Glaube & Feiern

Prägende Persönlichkeiten

Einen Zwingli haben wir zwar nicht, aber dennoch gibt es auch bei uns Persönlichkeiten, die unsere Kirche im Kanton Zürich geprägt haben! Hier stellen wir diese vor.

Gemälde der Zürcher Gründer an der Wasserkiche. Foto: Arnold Landtwing
Gemälde der Zürcher Gründer an der Wasserkiche. Foto: Arnold Landtwing

Felix und Regula

Im 4. Jahrhundert sind Felix und Regula als Migranten aus dem heutigen Ägypten nach Zürich gekommen. Sie sollen zur Thebäischen Legion gehört haben. Weil sie sich zum christlichen Glauben bekannt haben, wurden sie beim richtstein unter der heutigen Wasserkirche geköpft. Die Legende berichtet, dass die beiden Märtyrer ihre Köpfe aufgehoben und ein Stück den Hügel hinaufgetragen haben. Über ihrem Grab ist das Grossmünster errichtet worden. Als Heilige sind sie die Stadtpatrone Zürichs geworden und zieren noch heute das Staatssiegel.

Marchwart Biberli

Um 1265 geboren, war der in Zürich tätigte Dominikanermönch Lesemeister des Predigerklosters und 1325 dessen Prior. Historische Forschungen gehen davon aus, dass Biberli mit grosser Wahrscheinlichkeit in Zürich die ältesten vollständige deutsche Bibelübersetzung verfasst hat.

Niklaus von Flüe

Im Jahr 1417 im obwaldnerischen Flüeli zur Welt gekommen, ist der Schweizer Nationalheilige und besser bekannt unter dem Namen Bruder Klaus. Als erfolgreicher Bürger lebte er mit seiner Frau und zehn Kindern als Bauer und Ratgeber auf seinem Hof. Nach seinem Rückzug in die Einsamkeit lebte er als Mystiker und wirkte aus seiner Klause im Ranft. In Zürich kam ihm schon sehr früh eine besondere Verehrung zu: In der Stadt Zürich wurde 1933 die erste Pfarrkirche seinem Patronat geweiht. Da er von der Katholischen Kirche offiziell noch nicht heiliggesprochen war, brauchte es dazu eine besondere Einwilligung des Vatikans.

Katharina von Zimmern

Aus einer süddeutschen Adelsfamilie stammend, trat sie um 1491 in die Fraumünsterabtei ein und wurde mit 18 Jahren zur Äbtissin gewählt. 1524 übergab als letzte Äbtissin Abtei und Fraumünster dem Rat der Stadt. Die gebildete Frau heiratete mit 41 Jahren einen geächteten Söldnerführer und gründete mit ihm eine Familie.

Karl Theodor Anton Maria Reichsfreiherr von Dalberg

geboren 1800 besass gleichzeitig vier Fürstbistümer und war bei der Neuordnung des Deutschen Reichs politisch engagiert. Die Neuregelung der staatlichen und kirchlichen Verhältnisse brachten dem Bistum Konstanz den Untergang und so geht er als letzter Fürstbischof von Konstanz in die Geschichte ein. Seit der Aufteilung des Bistums Konstanz (1814/1821) wird katholische Kirche im Kanton Zürich als Administrationsgebiet vom Bischof von Chur verwaltet

Alfred Teobaldi

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1897 als Sohn eines Einwanderers aus dem Piemont und einer Mutter aus Bosco-Gurin geboren, besuchte er das Gymnasium in Disentis und studierte in Chur Theologie. Er war 1956 der erste Generalvikar in Zürich und setzte sich schon vorher jahrelang zusammen mit engagierten Laien für eine staatliche Anerkennung der Zürcher Katholiken ein.

Hans Jenny

Geboren 1909 in Chur, nach der Matura Studium der Rechte in Bern und Zürich und der Theologie in Rom. Nach dreissig Jahren Seelsorgearbeit in Zürich war er 1970 – 1980 Generalvikar in Zürich.

 

Gebhard Matt

1934 in Ruggell (FL) geboren, absolvierte er nach der Matura das Studium der Philosophie und Theologie in Rom. Er war Pfarrer in Winterthur und Dekan, zudem Vizeoffizial des Bistums Chur und 1980-1990 Generalvikar in Zürich. Drei Tage nach der Amtsübernahme verweigerte Bischof Wolfgang Haas dem Zürcher Generalvikar die Bestätigung und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. In weiten Teilen des Kantons Zürich läuteten am Sonntag nach dem Amtsantritt von Wolfgang Haas aus Solidarität mit Gebhard Matt die Trauerglocken.

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Peter Henrici

Geboren 1928 und aufgewachsen in Zürich wirkte Peter Henrici seit den 1960-er Jahren in Rom als Philosophieprofessor und als Dekan an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Papst Johannes Paul II. rief den Jesuiten zurück in die Schweiz, ernannte ihn zum Weihbischof und zum Generalvikar in Zürich. Seine Aufgabe war es, in einem seit der Ära Bischof Haas zerrissenen Bistum für Entlastung und neues Vertrauen zu sorgen. Es gelang ihm auch, dass das bischöfliche Amt wieder positiv erlebt wurde.

 

Paul Vollmar

Geboren 1934 war lange Jahre Rektor des Gymnasiums Sumatra der Freien Katholischen Schulen Zürich und übernahm dann die Verantwortung als Provinzial der Marianisten. Er wirkte auch an den Priesterseminarien Sitten und Freiburg. Aus diesen Aufgaben berief ihn Papst Johannes Paul II. weg, ernannte ihn zum Weihbischof und setze ihn in der Bischofskrise als Generalvikar für Graubünden und die Urschweiz ein. Zusammen mit Weihbischof Peter Henrici wirkte er dialogbereit und zukunftsgerichtet.

Ludwig Kaufmann

Am 30. Oktober 1918 in Zürich geboren, trat er nach seiner Matura in die Gesellschaft Jesu ein. Mit seinen Medienberichten über das Zweite Vatikanische Konzil und als Chefredaktor der Zeitschrift Orientierung setzte er sich dezidiert für die Neuerungen des Konzils und für die Befreiungstheologie ein. Als jesuitischer Theologe und Redakteur war er mit seinem publizistischen Wirken sehr einflussreich.

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Silja Walter

Aus einer Schriftstellerfamilie stammend, besuchte die 1919 geborene Cécile Walter das Lehrerseminar der Menzinger Schwestern und studierte Literaturwissenschaften. 1948 trat sie ins Benediktinerinnenkloster Fahr ein und erhielte den Ordensnamen Schwester Maria Hedwig. Sie veröffentlichte über 60 Werke und prägte mit ihrer mystischen Spiritualität Generationen.

Bruno Flueler

Als erster Präsident der Zentralkommission (später: Synodalrat) wurde am 22. September 1963 der 1907 in Schwyz geborene Bruno Flueler gewählt. Nach seinem Studium der Jurisprudenz an der Universität Zürich arbeitete er in Zürich als Jurist und Steuerberater. Er engagierte sich auch politisch als Gemeinderat und Kantonsrat.

Ernst Zehnder

Das 1980 revidierte Kirchengesetz und die 1982 verabschiedete Kirchenordnung forderten die Schaffung einer Synode, eines aus den Kirchgemeinden gewählten Parlaments. Am 22. September 1983 wählten die Synodalen der 1914 geborene Ernst Zehnder aus der Zürcher Kirchgemeinde St. Franziskus gewählt.