Wir trauern um den Theologen und Priester Franz Annen

Franz Annen ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Der langjährige Professor für Neues Testament war auch Regens des Priesterseminars St. Luzi, Rektor der Theologischen Hochschule sowie Standesdomherr des Kantons Schwyz. Als Vertreter der Konzilsgeneration setzte er sich mit Beharrlichkeit und Standfestigkeit für eine Kirche ein, welche glaubwürdige Antworten auf die Fragen der Zeit suchte.
Wir trauern um den Theologen und Priester Franz Annen

Franz Annen war langjähriger Professor und Rektor an der Theologischen Hochschule Chur, und Regens des Priesterseminars

Wie kaum ein anderer hat Franz Annen Generationen von Theologen und Theologinnen mit seinem Wirken in Chur geprägt und dabei Churer Bistumsgeschichte geschrieben. Nach Studium von Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom widmete er sich den Bibelwissenschaften und promovierte 1974. Ganze 33 Jahre lang (von 1977 bis 2010) war er Professor für Neutestamentliche Exegese und biblische Einleitung an der Theologischen Hochschule Chur. Von 1980 bis 1991 war er Regens des Priesterseminars St. Luzi in Chur und von 1999 bis 2007 Rektor der Theologischen Hochschule Chur.

Regens des integrierten Seminars

Unruhige Zeiten erlebte Franz Annen als Regens in den 80-er Jahren. Das mit Bischof und Ordinariat abgesprochene „integrierte Seminar“, in dem nebst Priesteramtskandidaten auch Laientheologinnen und Laientheologen sowie verheiratete Studierenden des 3. Bildungsweges wohnten, wurde von Bischof Johannes Vonderach in Frage gestellt. Nachdem der Priesterrat sich klar für das Modell des „integrierten Seminars“ ausgesprochen hatte, stellte der Bischof sein Vorhaben zurück. Unter seinem Nachfolger Wolfgang Haas zogen der Dritte Bildungsweg und das IFOK von Chur weg nach Luzern und das Seminar war nur noch Priesteramtskandidaten vorbehalten.

Theologische Hochschule in die Zukunft geführt

Unter Bischof Amédée Grab wurde Franz Annen zum Rektor der Theologischen Hochschule gewählt. Bald darauf kam aus dem bischöflichen Hof das Signal, die THC sei nicht mehr finanzierbar und eine Schliessung stehe bevor. Eine Welle der Solidarität staatlicher und kirchlicher Institutionen sorgten für eine Sicherung der finanziellen Basis, etwa mit Einführung des „Hochschulfrankens“, mit dem aus den einzelnen Kantonalkirchen der Diözese seither ein Franken pro Katholik an die diözesane Ausbildungsstätte geht. Derart gestärkt, setzte die THC unter Leitung von Franz Annen mit neuer Energie frische Akzente. Erwähnt seien hier der Ausbau der publizistischen Tätigkeit, die Gründung des Pastoralinstituts und die Anstrengungen um das Recht zur Verleihung des Doktorgrades.

Franz Annen bei den Novembergesprächen 2012 zum Thema II. Vatikanisches Konzil_FOTO_Hartmut Schüssler

Franz Annen bei den Novembergesprächen 2012 zum Thema II. Vatikanisches Konzil. Foto: Hartmut Schüssler

Dem Wirken von Franz Annen zu grossem Dank verpflichtet

Mit den Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils ist Franz Annen als Professor, Regens und Rektor der THC einen Weg gegangen, der von Umbrüchen, Neuorientierungen und Entwicklungen geprägt war. In einem Beitrag über die neutestamentliche Tugend der Beharrlichkeit schrieb Franz Annen 2002: „Nicht der Held ist in dieser Zeit der Bewährung gefragt, sondern der treue Glaubende und Liebende mit zähem Stehvermögen.“ Als Katholische Kirche im Kanton Zürich sind wir dem Wirken von Franz Annen zu grossem Dank verpflichtet.

Beerdigung und Eucharistiefeier:

Freitag, 23. November 2018, um 9.00 Uhr, Urnenbeisetzung auf dem Friedhof in Schwyz, anschliessend, um 9.30 Uhr, Eucharistiefeier in der Pfarrkirche St. Martin in Schwyz

Die Todesanzeige findet sich hier

zuletzt verändert: 16.11.2018 05:24