Verantwortung tragen - Gerechtigkeit stärken

„Liebesbriefe ans Leben“ begleiten durch den diesjährigen Fastenkalender der ökumenischen Kampagne von Fastenopfer und Brot für alle.

Es sind Briefe aus dem Norden und aus dem Süden, Briefe an mich und meine Nächsten. Die Schreiben machen nachdenklich, regen an oder rufen auch ganz konkret zum Handeln auf. So bekommt jeder Tag der Vorbereitung auf Ostern hin einen Impuls, innezuhalten, solidarisch zu handeln – und wo nötig: umzukehren.

Das Kampagnenmagazin  „Verantwortung tragen – Gerechtigkeit stärken“ mit Hintergründen zum Titel wird in alle Haushalte verteilt, steht aber auch online zur Verfügung.

In den vergangenen Jahren sind neue sympathische Traditionen entstanden, die den Gedanken der Solidarität auf die Strasse hinaustragen und auf ein positives Echo stossen. Dazu gehört etwa die Rosenaktion vom 5. März. Im vergangenen Jahr haben rund 4000 Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche gut 130‘000 Fair-Trade-Rosen zu 5 Franken je Rose verkauft. Mit der Aktion «Brot zum Teilen» setzen über 600 Bäckereien ein starkes Zeichen, denn für jedes verkaufte dieser Brote spendet der Bäcker oder die Bäckerin bzw. die Kundschaft 50 Rappen. Der Erlös beider Aktionen kommt Projekten und Programmen im Süden zugute.

Arme Schweiz – reiche Schweiz

Haben Sie gewusst, dass noch vor drei Generationen in Europa und Übersee für die arme Schweiz gesammelt worden ist? Angesichts unseres Wohlstands ist das heute kaum mehr vorstellbar. Dass wir gefordert sind, mit Armen und Notleidenden solidarisch zu sein und uns für sie einzusetzen, liegt auf der Hand. Aber: Sammeln allein reicht nicht, denn ein aufmerksamer Blick offenbart, dass unser Reichtum oftmals auf der Armut anderer gründet. Deshalb läuft die diesjährige ökumenische Kampagne unter dem Motto „Verantwortung tragen – Gerechtigkeit stärken“. Sie setzt auf der strukturellen Ebene an. Eine aufrüttelnde Erkenntnis ist etwa, dass der Umsatz aus der Veredelung von Gold in der Schweiz grösser ist als derjenige aus dem Pharma-, Banken- und Tourismusgeschäft zusammengenommen. Eine Summe, die sich unserer Vorstellungskraft entzieht. Die Goldindustrie ist aber eine der Rohstoffbranchen, die überhaupt nicht glänzt, was den Umgang mit Menschenrechten und dem Schutz der Umwelt betrifft.

Solidarität muss auch politisch werden. Deshalb setzen sich die Hilfswerke für die Konzernverantwortungsinitiative ein. Damit sollen in der Schweiz ansässige Grosskonzerne zum Einhalten der Menschenrechte verpflichtet werden.

Meditationstuch als Ergänzung zum Fastenopfer

Viele Pfarreien nutzen in dieser Fastenzeit das Meditationstuch „Werke der Barmherzigkeit“, das auf Initiative der Zürcher Dekane zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit hergestellt wurde. Wichtig zu wissen: Das Meditationstuch versteht sich als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zum Fastenopfer. Deshalb wird es auch während des ganzen Jahres in Gottesdiensten und im Religionsunterricht eingesetzt. Das Originalbild von Sieger Köder hängt in der Bruder-Klaus-Kapelle Au/Wädenswil. Im Dossier zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit stehen ausführliche Begleittexte von Generalvikar Martin Kopp zur Verfügung.

Dass Barmherzigkeit viele Gesichter hat, macht die Pfarrei St. Peter und Paul in Winterthur deutlich, indem sie eine thematische Predigtreihe über die Fastensonntage durchzieht. Den Auftakt macht Generalvikar Josef Annen am 1. Fastensonntag um 9.30 Uhr und 11.15 Uhr. 

 

zuletzt verändert: 12.02.2016 14:10