Nachhaltiges Denken und Handeln ist (k)eine Zauberei

Rund 50 Vertreterinnen aus Kirchgemeinden und dem Stadtverband liessen sich am 27. Mai 2015 am Hirschengraben 66 in Zürich auf eine Impulstagung des Synodalrats zum Thema «Nachhaltigkeit» ein. Synodalrat Zeno Cavigelli, zuständig für Bauten und Liegenschaften, sicherte Kirchgemeinden, die ein Umweltprogramm starten, einen finanziellen Startbeitrag aus der Zentralkasse zu.
Nachhaltiges Denken und Handeln ist (k)eine Zauberei

Zaubereien zur Nachhaltigkeit begeisterten die Teilnehmenden. Foto: David Wakefield

 

 

Aus den Kirchgemeinden und Pfarreien gekommen war eine breite und interessierte Schar an Behördenmitgliedern und Mitarbeitenden. Unter den vielen Kirchenpflege-Mitgliedern mit unterschiedlichen Ressorts (Präsidium, Gutsverwaltung, Liegenschaften) sassen auch ein paar Sakristane, Seelsorger und Pfarreiratsvertreterinnen sowie eine starke Vertretung des Stadtverbandes. Sie wurden von zwei Referenten mit dem kürzlich erschienenen Umwelthandbuch für Kirchgemeinden und einem Umweltmanagementsystem vertraut gemacht, von einem Magier verzaubert und nachhaltig mit Speis und Trank verköstigt.

Umwelthandbuch für die Kirchgemeinden

Kurt Aufdereggen, Umweltberater beim Verein oeku Kirche und Umwelt, stellte in einer Übersicht das mit vielen Cartoons und Bildern gespickte Umwelthandbuch «Es werde grün» vor. Das Werk widmet sich in zwei Teilen einmal den vielfältigen praktischen Handlungsfeldern der kirchlichen Umweltarbeit. Hierzu zählen Themen wie Energie sparen, umbauen und sanieren, nachhaltig einkaufen, Gebäudeunterhalt, Umgebung gestalten, Veranstaltungen und Schöpfungsspiritualität. Zum andern wird das Umweltmanagementsystem «Grüner Güggel» vorgestellt, das sich um die Einrichtung von Strukturen, Zuständigkeiten und Abläufen dreht. Der Hahn als christliches Symbol steht für den Weckruf, der an die ökologische Verantwortung der Kirche erinnert.

oeku ist ein ökumenischer Verein, der von über 800 Kirchgemeinden, kirchlichen Organisationen und Einzelpersonen getragen wird. Die seit 1986 aktive Institution führt jährlich die Aktion «SchöpfungsZeit» durch, organisiert Bildungsveranstaltungen, erarbeitet Grundlagenmaterial und öffentliche Stellungnahmen.

Umweltsystem als erprobtes Instrument

Andreas Frei, Kirchliches Umweltmanagement (NASKA GmbH), erläuterte den Teilnehmenden konkret, was es mit dem Umweltmanagementsystem auf sich hat. Es ist den Kirchgemeinden überlassen, ihr ökologisches Engagement durch ein Umweltlabel anerkennen zu lassen. Auf die Kirchgemeinden zugeschnitten ist das Label «Grüner Güggel». Ähnlich aufgebaut, aber finanziell aufwändiger ist die allgemeine Norm ISO 14001. Frei skizzierte neben dem zeitlichen und finanziellen Aufwand den Nutzen des kirchlichen Umweltsystems, das in der Zwischenzeit als erprobtes Instrument gilt. Dank dem grünen Datenkonto (Energiebuchhaltung) liegen der Kirchgemeinde sämtliche umweltrelevanten Kennzahlen vor. Und zusätzlich zu energetischen Einsparungen resultieren für die Gemeinde der Aufbau einer kompetenten Arbeitsgruppe im Bereich «Bewahrung der Schöpfung/Nachhaltigkeit», das Aktivieren und Einbinden von Kirchenmitgliedern sowie eine glaubwürdige Vorbildfunktion und medienwirksame Kommunikation von Resultaten.

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Magier in seinem Element

Schliesslich machte David Wakefield, Leitung Ausbildung Katechese der Fachstelle für Religionspädagogik, nachhaltig Eindruck im Saal. Als Magier zauberte er den Teilnehmenden auf eindrückliche und spielerische Art nachhaltiges Denken und Handeln vor – im Wissen, dass es dann in der Kirchgemeinde nicht ganz so einfach funktioniert …

 

Weitere Infomrationen auf:

www.oeku.ch

www.naska.ch

zuletzt verändert: 29.05.2015 15:19