Wettbewerb "Freiwilligenarbeit SICHTBAR" 2012 - Bericht

Die Kommission Freiwillige des kantonalen Seelsorgerats hat in Zusammenarbeit mit den Generalvikariat und dem Synodalrat 2011 erstmals einen Wettbewerb unter dem Titel "Freiwilligenarbeit SICHTBAR" ausgeschrieben. Dieser wird auch weiterhin ca. alle 2 Jahre weiter geführt.

Freiwilligenarbeit sichtbar machen (Video kath.ch)

--------------

Das Jahr der Freiwilligen ist noch lange nicht zu Ende

Katholische Kirche im Kanton Zürich prämiert Freiwilligenförderung

Strahlende Gesichter und das gute Gefühl, anerkannt und unterstützt zu sein, auch wenn die grosse Öffentlichkeit kaum etwas davon mitbekommt, das durften alle Besucher der Preisverleihung "Freiwilligenarbeit SICHTBAR" am 5. Juni 2012 im Saal des Centrum 66 in Zürich erleben. 65 Personen hatten die Einladung der Kommission "Freiwillige" des Kantonalen Seelsorgerates angenommen und folgten interessiert den Ausführungen der Jurymitglieder, welche alle neun nominierten Wettbewerbsbeiträge kurz vorstellten.

Als Sieger gingen schliesslich die Projekte der Kirchgemeinde Winterthur (1. Platz), des Fördervereins Nachbarschaftshilfe Zürich (2.) und der Pfarrei St. Katharina Fällanden (3.) hervor. Sie durften Preisgelder von 5000, 3000 und 2000 Franken entgegennehmen für die weitere Förderung ihrer Freiwilligenarbeit. Insgesamt waren 13 Beiträge zum Wettbewerb eingereicht worden, neun davon erfüllten die Wettbewerbsbedingungen. Jurymitglied Rudolf Vögele betonte in seiner Moderation, dass ihm und seinen Kollegen (Kommissionspräsident Kurt Hostettler, Béatrice Bikle, Regula Strässle-Huber und Oliver Wupper-Schweers) die Wahl nicht leicht gefallen sei. Dennoch fanden sie gute Gründe für ihr Urteil.

Ziel dieses Wettbewerbs war es ja, bereits praktizierte Freiwilligenförderung in Pfarreien, Verbänden und Einrichtungen der Katholischen Kirche im Kanton Zürich auszuzeichnen und öffentlich zu mache. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf innovativ, kreativ oder nachhaltig umgesetzten Ideen des 2009 herausgegebenen "Handbuchs für Freiwillige". Ausgezeichnet sollten unlängst umgesetzte oder sich in der Umsetzungsphase befindende Projekte werden, die sowohl Neuerungen in die Freiwilligenarbeit bringen, wie auch eine organisatorische und strukturelle Verbesserung der Freiwilligenarbeit aufweisen und die als innovative Ideen für andere - z.Bsp. für die kantonale Personalförderung - übernommen werden können.

Die Freiwilligenarbeit der Kirchgemeinde Winterthur etwa mit ihren insgesamt acht angeschlossenen Pfarreien bestach durch ein eigens ausgearbeitetes Leitbild und einheitliche Standards für alle Freiwilligen in allen Pfarreien der Kirchgemeinde. Es existiert ein Spesenreglement, es gibt Weiterbildungsangebote vor Ort, eine Versicherungsschutzregelung und Vorlagen für Einsatzvereinbarungen. Eine Zusammenkunft aller Freiwilligen mit Zukunftswerkstatt ist organisiert und die KG Winterthur ist Mitglied bei Benevol Winterthur. Susanne Horak, welche das Konzept der KG Winterthur an diesem Abend präsentierte, fand dafür ein passendes Bild: "Die Freiwilligen sind die Blumen einer Pfarrei. Jede ist besonders und auf jede muss einzeln eingegangen werden, damit sie voll erblühen kann."

Ausgezeichnet wurde der Förderverein Nachbarschaftshilfe Zürich, weil er eine klar strukturierte Personalentwicklung und -förderung bei mehr als 1000 Mitarbeitern durchführt. Dazu betreibt er Mitarbeitergewinnung und -begleitung durch Mitarbeitergespräche, bietet eine intensive Begleitung der Bezirksverantwortlichen an, führt Supervisionen durch und verfügt über ein Spesenreglement, ein klar definiertes Leitbild mit eindeutig geregelten Verantwortlichkeiten und gewährt Versicherungsschutz.

Völlig neue Wege beschreitet die Pfarrei St. Katharina Fällanden mit ihrem Konzept "Erlösung aus Prägung". Der Pfarreibeauftragte von Fällanden, Meinrad Furrer, wurde inspiriert durch das gleichnamige Buch von Monika Renz. Er widmete ihrem Ansatz der Erlösung als innerseelischem Prozess seine Masterarbeit und begann, mit ihr und einer dafür gegründeten Projektgruppe, das neue Denken in die Tat umzusetzen. Dabei entstand ein spirituell überzeugend neuer Ansatz durch das Mitwirken von Freiwilligen in der Liturgie und Pastoralplanung. Ihr Konzept ermutigt und ermächtigt zu eingenverantwortlichem Handeln und Glauben. Und: es ist übertragbar auf die Freiwilligenarbeit überhaupt.

Die Kommission "Freiwillige" des Kantonalen Seelsorgerates wollte im Europäischen Freiwilligenjahr 2011 eine Aktion lancieren, welche noch weit über das eigentliche Feierjahr hinaus wirken kann. So initiierte und organisierte die Kommission, unterstützt von Generalvikariat und Synodalrat, diesen Wettbewerb, der mit der Preisverleihung vom 5. Juni 2012 einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Bleibt die Hoffnung, dass diese Veranstaltung und die vielen guten Ideen, welche darin vorgestellt worden sind, ihre Nachahmer und Nachfolger finden werden, auf dass die wertvolle Arbeit, welche Tausende von Freiwilligen im Kanton Zürich alltäglich und in aller Stille leisten, auch in Zukunft Zeugnis ablegt, von der Wirkkraft des Heiligen Geistes.

zuletzt verändert: 22.11.2017 15:25
Schlagwörter: |