Visionen und Perspektiven für die Kirche

Um die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich an der Tagung des Seelsorgerates auf die Suche nach Visionen und Perspektiven.
Visionen und Perspektiven für die Kirche

Inspirierte durch seinen Vortrag: Weihbischof em. Peter Henrici

Im Mittelpunkt stand ein Impulsreferat des emeritierten Weihbischofs Peter Henrici. Die aus seinen Anregungen entstandene Diskussion war geprägt von Offenheit, Respekt und gegenseitigem Hinhören.

Weihbischof Henrici "in Aktion"

Der em. Weihbischof Henrici eröffnete in einem lebendig erzählten und mit  Anekdoten angereicherten Rückblick von den Visionen, die ihn und die Pastoralplanungskommission in den 90-er Jahren angetrieben und bewegt haben. Ausgehend von den Veränderungen in der Gesellschaft entwickelte sich die Erkenntnis, dass die Kirche Schritt halten und sich weiterentwickeln muss. Programmatisch hiess dies den Wechsel der Perspektive aus Sicht einer „Komm-her-Kirche“ zu einer „Geh-hin-Kirche“. Daraus entstand eine Präsenz der Kirche mit Seelsorgestellen wie etwa am Flughafen, im Bahnhof oder dem Einkaufszentrum Sihlcity. Ein zweiter Schwerpunkt war in der Diakonie als Zentrum der Pastoral verortet. Weniger theologisch gesprochen, geht es um die praktisch gelebte christliche Liebe als Glaubhaftes Zeugnis nach aussen – im Sinn des Zitats von Bischof Gaillot „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“ In diesem Gefüge spielt auch der Dienst der Laien eine tragende Rolle.

Diese Grundlagen wurden in einem intensiven Prozess in mehreren Jahren zu einem Arbeitspapier verarbeitet, das zur Vernehmlassung in die Pfarreien gegeben wurde. Der daraus entstandene Pastoralplan I setzt Ziele und will motivieren. Er verzichtet bewusst auf Rezepte und Vorschriften. Bald 20 Jahre später wirken die Anregungen des Pastoralplanes nach.

Für viele eindrücklich war die Diskussion mit dem Weihbischof: Es wurde deutlich, dass er bestens vertraut ist mit den pastoralen Gegebenheiten der heutigen Zeit. Von solch offenen und alltagsnahen Diskussionen, die gleichzeitig von grosser Klarheit des kirchlichen Würdenträgers geprägt sind, wünschten sich viele mehr.

Während gut einer Stunde wurden verschiedene Angebote vorgestellt, angefangen von der Behindertenseelsorge über das kirchliche Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene jenseits IM VIADUKT bis hin zur vielfältigen sozialen Arbeit in den Pfarreien. Wertvolle Impulse lieferten auch Gedanken zu Frauen in der Kirche, die Leitung der Pfarrei oder von Generalvikar Josef Annen zum Thema Liturgie. Er ermutigte, sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen und mutig zu handeln. Ihn beeindruckt die römische Pfarrei Sant‘ Egidio, die beispielsweise an Weihnachten die Bänke aus der Kirche entfernt, Tische und Stühle hineinstellt und ein Festessen für Obdachlose organisiert. Hier findet mitten in der Kirche das Leben statt.

Beim gemeinsamen Imbiss wurde der Gedankenaustausch lebhaft weitergeführt. Der Nachmittag war geprägt von einer Perlensuche. Dabei wurden besondere Schätze präsentiert, welche das Leben in den Pfarreien kostbar machen. Die eindrückliche Vielfalt begeisterte die Anwesenden und motivierte sie, Impulse nach Hause in die eigene Pfarrei mitzunehmen und dort umzusetzen. Freude, Dankbarkeit und Hoffnung schwangen in der Abschlussfeier mit.

zuletzt verändert: 19.05.2014 16:04