klosterplatz)
- 12.30 Uhr Wallfahrtsmesse in der Klosterkirche 
- 15 Uhr Kulturelles Nachmittagsprogramm (u.a. mit der Tanzgruppe Rancho Folclórico Soudades de Portugal de Lugano, der Trommelgruppe Bombos de Amarante sowie der Tanzgruppe Rancho Folclórico Centro Lusitano de Zurique)

Die Original-Pilgerstatue Nr. 2, die aus dem Heiligtum von Fátima kommt, wird anwesend sein.
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