Kirche aktuell

Das Sorgentelefon 143 ist auch für die Smartphone-Generation da.

Das Sorgentelefon 143 ist auch für die Smartphone-Generation da.
Redaktionsteam
Katholische Kirche im Kanton Zürich
Die Beiträge im Blog geben die Haltung der Autoren wider und müssen nicht in jedem Fall mit der offiziellen Haltung der kirchlichen Körperschaft übereinstimmen.
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26. November 2013

„Eigentlich müsste ich ein glücklicher Mensch sein. Seit drei Monaten bin ich Vater einer kleinen, gesunden Tochter. Aber die Sorge, ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin, meine Frau, die kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht und mangelnder Schlaf bringen mein Herz zum rasen. Der Stress macht mich fertig .“ (Paul). „Wir hatten noch so viele Pläne. Dann kam die Diagnose. Aus heiterem Himmel. Jetzt bin ich allein. Ich vermisse ihn unendlich. Am Schlimmsten sind die dunklen Abende.“ (Anja). Solche und viele weitere Schicksale hören die Helferinnen und Helfer bei Tel 143 täglich im Dutzend. Ein Gespräch kann in solchen Fällen helfen, die Situation klarer zu sehen.

Ein Gespräch bringt Licht ins Dunkel

Winterzeit ist die Zeit, in der Nebel und Nacht den Tag und drückende Sorgen Menschen verschlucken. Advent ist die Zeit, in der jeder seinen Besorgungen nacheilt und die Zeit für ein Gespräch oder eine nette Geste auf der Strecke bleibt. Aber Stress, Angstgefühle, Depression und Einsamkeit lassen sich nicht aufschieben. Häusliche Gewalt und Suizid-Gedanken brauchen schnelle Aufmerksamkeit. In Momenten grosser Hilflosigkeit greifen viele Menschen zum Telefonhörer und wählen die Nummer 143. Hunderte Male nehmen jeden Tag freiwillige Helfer der Dargebotenen Hand das Telefon ab. Allein im Kanton Zürich führten vergangenes 85 freiwillige Mitarbeiter 23’000 Gespräche. Am Tag. In der Nacht. Am Sonntag.

Telefon? Smartphone? Hauptsache erreichbar!

Nicht nur für Menschen in schwierigen Lebenslagen, sondern auch für solche mit alltäglichen Sorgen ist die Dargebotene Hand rund um die Uhr eine erste Anlaufstelle. Dabei spielen Alter, kulturelle oder konfessionelle Zugehörigkeit keine Rolle. Zur Gründungszeit 1957 stand das Telefon aus Bakelit auf dem Salontisch. Heute ist in fast jeder jugendlichen Hosentasche das Smartphone und damit der Zugang ins Internet dabei. Zwar ist das Telefon nach wie vor das meist gewählte Mittel für ein persönliches Gespräch, aber immer mehr Hilfesuchende wollen ihre Sorgen über eine anonyme-Internet-Beratung loswerden. Dafür stehen ihnen Chat oder Mail sowie eine erste Hilfe über die mobile Seite rund um die Uhr zur Verfügung. Dieses Angebot macht Tel 143 nicht nur auf seiner neu Gestalteten Seite, sondern auch bei Facebook und künftig über Twitter bekannt.

Es ist ein Geben und Nehmen

„Ich bin Mitte 40 und habe selber eine persönliche Krise hinter mir. Aus dieser schwierigen Situation habe ich viel gelernt und es wäre schade, wenn ich

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meine Erfahrungen nicht für andere Menschen einsetzen könnte. Diese Aufgabe übe ich ehrenamtlich und mit viel Herzblut neben meiner Arbeit aus.“ (Melo). „Ich bin fasziniert vom breiten Spektrum der Anrufe. Meine Arbeit ist sehr sinnvoll. Ich kann für Menschen da sein und Beziehungen auf Distanz eingehen. Und ich erhalte auch viel von diesen Menschen zurück, weil es nie nur ein „Geben“ ist, und das tut gut“. (Stella). Die Dargebotene Hand führt Menschen zusammen. Menschen die in einer Lebensphase stehen, in der sie ihre Kraft und ihr offenes Ohr Mitmenschen schenken, die das dringend nötig haben. Die Katholische Kirche im Kanton Zürich unterstützt diese wertvolle Form von Seelsorge mit einem jährlichen Beitrag. Freiwillige Helferinnen und Helfer, aber auch jede Spende stellen sicher, dass wenn bei 143 das Telefon klingelt, auch abgehoben wird. Und das rund um die Uhr. 365 Tage im Jahr.

Wie geht es der Schweiz?

Seit dem 18. November hat die Schweiz ein neues Stimmungsbarometer im Internet. Telefon 143 weiss als nationaler Sorgenkanal, das wie Schweiz beschäftigt. Wie es Herr und Frau Schweizer gerade jetzt geht, zeigt der Herzschlag von Heartbeat , bei dem jeder mitmachen kann.