Wohnungen für Flüchtlinge, Weiterbildung für Freiwillige

In vielen Kirchgemeinden und Pfarreien erfahren Flüchtlinge breite Unterstützung und Betreuung. Das Engagement reicht von der Suche nach Unterkünften über Deutschkurse und Mittagstische bis zu Begegnungen mit der Bevölkerung. Ein spezieller Augenschein in der Kirche Winterthur.
Wohnungen für Flüchtlinge, Weiterbildung für Freiwillige

"Den oft grauen Heim-Alltag durchbrechen": Afrikanische Flüchtlinge jodeln zusammen mit einer Schweizerin beim Ausflug zur landwirtschaftlichen Schule Strickhof in Winterthur-Wülflingen. Foto: aus dem Film der Pfarrei St. Laurentius Winterthur

Vor gut einem Jahr wurde unter dem Patronat der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur in Anlehnung an die karitativen Vinzenzvereine vieler Pfarreien der Verein VIWO (Vinzenz-Wohnen) gegründet. Der Schwerpunkt der insgesamt 23 freiwilligen Helfenden liegt auf der Wohnungssuche: Der Verein konnte bisher 17 Wohnungen für Flüchtlinge in Winterthur beschaffen. Zudem unterstützt VIWO Flüchtlinge bei der Integration in ihre neue Wohnung und deren Umfeld.
«Hinter jeder der 17 Vermietungen, die der Verein VIWO in seinem einjährigen Bestehen hat vermitteln können, steckt harte Arbeit», erklärt Zita Haselbach, pensionierte katholische Gemeindeleiterin und VIWO-Projektleiterin. «Anerkannte Flüchtlinge und besonders Menschen, die vorläufig aufgenommen sind, dürfen Wohnung und Arbeit suchen, finden jedoch oft weder das eine noch das andere. Sie bleiben über lange Jahre in den Asylzentren, wo folglich der Platz für Neuankommende fehlt. Wohnraum zu finden, ist aber ein entscheidender Schritt, um in unserer Gesellschaft Fuss zu fassen. Besonders wichtig ist dies für Familien mit Kindern.» VIWO steht und wird finanziert von Privatpersonen, Kirchenopfererträgen, kirchlichen Vereinen und der Katholischen Kirche Winterthur.

Die Pfarrei St. Laurentius Winterthur versucht mit Anlässen, den Kontakt der Flüchtlinge mit der Bevölkerung herzustellen. «Ziel dieser Treffen ist», meint Diakon Zeljko Calusic, «dass der meist graue Alltag im Flüchtlingsheim durchbrochen wird». So haben sich im August 61 Flüchtlinge aus zwei Winterthurer Asylheimen auf der landwirtschaftlichen Schule Strickhof in Winterthur-Wülflingen eingefunden. Sie liessen sich u.a. durch die Rebberge führen und besuchten die Stallungen der Mutter-Kuh-Haltung. Anschliessend traf sich die bunte Schar im Saal zum Zvieri, zu Volksmusik und Jodel. Der 2. Anlass fand im Wildpark Bruderhaus statt. Im kommenden Jahr sind zwei weitere Anlässe geplant.

Weil auch Helfende Unterstützung brauchen, bietet die Fachstelle Flüchtlinge bei Caritas Zürich gemeinsam mit der reformierten Landeskirche den Pfarreien und Kirchgemeinden entsprechende Weiterbildungsangebote an. In Winterthur heisst die Weiterbildungsreihe «Weit-Blick», die von verschiedenen Organisationen getragen wird und Ende September von rund 40 freiwillig Engagierten besucht wurde.
Der nächste «Weit-Blick»-Weiterbildungsanlass findet am 21. November von 18 Uhr bis 20.30 Uhr im katholischen Pfarreizentrum St. Ulrich, Seuzacherstrasse 1 in Winterthur, statt.

Die Fachstelle Flüchtlinge bei Caritas Zürich unterstützt alle katholischen Pfarreien in ihrem Engagement bei der Suche nach Freiwilligen und Ansprechpartnern, über sinnvolle und umsetzbare Angebote, bei der Gestaltung von Informationsanlässen und bei der Vermittlung von Wohnraum. Sie bietet zusätzlich auch Hintergrundinformationen zu Asylverfahren und der Situation von geflüchteten Menschen in der Schweiz und im Kanton Zürich.
Pfarreien können zudem für die Durchführung von Projekten mit Flüchtlingen um finanzielle Unterstützung aus dem Budgetkredit der Katholischen Kirche im Kanton Zürich ersuchen.


Winterthur
Kontakt zum Verein VIWO: Zita Haselbach, Tel. 079 15 200 51, viwo@kath-winterthur.ch

Ausflug zum Strickhof

Radio Stadtfilter zur Weiterbildung für Helfende


Katholische Kirche im Kanton Zürich
Fachstelle Flüchtlinge: Priska Alldis, 044 366 68 09, p.alldis@caritas-zuerich.ch

 

zuletzt verändert: 17.11.2016 16:20