Abschluss Kurs 4 - Kloster Fahr (2012)

Zur Eucharistiefeier im Kloster Fahr am vergangenen Sonntag fanden sich sechs Erwachsene ein, um die Taufe zu empfangen, gefirmt zu werden oder ihren Wiedereintritt in die Katholische Kirche zu feiern. Generalvikar Dr. Josef Annen, der die Feier zelebrierte, war überzeugt, dass auch im Himmel grosse Freude sei: „Meine Tochter, mein Sohn, hat sich aufgemacht und hat Heimat gefunden bei Jesus Christus, dem Herrn und Retter."
Abschluss Kurs 4 - Kloster Fahr (2012)

Übergabe der Taufkerze (v.li.: neu Getaufte, Sr. Marianne Waltert, Generalvikar Dr. J. Annen

Aufgemacht hatten sich diese Menschen schon vor einiger Zeit. Ihre Suche nach der Wahrheit führte sie ins Kloster Fahr zu Sr. Marianne Waltert. Dort bietet die Theologin und Ordensschwester im Auftrag des Generalvikariats für die Kantone Zürich und Glarus den mehrteiligen Glaubenskurs „Glauben suchen – Heimat finden“ an. Derselbe Lehrgang findet auch im Zentrum für christliche Spiritualität in Zürich unter der Leitung von Dr. Rudolf Vögele statt. Die Absolventen haben gemäss Kursausschreibung die Möglichkeit, sich in die katholische Kirche aufnehmen zu lassen. Diesen Weg wählten heute eine Taufkandidatin, vier Firmlinge und ein Mann, der wieder in die Kirche eintreten wollte.

Ein bereichernder Kurs

Im Kurs, der im vergangenen November seinen Abschluss fand, nahmen ganz unterschiedliche Menschen teil und auch die Motivation, den Kurs zu besuchen war dementsprechend vielfältig. Ein schon beinahe verschworenes Grüppchen habe sich aus dieser Klasse gebildet, meinte ein Kursteilnehmer. Man habe die Diskussion und das Gespräch untereinander schätzen gelernt und der Austausch habe gefehlt, als während den Sommerferien keine Kurstage angeboten wurden. Die Atmosphäre im Kloster Fahr sei einmalig, war von allen zu hören, und die Kursleiterin überzeuge durch ihre Authentizität: sie lebe, was sie im Kurs vermittle.

Ein Ehepaar -  beides aktive Katholiken - wollte im Kurs mehr über den Glauben und ihre Kirche erfahren. Diese Erwartung wurde vollumfänglich erfüllt. Sr. Marianne habe sehr gute Kursunterlagen zur Verfügung gestellt und ihr Wissen sei enorm. Dadurch hätten sie viel Neues gelernt. Es sei spannend gewesen, festzustellen, dass alles in der katholischen Kirche seine Bedeutung habe.

Die Kirche zum Anfassen

Der Physiker, der seinen Wiedereintritt feierte, hatte nach dem Austritt aus der Kirche an unterschiedlichen Orten nach Wahrheit gesucht. Sein Weg führte ihn zunächst in eine freikirchliche Organisation. Später war er von Calvin fasziniert und las alles, was er über seine religiösen Vorstellungen finden konnte. Die darauf folgende Auseinandersetzung mit den Kirchenvätern führte ihn jedoch geradewegs wieder zurück in die katholische Kirche. Ihm scheint diese Kirche heute die „wahre“ Kirche zu sein. Er schätze ihre Beständigkeit: „Gottes Wort hat seit zweitausend Jahren Bestand – wie könnte sich da der Glaube wandeln?“, meinte er.

Der ursprünglich reformierte Firmling bezeichnete seinen Weg als regelrechten Spiessrutenlauf. Er habe Ausflüge in die Freikirche gemacht, sei wieder zurück in die reformierte Kirche, habe aber dort keine Heimat finden können. Für ihn sei die katholische Kirche eine Kirche zum „anfassen“, sie sei lebendig und farbig: Eine Kirche, in der er sich wohl fühle.

Eine Kursteilnehmerin erzählte, dass sie in einer Freikirche aufgewachsen sei. Der Glaube sei also immer wichtig gewesen in ihrem Leben. Sie sei allerdings mit der Angst vor Gott gross geworden. Durch eine TV-Dokumentation sei sie auf die katholische Kirche aufmerksam geworden. Im Filmbericht über ein Kloster in England hätten die Mönche eine so grosse Liebe und Sicherheit ausgestrahlt, wie sie es noch nie bei einem gläubigen Menschen gesehen habe. Durch die Teilnahme am Glaubenskurs hoffte sie, dies auch für sich selber finden zu können.

Im Glaubenskurs von Sr. Marianne Waltert konnten zweifellos alle Teilnehmer wieder neu Heimat im Glauben und in der Kirche finden. Wie Generalvikar Dr. Josef Annen zum Abschluss seiner Predigt meinte, haben sie damit aber eine Aufgabe übernommen. Eine Aufgabe, die für alle Christen gilt: „Als Getaufte und Gefirmte, als aktive Glieder unserer Kirche sind wir von Christus gesandt, das Licht, das wir empfangen haben, nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern auf den Leuchter, damit es allen leuchten mag, die auf der Suche sind.“

Informationen zum Glaubenskurs „Glauben suchen – Heimat finden“:

Dr. Rudolf Vögele
Leiter Ressort Pastoral
Generalvikariat für die Kantone Zürich und Glarus
E-Mail: rudolf.voegele@z.kath.ch
Tel.: 044 266 12 55

Verena Huber-Halter, Medienstelle Kloster Fahr

Verweise
Flyer zum Kurs
zuletzt verändert: 25.01.2012 08:31