Glückwünsche und Einladung aus Zürich für Kardinal Rauber

Papst Franziskus hat den aus Nürnberg stammenden Karl-Josef Rauber als einen von 20 Würdenträgern am 14. Februar 2015 ins Kardinalskollegium aufgenommen. Zur Weihe ebenfalls nach Rom gereist ist Weihbischof Peter Henrici, zwischen 1993 und 2003 Generalvikar für die Kantone Zürich und Glarus. In seinem Gepäck mit dabei: die besten Glückwünsche und eine Einladung nach Zürich von Synodalratspräsident Benno Schnüriger und Generalvikar Josef Annen.
Glückwünsche und Einladung aus Zürich für Kardinal Rauber

Karl-Josef Rauber, Foto: 2011 Ra Boe/Wikipedia

Vermittler im Churer Bischofsstreit
Der frühere Vatikandiplomat Rauber meinte gegenüber Radio Vatikan zu seiner Ernennung: «Das war an sich so nicht geplant in meinem Leben – aber der liebe Gott hat es anders gefügt …»
1959 in Mainz zum Priester geweiht, folgten Kaplansjahre im hessischen Nidda und eine Diplomatenausbildung in Rom. Drei Jahre leitete der heute 81-Jährige die Päpstliche Diplomaten-Akademie, bevor er zwischen 1993 und 1997 Apostolischer Nuntius in der Schweiz und - zusammen mit den beiden Weihbischöfen Peter Henrici und Paul Vollmar - Vermittler im Streit um den Churer Bischof Haas war. Damals habe er «von acht Uhr früh bis spätabends, manchmal bis Mitternacht, die kritischen Stimmen angehört und zu einer Vorlage für den Heiligen Vater verarbeitet». Er bedauert noch heute, dass alle Bemühungen um eine Beilegung des Konflikts gescheitert seien: «Und wenn es nicht geht, dann muss der Bischof halt zurücktreten bzw. versetzt werden.»

«Die Schweizer sind demokratisch durch und durch»
Seine Zeit als Nuntius in der Schweiz bezeichnet Rauber im Interview von Radio Vatikan als grosse Herausforderung. Aber man müsse die Schweizer verstehen. «Sie sind demokratisch durch und durch, und dann sehen sie das in der Kirche genauso. In Rom wird das nicht immer verstanden, weil es kein Land gibt, das damit vergleichbar wäre.» Die Kirche vor allem in der deutschsprachigen Schweiz habe eine «Struktur, die durchaus möglich ist in der Kirche: Wieso soll man das alles von den Geistlichen her regeln? Man könnte das auch durchaus von Laien her regeln, zumal die ganzen Vermögensfragen… auf Diözesan- wie auf Pfarrebene.»

Vielleicht schon bald ein Zwischenhalt in Zürich
Kardinal Rauber arbeitet heute noch als Seelsorger in einem Schönstatt-Zentrum im Bistum Rottenburg Stuttgart. Er glaubt nicht, dass sich sein Leben durch die Kardinalswürde noch groß ändern wird: «Der rote Hut ist halt rot, und früher war er violett – aber die Person ändert sich nicht! Der Kopf darunter ändert sich nicht!» Die Katholische Kirche im Kanton Zürich freut sich auf jeden Fall, Neukardinal Rauber schon bald als ihren Gast in Zürich begrüssen zu dürfen.

zuletzt verändert: 17.02.2015 13:25